CODE - Knacker

Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen

RÖNTGENSTRAHLUNG  ☢

So wie es für Temperatur- oder Entfernungsbezeichnungen für jedermann verständliche Einheiten-Bezeichnungen gibt, existieren auch Einheiten für  ionisierende Strahlungen. An dieser Stelle wird die biologische Strahlenwirkung (Äquivalentdosis) auf den menschlichen Körper beschrieben - sie wird in der abgeleiteten SI-Einheit

Sievert (Sv) angegeben.

Bezeichnet wird die in einer bestimmten Zeit aufgenommene Dosis dividiert durch die Zeit:
Sv/Jahr oder mSv/Jahr (Millisievert pro Jahr).

Der menschliche Körper ist neben natürlichen Strahlenexpositionen auch künstlichen Strahlenexpositionen ausgesetzt, hier insbesondere die durch Röntgenuntersuchungen. Mit der nachfolgenden Aufzählung soll deutlich gemacht werden, wie eine Röntgenuntersuchung im Verhältnis zu anderen Strahlenexpositionen einzuordnen ist. Wenn ihr Arzt die Aussage macht, die vorzunehmende Untersuchung entspricht lediglich der Strahlenbelastung eines Urlaubsfluges von x Stunden, dann wissen sie immer noch nicht wie harmlos oder wie schädlich die Röntgenuntersuchung sein wird.

Warnung vor radioaktiven Stoffen oder ionisierenden Strahlen

Warnung vor
radioaktiven Stoffen
oder ionisierenden Strahlen
 

Ionisierende Strahlungsquelle Ø (Jahres-)dosis
1  Sv = 1.000  mSv = 1.000.000 µSv
Schwellendosis für die Auslösung von Erkrankungen keine
* Sekundentod (Ausfall des Zentralen Nervensystems)

>100 Sv einmalig

* Tödliche (letale) Dosis beim Menschen

>10 Sv einmalig

* Starke Strahlenbelastung beim Menschen (50 % der Erkrankten sterben infolge starker Schädigung innerhalb eines Monats)

>4 Sv einmalig

* Reaktorunfall Tschernobyl (Ukraine) 26.4.1986 um 01:23:49

<0,02 mSv

Forschung, Technik, Haushalt

<0,01 mSv/a

Kerntechnische Anlagen

<0,01 mSv/a

Atombomben-Fallout

<0,01 mSv/a

Kosmische Strahlung in Meereshöhe

0,3 mSv/a

Nahrungsaufnahme

0,3 mSv/a

Terristische Strahlung

0,4 mSv/a

* 2-Stundenflug in 12.000 m Höhe
Link Dosisberechnung bei Flugreisen HelmholtzZentrum

0,01 mSv

* 30 Flugstunden im Jahr (Urlaubsflüge)

0,15 mSv

* Flugpersonal (Grenzwert StrlSchV 20 mSv/a)

>5 mSv

Inhalation von Radon-Gas und seinen Zerfallprodukten

1,1 mSv/a

Beruflich strahlenexponierte Personen (Grenzwert StrlSchV 20 mSv/a)

1,5 mSv

Berufslebensdosis (Grenzwert StrlSchV)

400 mSv

Medizin für das Jahr 2001

1,9 mSv/a

Zahnaufnahme

0,01 mSv

* Kieferdarstellung mittels DVT (Digitaler Volumentomographie)

0,05 mSv

Knochendichtemessung

<0,01 - 3 mSv

Thorax-Aufnahme

0,02 - 0,08 mSv

Extremitäten (Arme, Beine)

<0,01 - 0,1 mS

Schädel-Aufnahme

0,03 - 0,1 mSv

Hüfte

0,07 - 0,4 mSv

Mammografie

0,2 - 0,6 mSv

Beckenübersicht

0,5 - 1,0 mSv

Lendenwirbelsäule

0,8 - 1,8 mSv

Bauchraum (Abdomen)

0,6 - 1,1 mSv

Magen

6 - 12 mSv

Darm

10 - 18 mSv

Galle

1 - 8 mSv

Harntrakt

2 - 5 mSv

Bein-Becken-Phlegografie

0,5 - 2 mSv

Arteriografie und Interventionen

10 - 30 mSv

CT Kopf

2 - 4 mSv

CT Wirbelsäule

2 - 11 mSv

CT Brustkorb (Thorax)

6 - 10 mSv

CT Bauchraum (Abdomen)

10 - 25 mSv

* Szintigrafie Schilddrüse

0,7 mSv

natürliche Strahlenbelastung (D)

2,1 mSv/a

natürliche und künstliche Strahlenbelastung (D)

4,1 mSv/a

* Belastung durch den Rauch von 20 Zigaretten/täglich

8,8 mSv/a

Feuerwehr-Einsatz zum Schutz von Sachwerten (FwDV 500 08/2004)

15 mSv/Einsatz

Feuerwehr-Einsatz zur Abwehr von Gefahren für Menschen und zur Verhinderung einer wesentlichen Schadenausweitung
(FwDV 500 08/2004)

100 mSv/Einsatz
 und Kalenderjahr

Feuerwehr-Einsatz zur Rettung von Menschenleben
(FwDV 500 08/2004)

250 mSv/Einsatz
 und Menschenleben

Bei einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie, US) oder
Magnetresonanztomografie, auch Kernspintomografie (MRT)

keine Strahlen-
belastung

Quelle: (ohne *) Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) Strahlenthemen 2008

 

Aus den jetzt gewonnenen Erkenntnissen kann geschlossen werden, dass die Angst vor einer zusätzlichen Strahlenbelastung durch Röntgen-Untersuchungen im Rahmen eines medizinisch notwendigen Diagnoseverfahrens unbegründet ist, wenngleich das allgemeine Strahlenrisiko besteht.

 

X-ray

 

Wie die Beispiele zeigen, ist eine Thoraxaufnahme mit 0,03 mSv deutlich niedriger als die natürliche Strahlenbelastung von 2,1 mSv im Jahr und bedeutet daher ein kaum erhöhtes Risiko für die Bildung von Karzinomen (Krebsgeschwülste) oder Leukämie (Krebs blutbildender Organe).

Anders sieht es allerdings bei einer auf Röntgenstrahlen basierten Computertomographie (CT) aus. Bei dieser Untersuchungsmethode wird bereits mit nur einer Untersuchung die natürliche Strahlenbelastung erreicht oder sogar um ein Vielfaches überschritten. Gegenüber einer Thorax-Aufnahme ist die Strahlenbelastung 100 bis 1.000-mal höher.

Da keine ungefährliche Schwellendosis für die Auslösung von Krebserkrankungen oder genetischen Schäden festgesetzt wurde, wird davon ausgegangen, dass auch die natürliche Strahlung entsprechende zusätzliche Erkrankungen hervorruft.

 

Zum Schutz vor unnötigen Strahlenbelastungen, sprich Röntgenaufnahmen, wird in § 4, Abs. 2 der Strahlenschutzverordnung eine Rechtfertigung für jede Strahlenbelastung verlangt:

"Medizinische Strahlenexpositionen im Rahmen der Heilkunde, Zahnheilkunde oder der medizinischen Forschung müssen einen hinreichenden Nutzen erbringen, wobei ihr Gesamtpotenzial an diagnostischem oder therapeutischem Nutzen, einschließlich des unmittelbaren gesundheitlichen Nutzens für den Einzelnen und des Nutzens für die Gesellschaft, abzuwägen ist gegenüber der von der Strahlenexposition möglicherweise verursachten Schädigung des Einzelnen."

 

Briefmarke zum Gedenken an Röntgen
Briefmarke zum Gedenken an Wilhelm-Conrad-Röntgen

X = X-ray (englische Bezeichnung für Röntgenstrahlung)

 

Bei einer Röntgenuntersuchung ist der untersuchten oder behandelten Person ein Röntgenpass anzubieten, der Eintragungen über den Zeitpunkt der Untersuchung, die untersuchte Körperregion, die Art der Untersuchung und den untersuchenden Arzt enthält. Ist der Patient bereits in Besitz eines freiwillig geführten Röntgenpasses, so sind vom untersuchenden Arzt die entsprechenden Eintragungen dort vorzunehmen.

Quelle: § 28 Abs. 2 Röntgenverordnung - RöV