TRINKWASSSER (H2O)
Diese wohl bedeutendste chemische Formel H2O kennzeichnet einen Urstoff auf unserer Erde, dessen Bedeutung der Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry in seinem Roman "Wind, Sand und Sterne" hinsichtlich der Lebensnotwendigkeit von Menschen, Tieren und Pflanzen äußerst treffend mit diesen denkwürdigen Worten beschreibt:
Wasser
Wasser, du hast weder Geschmack noch Farbe,
noch Aroma. Man kann dich nicht beschreiben.
Man schmeckt dich, ohne dich zu kennen. Es ist
nicht so, dass man dich zum Leben braucht: du
selber bist das Leben! Du durchdringst uns als
Labsal, dessen Köstlichkeit keiner unserer Sinne
auszudrücken fähig ist. Durch dich kehren uns alle
Kräfte zurück, die wir schon verloren gaben. Dank
deiner Segnung fließen in uns wieder alle bereits
versiegten Quellen der Seele. Du bist der köstlichste
Besitz dieser Erde. Du bist auch der empfindsamste,
der rein dem Leib der Erde entquillt. Vor einer
Quelle magnesiumhaltigen Wassers kann man ver-
dursten. An einem Salzsee kann man verschmach-
ten. Und trotz zweier Liter Tauwasser kann man
zugrunde gehen, wenn sie bestimmte Salze ent-
halten.
Du nimmst nicht jede Mischung an, duldest nicht
jede Veränderung. Du bist eine leicht gekränkte
Gottheit!
Aber du schenkst uns ein unbeschreiblich einfaches
und großes Glück.“
(Quelle: Wind, Sand und Sterne, Antoine de Saint-Exupéry, Karl Rauch Verlag KG Düsseldorf)
Die hohe Bedeutung dieses lebensnotwendigen Gutes wird jährlich am 22. März, dem "Internationalen Tag des Wassers" besonders gewürdigt und daran erinnert, dass der Vorrat an genießbarem Trinkwasser auf unserem Erdball nicht überall selbstverständlich zum Verbrauch zur Verfügung steht.
Auch der Gesetzgeber ist sich der Bedeutung des wohl kostbarsten Gutes unserer Welt bewusst und hat daher zur Gesunderhaltung des Volkes eine Trinkwasserverordnung erlassen, in der genau festgelegt ist, welche Eigenschaften unbedingt vorliegen müssen und wie hoch der Gehalt an chemischen Stoffen höchstens sein darf.
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Die Trinkwasserverordnung (TVO) für
Deutschland sieht in der geltenden (Eine Grenzwertüberschreitung ist unter genau definierten Voraussetzungen bei einigen chemischen Stoffen möglich) |
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Chemische Stoffe |
Grenzwerte TVO |
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Acrylamid (CH2CHCONH2) |
0,0001 mg/l (ppm) |
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Aluminium (Al) |
0,2 mg/l (ppm) |
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Ammonium (NH4) |
0,5 mg/l (ppm) |
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Antimon (Sb) |
0,005 mg/l (ppm) |
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Arsen (As) |
0,01 mg/l (ppm) |
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Benzol |
0,001 mg/l (ppm) |
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Benzo-(a)-pyren |
0,00001 mg/l (ppm) |
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Blei (Pb) |
0,01 mg/l (ppm) |
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Bor (B) |
1 mg/l (ppm) |
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Bromat (Br) |
0,01 mg/l (ppm) |
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Cadmium (Cd) |
0,003 mg/l (ppm) |
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Chlorid (Cl) |
250 mg/l (ppm) |
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Chrom (Cr) |
0,05 mg/l (ppm) |
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Cyanid (CN) |
0,05 mg/l (ppm) |
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Eisen (Fe) |
0,2 mg/l (ppm) |
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Epichlorhydrin |
0,0001 mg/l (ppm) |
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Fluorid (F) |
1,5 mg/l (ppm) |
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Kupfer (Cu) |
2 mg/l (ppm) |
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Mangan (Mn) |
0,05 mg/l (ppm) |
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Natrium (Na) |
200 mg/l (ppm) |
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Nickel (Ni) |
0,02 mg/l (ppm) |
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Nitrat (NO3) |
50 mg/l (ppm) |
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Nitrit (NO2) |
0,5 mg/l (ppm) |
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Quecksilber (Hg) |
0,001 mg/l (ppm) |
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Selen (Se) |
0,01 mg/l (ppm) |
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Sulfat (SO4) |
250 mg/l (ppm) |
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Uran (U) |
0,01 mg/l (ppm) |
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Tetrachlorethen und Trichlorethen |
0,01 mg/l (ppm) |
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Trihalogenmethane |
0,05 mg/l (ppm) |
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Vinylchlorid (CH2=CHCl) |
0,0005 mg/l (ppm) |
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1,2-Dichlorethan (ClCH2CH2Cl) |
0,003 mg/l (ppm) |
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Polycyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (C) |
0,0001 mg/l (ppm) |
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Pflanzenschutzmittel und Biozidprodukte |
0,0001 mg/l (ppm) einzelne Substanz |
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Zusätzlich sieht die TVO noch eine Überwachung beziehungsweise Untersuchung hinsichtlich Geruch, Geschmack, Trübung sowie das Vorhandensein coliformer Bakterien und einige andere Parameter vor. |
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Besonders die im Trinkwasser vorhandenen Nitrate bedürfen einer näheren Erläuterung.
Es gilt als gesichert, dass hauptsächlich durch Überdüngung der Böden die überschüssigen Düngemittel ins Trinkwasser gelangen und innerhalb des Wasserkreislaufes vom Menschen sodann direkt oder indirekt über das verzehrte Gemüse aufgenommen werden. Die Nitrate wandeln sich im menschlichen Körper zu gesundheitsgefährdenden Nitriten und Nitrosaminen um; die Folgen sind insbesondere Krebsauslösung und Blausucht bei Säuglingen (bläuliche Verfärbung der Haut und Schleimhäute).
Eine weitere Herabsetzung des Nitrat-Grenzwertes von 50 mg/l auf 10 mg/l wird von verschiedenen Organisationen und Interessenverbänden bereits gefordert.
Zur Verdeutlichung
1
mg
(Milligramm = 1/1.000 Gramm).
1 ppm (parts per million = Teile pro Million) bedeutet, dass 1 Million Teile Wasser 1 Teil des chemischen Stoffes enthält.
Die Wassertemperatur wird im Temperaturbereich 7 bis 12 °C als angenehm und erfrischend empfunden. Bei Temperaturen über 15 °C schmeckt Wasser häufig schal und fade. Sehr kaltes Wasser unter 6 °C wird als unangenehm empfunden und kann sogar Magen-Darm-Störungen bewirken.
Siehe hierzu auch unter den Stichwörtern >>> HÄRTEGRADE DES WASSERS und >>> MINERALWASSER
Vorsicht - Schwangere und Säuglinge!
Bis Anfang der Siebziger Jahre wurden in Deutschland vereinzelt noch Bleirohre für die Trinkwasserversorgung in den Häusern verlegt. Diese erkennen Sie zunächst an der silbergrauen Farbe. Klopf man mit einem Metallgegenstand auf das Rohr, so klingt es dumpf - ein verzinktes Rohr hat hingegen einen hellen metallischen Klang und die Bögen bestehen aus Winkelstücken. Ein weiteres Indiz ist die weiche Konsistenz von Bleirohren: Sie können die Oberfläche leicht einritzen oder abschaben.
Lassen Sie das über Nacht abgestandene Wasser (Stagnationswasser) zunächst reichlich (bis es kühl wird) in den Ausguss ablaufen ehe Sie es für Trinkzwecke verwenden. Ein baldiger Austausch der Rohre wird dringend empfohlen.
Dieser Tipp sollte auch bei vorhandenen Kupferleitungen befolgt werden. Ansonsten gilt: Immer die Menge einer Tasse voll Wasser vor der Nutzung ablaufen lassen.