CODE-Knacker

GEBISSSCHEMA - ZAHNSCHEMA

Wenn der Zahnarzt sagt: "drei-eins ist kariös", dann benennt er damit den Schneidezahn in der unteren linken Gebisshälfte nach dem international genormten FDI-System. Bei diesem Code-System wird jeder Zahn durch die Kombination von zwei Ziffern bestimmt. Die erste Ziffer kennzeichnet den Kieferquadranten, die zweite Ziffer verweist auf einen einzelnen Zahn im jeweiligen Quadranten. Die folgenden Schemata machen diese Beschreibung bei einem voll entwickelten Erwachsenengebiss mit 32 Zähnen und einem Milchgebiss mit 20 Zähnen deutlich.

 

12
Seitlicher Schneidezahn
11
Schneidezahn
21
Schneidezahn
22
Seitlicher Schneidezahn
13 Eckzahn
14 Backenzahn
15 Backenzahn
16 Mahlzahn
17 Mahlzahn
(18) Weisheitszahn
Zahnchema (Erwachsenengebiss) 23 Eckzahn
24 Backenzahn
25 Backenzahn
26 Mahlzahn
27 Mahlzahn
(28) Weisheitszahn
(48) Weisheitszahn
47 Mahlzahn
46 Mahlzahn
45 Backenzahn
44 Backenzahn
43 Eckzahn
(38) Weisheitszahn
37 Mahlzahn
36 Mahlzahn
35 Backenzahn
34 Backenzahn
33 Eckzahn
42
Seitlicher Schneidezahn
41
Schneidezahn
31
Schneidezahn
32
Seitlicher Schneidezahn


52
Seitlicher Schneidezahn
5S
Schneidezahn
61
Schneidezahn
62
Seitlicher Schneidezahn
53 Eckzahn
54 Backenzahn
55 Backenzahn
Zahnchema (Milchgebiss)
63 Eckzahn
64 Backenzahn
55 Backenzahn
85 Backenzahn
84 Backenzahn
83 Eckzahn
75 Backenzahn
74 Backenzahn
73 Eckzahn
82
Seitlicher Schneidezahn
81
Schneidezahn
71
Schneidezahn
72
Seitlicher Schneidezahn

Mit folgenden Lagebezeichnungen orientiert sich der Zahnarzt im Mund seiner Patienten:

apikal - Richtung Wurzelspitze
bukkal - Richtung Backe oder Lippen
distal - Zum Ende des Zahnbogens hin; zum Kiefergelenk
inzisal - Richtung Schneidekante
labial - Lippenseitig
lingual - Richtung Zunge (nur Unterkieferzähne)
mesial - Zur Mitte des Zahnbogens hin
okklusal - Zur Kaufläche hin
palatinal - Richtung Gaumen (nur Oberkieferzähne)
zervikal - Richtung Zahnhals

Befunddokumentationen, auch im Heil- und Kostenplan (in Kleinbuchstaben)
● Füllung
ef Einlagefüllung
c kariöser Defekt
z zerstörter Zahn
f fehlender Zahn
)v( fehlender Zahn, Lücke verengt
)g( fehlender Zahn, Lücke geschlossen
e herausnehmbarer ersetzter Zahn
k vorhandene Krone
kw zu ersetzende Krone
b vorhandenes Brückenglied
i vorhandenes intaktes Implantat
ix zu ersetzendes Implantat pw erhaltungswürdiger Zahn mit teilweisen Substanzdefekten
t vorhandene Teleskopkrone
tw erneuerungsbedürftige Teleskopkrone
r Wurzelstiftkappe
rw erneuerungsbedürftige Wurzelstiftkappe
sw erneuerungsbedürftige Suprakonstruktion (auf einem Implantat befestigter Zahnersatz)
ur unzureichende Retention  (unvollständige oder fehlende Zahnentwicklung)
w erkrankt, aber erhaltungswürdiger Zahn
ww erhaltungswürdiger Zahn mit weitgehender Zerstörung
x nicht erhaltungswürdiger Zahn
Planungsdokumentation im Heil- und Kostenplan (in Großbuchstaben)
A
  Adhesivbrücke (Anker, Spanne)
B
  Brückenglied
E
  zu ersetzender Zahn
H  kompliziert gegossene Halte- oder Stützvorrichtung
M  Metallverblendung
O  Verbindungsvorrichtung (Geschiebe, Steg)
PK Teilkrone
R Wurzelstiftkappe
S  Stift-Stumpf-Aufbau (SSA)
T  Teleskopkrone
V  Kunststoffverblendung
Verblockung, Steg
Andere
HKP  Heil- und Kostenplan
NEM (Verwendung von Nicht-Edelmetall-Legierungen anstatt Gold, Platin oder Vollkeramik. Stattdessen werden Titan (besonders niedriges Allergiepotential!) oder CoCr-Legierungen (Cobalt-Chrome) verwendet
B Befund (Für jeden Zahn wird eine Diagnose erstellt und mit einer Behandlungsempfehlung versehen)
R Regelversorgung (eine medizinisch ausreichende Versorgung, entspricht den Leistungen der ges. KK)
TP Therapieplanung (hier stehen zusätzliche Leistungen zur Regelversorgung)
BEMA Einheitlicher Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (Abrechnung erfolgt über die gesetzliche KK)
GOZ
Gebührenordnung für Zahnärzte (Abrechnung erfolgt privatärztlich, also ohne KK-Zuschuss)
KFO Kieferorthopädie
VMK Verbund-Metall-Keramik-Krone



Übrigens
so wie der im Laufe der Evolution funktionslos gewordene Wurmfortsatz des Blinddarms (Appendix vermiformis) im rechten Unterbauch, sind es im Mund die hintersten (dritten) Backenzähne (Weißheitszähne oder Molaren). Diese wurden von unseren Vorfahren noch zum Zermahlen harter Nahrung benötigt - heute sind sie eher lästig und überflüssig und machen, auch wenn sie nicht durchbrechen, oft schmerzhafte Schwierigkeiten.

…und dann sind da noch die Augenzähne ^^^^^^ ^^^^^^^^^^
Augenzähne sind die Eckzähne des Oberkiefers und heißen deshalb so, weil Kleinkinder gelegentlich eine Bindehautentzündung bekommen, wenn die Eckzähne durchbrechen.

 

Hinweis!  Im Rahmen der Zahnprophylaxe zahlen die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) für Kinder und Jugendliche vom 6. bis zum 18. Lebensjahr die Fissurenversiegelung der Mahlzähne 6 und 7, einige Krankenversicherungen übernehmen zusätzlich auch die Kosten für die Versiegelung der Backenzähne 4 und 5.