GASFLASCHEN - FARBCODIERUNGWarnung vor Gasflaschen

  

Die unter hohen Druck stehenden Gase in den Gasflaschen stellen eine potentielle Gefahr da. Aus diesem Grund werden die Gasflaschen zusätzlich zum vorgeschriebenen Gefahrgutaufkleber mit unterschiedlichen Schulterfarben nach DIN EN 1089-3 (Norm gilt nicht für Feuerlöscher und Gasflaschen für Flüssiggas. z.B. Propan, Butan) versehen, damit bereits aufgrund der verwendeten Farbe keine Verwechslungsgefahr bei der Benutzung entsteht (als zusätzliche Sicherheit werden unterschiedliche Schraubanschlussgrößen verwendet) und im Falle einer Gefahr, der Inhalt von den Rettungskräften bereits aus größerer Entfernung beurteilt werden kann.

Für den Flaschenmantel gibt es allerdings keine einheitliche Regelung. Grundsätzlich werden neben der einheitlich zu verwendenden Schulterfarbe folgende Mantelfarben freiwillig verwendet:

 

 Grau oder gleiche Farbe wie Schulter (nicht weiß) für Industriegase.
 █ Weiß für Medizin-/ Inhalationsgase.
  Rot oder gelb für Atemluftflaschen, die von Feuerwehren oder Rettungsdiensten verwendet werden.
     Sonder-/Spezialgase nicht festgelegt.

 

Allgemeine Kennzeichnungsregel für Gase und Gasgemische in Deutschland

giftig und/oder ätzend

entzündbar

oxidierend

erstickend


giftig und/oder ätzend

Schulterfarbe
 gelb
RAL-Nummer 1018


entzündbar

Schulterfarbe
 rot
RAL-Nummer 3000


oxidierend

Schulterfarbe
 hellblau
RAL-Nummer 5012


erstickend

Schulterfarbe
 leuchtendes Grün
RAL-Nummer 6018

Z.B. Ammoniak, Chlor, Arsin, Fluor, Kohlenmonoxid, Stickoxid, Schwefeldioxid

Z.B. Wasserstoff, Methan, Ethylen, Formiergas, Stickstoff/ Wasserstoffgemisch

Z.B. Sauerstoff-, Lachgasgemische
(außer Inhalationsgemische)

Z.B. Krypton, Xenon, Neon, Schweißschutzgasgemische, Druckluft technisch

 

Spezielle Kennzeichnung für Inhalationsgemische (medizinische Gase) in Deutschland

Synthetische Luft/ Druckluft für Atemzwecke

Gemisch Sauerstoff/Helium

Gemisch Sauerstoff/ Kohlendioxid

Gemisch Sauerstoff/ Distickstoffoxid


Synthetische Luft

Schulterfarbe
 weiß/schwarz
RAL-Nummer 9010/9005


Gemische Sauerstoff/Helium

Schulterfarbe
weiß/braun
RAL-Nummer 9010/8008


Gemisch Sauerstoff/Kohlendioxid

Schulterfarbe
weiß/grau
RAL-Nummer 9010/7037


Gemisch Sauerstoff/Distickstoffoxid

Schulterfarbe
weiß/blau
RAL-Nummer 9010/5010

 

Spezielle Kennzeichnung für gebräuchliche Gase in Deutschland

Acetylen
C2H2

Sauerstoff
O2

Distickstoffoxid (Lachgas) N2O

Argon
Ar

Stickstoff
N2

Kohlendioxid
CO2

Helium
He


Acetylen

Schulterfarbe
kastanienbraun
RAL-Nummer 3009


Sauerstoff

Schulterfarbe
weiß
RAL-Nummer 9010


Distickstoffoxid

Schulterfarbe
blau
RAL-Nummer 5010


Argon

Schulterfarbe
dunkelgrün
RAL-Nummer 6001


Stickstoff

Schulterfarbe
schwarz
RAL-Nummer 9005


Kohlendioxid

Schulterfarbe
grau
RAL-Nummer 7037


Helium

Schulterfarbe
braun
RAL-Nummer 8008

 

An jeder Gasflasche muss ein Gefahrgutaufkleber angebracht sein, der verbindliche Angaben über den Inhalt enthält.

Muster eines Gefahrgutaufklebers mit verbindlichem Inhalt
Quelle: Industriegaseverband e.V., 50667 Köln

 1 Risiko- und Sicherheitssätze
 2 Gefahrzettel nach ADR/RID
 3 Z.B. Zusammensetzung des Gasgemisches oder Reinheitsangabe des Gases
    Hinweis! Punkt-Notation von Gasen
 4 Handelsname des Gasherstellers
 5 EG-Nummer bei Einzelstoffen. Entfällt bei Gasgemischen.
 6 UN-Nummer und Benennung des Stoffes
 7 Hinweis des Gasherstellers
 8 Name, Anschrift und Telefonnummer des Herstellers

 

Hinweis! Punkt-Notation von Gasen
Die Reinheit von Gasen wird verkürzt durch zwei von einem Punkt getrennten Ziffern angegeben.


z.B. Argon 4.
6
 

Der Mindestgehalt an reinem Argon beträgt danach 99,996 %
 

Die Ziffer vor dem Punkt gibt die Anzahl der "Neuner" in der Prozentangabe für den Anteil des reinen Gases an

Die Ziffer hinter dem Punkt gibt die erste von "Neun" abweichende Dezimalstelle an.

 

 

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