ASTHMA - SCHWEREGRADE

Um es Ärzten zu ermöglichen, für Patienten mit Asthma bronchiale (chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege, begleitet durch anfallsartig auftretende Atembeschwerden) eine geeignete Therapie festzulegen, wird für den betroffenen Patienten zunächst die Schwere seiner Erkrankung aufgrund der vorliegenden Symptome abgeschätzt und in eine der vier Schweregrade eingestuft.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Einstufungskriterien, die an die Nationale VersorgungsLeitlinien Asthma, Version Juli 2011, angelehnt sind.

 

Typische Krankheitssymptome bei Asthma bronchiale.

Atemnot, die typischerweise anfallsartig nachts oder frühmorgens auftritt

○ Kurzatmigkeit

○ Pfeifende oder brummende Geräusche beim Ausatmen (Giemen)

○ Trockener Husten

Glasig-zäher Auswurf

Brustengegefühl

 

Asthma-Schweregrade (Erwachsene)

(Das Vorliegen eines der Symptome reicht aus, um einen Patienten in die entsprechende Kategorie einzuordnen)

Schweregrad

Symptome

Lungenfunktion (PEF und FEV1)

PEF   (Peak Expiratory Flow)

FEV1 ** (Forced Expiratory Volume in 1 second)

I

gelegentlich (intermittierend)

Beschwerden am Tage:
< 1 × pro Woche

Beschwerden nachts:
≤ 2 × pro Monat

PEF   ≥ 80% vom persönlichen Bestwert.

FEV1 ≥ 80 % vom Sollwert.

PEF-Schwankungen < 20% vom Sollwert.

II

geringgradig persistierend

Beschwerden am Tage:
1 × pro Woche

Beschwerden nachts:
> 2 × pro Monat

PEF   ≥ 80% vom persönlichen Bestwert.

FEV1 ≥ 80 % vom Sollwert.

PEF-Schwankungen 20%-30 % vom Sollwert.

III

mittelgradig persistierend

Beschwerden am Tage:
täglich

Beschwerden nachts:
> 1 × pro Woche

Die Beschwerden beeinträchtigen die körperliche Aktivität und den Schlaf und bedürfen der täglichen Inhalation von Pulver/Spray zur Erweiterung der Atemwege

PEF   60 %-80% vom persönlichen Bestwert.

FEV1 60 %-80% vom Sollwert.

PEF-Schwankungen > 30 % vom Sollwert.

InhalatorInhalator

IV

schwergradig persistierend

Beschwerden am Tage:
ständig

Beschwerden nachts:
häufig

Die Beschwerden schränken die körperliche Aktivität deutlich ein.

PEF   ≤ 60 % vom persönlichen Bestwert.

oder

FEV1 ≤ 60 % vom Sollwert.

PEF-Schwankungen > 30 % vom Sollwert.

 

* Mit einem für Asthmatiker unentbehrlichen Peak-Flow-Meter (engl.: Spitzenfluss-Messgerät) wird das Ausatmungsvolumen abhängig von Geschlecht, Alter und Körpergröße selbst gemessen und sagt aus, wie verengt die Luftwege sind. Dieses mechanisch oder elektronisch arbeitende Messgerät zeigt den Peak-Flow-Wert in Liter/min sowie in Prozent des persönlichen Bestwertes (PBW) an und dient nicht nur der Diagnose sondern auch zur Therapiebegleitung. Die Eintragungen in ein Asthma-Tagebuch geben dem behandelnden Arzt weitere Hinweise wie eine drohende Verschlechterung des Krankheitsbildes und helfen die bestehende Therapie gegebenenfalls anzupassen.

 

** FEV1 (engl.: Forced Expiratory Volume in 1 second), zu Deutsch: Einsekundenkapazität.

In der Arztpraxis wird mit einem Spirometer zuverlässig das Ein- und Ausatmungsvolumen der Lunge gemessen. Dabei wird nach maximaler Einatmung die Luft schlagartig ausgeatmet. Das innerhalb der ersten Sekunde ausgeatmete Luftvolumen spiegelt den Einsekundenkapazitätswert wider und wird als FEV1 bezeichnet.

 

  Im Ampelsystem der Deutschen Atemwegsliga e.V. bedeuten die Peak-Flow-Messwerte:

 

 Unter 50 % des Bestwertes:         Akute Gefahr, Ein Asthmaanfall steht bevor. Notfallmedikamente einnehmen.

 50% bis 80 % des Bestwertes:    Achtung, die Lungenfunktion verschlechtert sich. Ggf. Arzttermin vereinbaren.

 80 % bis 100 % des Bestwertes: Lungenfunktion stabil. Das Asthma ist gut eingestellt.

 

 

Alle Hinweise auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Information und nicht der Selbstdiagnose, geben keine Therapieempfehlungen und ersetzen keinen Arztbesuch!

 

 

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