SCHIEDSRICHTERZEICHEN - LINIENRICHTERZEICHEN
BEIM FUSSBALL
Warum ist das Tor 7,32 m breit? In England, dem Mutterland des Fußballs, ist
es 8 yards breit und das sind umgerechnet 7,32 m. Die Höhe von 2,44 m entspricht der
Umrechnung von 8 feet.
Ähnlich verhält es sich mit dem
Elfmeter, der genau genommen nur 10,9728 m von der Torlinie entfernt ist - das
sind 12 yards.
Auf den Abdruck der umfangreichen Fußballregeln wird hier verzichtet. Lediglich die Regel 11 - Abseits wird wegen der oft unklaren Definition hier wiedergegeben.
Abseitsposition
Die Abseitsstellung eines Spielers stellt an sich noch kein Vergehen dar.
Ein Spieler befindet sich in einer Abseitsstellung,
● wenn er der gegnerischen Torlinie näher ist als der Ball und der vorletzte
Gegenspieler.
Ein Spieler befindet sich nicht in einer Abseitsstellung,
● in seiner eigenen Spielfeldhälfte oder
● auf gleicher Höhe mit dem vorletzten Gegenspieler oder
● auf gleicher Höhe mit den beiden letzten Gegenspielern.
Vergehen
Ein Spieler wird nur dann für seine Abseitsstellung bestraft, wenn er nach Ansicht des Schiedsrichters zum Zeitpunkt, zu dem der Ball von einem Mitspieler berührt oder gespielt wird, aktiv am Spiel teilnimmt, indem er:
● ins Spiel eingreift,
● einen Gegner beeinflusst,
● aus seiner Position einen Vorteil zieht.
Kein Vergehen
Kein Abseits liegt vor, wenn ein Spieler den Ball direkt erhält nach
● einem Abstoß,
● einem Einwurf,
● einem Eckstoß.
Vergehen/Sanktionen
Entscheidet der Schiedsrichter auf Abseits, spricht er dem gegnerischen Team einen indirekten Freistoß an der Stelle zu, an der sich das Vergehen ereignete (siehe Regel 13 – Ort der Freistoßausführung).
Auslegung der Spielregeln und Richtlinien der FIFA für Schiedsrichter
Definitionen
Bei der Anwendung von Regel 11 – Abseits gelten folgende Definitionen:
„Der gegnerischen Torlinie näher“ heißt, dass der Spieler mit dem Kopf, dem Rumpf oder den Füßen der gegnerischen Torlinie näher ist als der Ball und der vorletzte Gegenspieler. Nicht maßgebend sind die Arme. „Ins Spiel eingreifen“ heißt, dass der Spieler einen Ball berührt oder spielt, der zuletzt von einem Mitspieler berührt oder gespielt wurde.
„Einen Gegner beeinflussen“ heißt, dass der Spieler einen Gegenspieler daran hindert, den Ball zu spielen oder spielen zu können, indem er eindeutig die Sicht des Gegners versperrt oder Bewegungen oder Gesten macht, die den Gegner nach Ansicht des Schiedsrichters behindern, täuschen oder ablenken.
„Aus seiner Position einen Vorteil ziehen“ heißt, dass der Spieler aus einer Abseitsstellung einen Vorteil erlangt, indem er den Ball spielt, der vom Pfosten oder der Querlatte oder von einem gegnerischen Spieler zu ihm springt.
Vergehen
Entscheidet der Schiedsrichter auf Abseits, wird die Partie mit einem indirekten Freistoß für das gegnerische Team an der Stelle fortgesetzt, an der sich der Spieler zum Zeitpunkt des letzten Zuspiels seines Mitspielers befand.
Jeder verteidigende Spieler, der aus irgendeinem Grund ohne die Erlaubnis des Schiedsrichters das Spielfeld verlässt, befindet sich bis zur nächsten Spielunterbrechung mit Blick auf ein Abseits auf der eigenen Tor- oder Seitenlinie. Verlässt der Spieler absichtlich das Spielfeld, wird er bei der nächsten Spielunterbrechung verwarnt.
Verlässt ein Spieler, der sich im Abseits befindet, bewusst das Spielfeld, um dem Schiedsrichter zu signalisieren, dass er nicht aktiv ins Spiel eingreift, gilt dies nicht als Vergehen. Ist der Schiedsrichter jedoch der Ansicht, dass der Spieler das Feld aus taktischen Gründen verlassen und durch die Rückkehr auf das Spielfeld unfair einen Vorteil erlangt hat, verwarnt er den Spieler wegen unsportlichen Betragens. Der Spieler muss beim Schiedsrichter die Erlaubnis zum Wiederbetreten des Spielfelds einholen.
Steht ein angreifender Spieler bei einem Treffer unbeteiligt zwischen den Torpfosten im Tor, zählt der Treffer. Stört der angreifende Spieler jedoch einen Gegner, gilt der Treffer nicht. Der fehlbare Spieler wird wegen unsportlichen Betragens verwarnt und die Partie mit einem Schiedsrichter-Ball an der Stelle fortgesetzt, an der sich der Ball zum Zeitpunkt der Unterbrechung befand. Wurde das Spiel innerhalb des Torraums unterbrochen, erfolgt der Schiedsrichter-Ball auf der Torraumlinie parallel zur Torlinie so nahe wie möglich bei der Stelle, an der sich der Ball zum Zeitpunkt der Unterbrechung befand.
Zusätzliche Erläuterungen des DFB
1. Wenn ein Ball offensichtlich zu einem Spieler gespielt wird, der sich in einer Abseitsposition befindet, und auch nur dieser Spieler den Ball bekommen kann, so hebt der Assistent in dem Augenblick die Fahne, wo er dies erkennt, bzw. der Schiedsrichter pfeift auch dann schon Abseits.
Besteht jedoch ein Zweifel, ob der Ball wirklich zu dem abseits stehenden Spieler gelangt, oder wenn zwei Spieler nach dem Ball laufen, von denen einer abseits stand und der andere nicht, so muss mit der Abseitsentscheidung so lange gewartet werden, bis klar erkennbar ist, welcher Spieler ins Spiel eingreift.
2. Der Schiedsrichter-Assistent zeigt nur strafbares Abseits an.
Quelle: DFB (Deutscher Fußballbund) Fußball-Regeln 2012/2013
