VERBRENNUNGSGRADE DER HAUT

Hautverbrennungen werden verursacht durch übermäßige Sonnenbestrahlung, Wasser- und Dampfverbrühung, Flammenkontakt, Stromkabelkontakt, atomare Strahlung, Reibung und andere Hitzeeinwirkungen.
Es werden 4 Verbrennungsgrade unterschieden:

1. Grad

Hautrötung und Hautschwellung. Berührungsempfindlich.

2. Grad

Hautrötung und Blasenbildung kleiner Hautflächen, feuchter Wundgrund.

3. Grad

Verschorfung (Gewebstod) größerer Hautflächen.
Abheilung mit bleibenden Narben. Unkontrollierte Vermehrung entarteter Zellen können zu Hautkrebs führen.

4. Grad

Verkohlung größerer Hautbezirke durch direkte Hitzeeinwirkung.

Ab dem 2. Grad sollte generell ein Arzt aufgesucht werden. Bilden sich Brandblasen, so dürfen diese keinesfalls aufgestochen werden.
Als Erstversorgung ist eine sofortige Kühlung unter fließendem Leitungswasser (kein eiskaltes Wasser - ideale Temperatur 15 °C - 30 °C) für mindestens 10 bis 15 Minuten unbedingt notwendig, nur so werden  tiefer liegende Hautschädigungen vermieden. Steht kein fließendes Wasser zur Verfügung, so tun es zur Not auch Getränke wie Mineralwasser, Limos oder ähnliche Flüssigkeiten. Keinesfalls dürfen die gut gemeinten Ratschläge Mehl oder Puder in die Brandwunde zu streuen, befolgt werden. Bei Verbrühungen müssen die Kleidungsstücke sofort entfernt werden - bei Kleiderbrand hingegen dürfen die an der Haut klebenden Kleidungsstücke jedoch nicht ab- oder heruntergerissen werden.

Vorstehende Empfehlung gilt für Hautverbrennungen bis zu 10 % der Hautfläche. Bei größeren Flächen besteht die Gefahr der Unterkühlung.

Zum überschlägigen Abschätzen des Ausmaßes einer Verbrennung wird die Neunerregel angewandt.

Armverbrennung

Beinverbrennung

Rumpfverbrennung

Kopfverbrennung

Anal-Genital-Bereich

  9 % der Hautoberfläche.

18 % der Hautoberfläche. (2 × 9 %)

36 % der Hautoberfläche. (4 × 9 %)

  9 % der Hautoberfläche

  1 % der Hautoberfläche.

Neunerregel

Sind nach den Verbrennungsgraden 2. + 3. mehr als 20 % der Haut verbrannt, so besteht Lebensgefahr - bei mehr als 50 % tritt der Tod ein.

 

 

Riesenbärenklau - Herkulesstaude

 

Hinweis! Stichwort Riesenbärenklau oder Herkulesstaude.

Diese bis zu 3,50 m hohe Staude hat es in sich. Ein Hautkontakt mit Blättern oder Stängel kann schmerzhafte Verbrennungen 2. oder 3. Grades hervorrufen. Unter Einfluss von Sonnenlicht ruft der Saft phototoxische Reaktionen hervor was eine Verstärkung der Giftwirkung bewirkt und die betroffenen Hautpartien heilen nur schwer ab und hinterlassen oft bleibende Narben und Pigmentveränderungen (braune Flecken).

Bei der Bekämpfung der aus dem Kaukasus eingeschleppten Staude (Neophyt) wird dringend geeignete Schutzkleidung empfohlen.

 

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