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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen

ASTHMA - SCHWEREGRADE

Um es Ärzten zu ermöglichen, für Patienten mit Asthma bronchiale (chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege, begleitet durch anfallsartig auftretende Atembeschwerden) eine geeignete Therapie festzulegen, wird für den betroffenen Patienten zunächst die Schwere seiner Erkrankung aufgrund der vorliegenden Symptome abgeschätzt und in eine der vier Schweregrade eingestuft.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Einstufungskriterien vor Therapiebeginn, die an die Nationale VersorgungsLeitlinien Asthma, Version Stand August 2013, angelehnt sind.

Typische Krankheitssymptome bei Asthma bronchiale.
○ Atemnot, die typischerweise anfallsartig nachts oder frühmorgens auftritt
○ Kurzatmigkeit
○ Pfeifende oder brummende Geräusche beim Ausatmen (Giemen)
○ Trockener Husten
○ Glasig-zäher Auswurf
○ Brustengegefühl

 

Klassifikation Asthma-Schweregrade bei der Erstbeurteilung (Erwachsene)
(Das Vorliegen eines der Symptome reicht aus, um einen Patienten in die entsprechende Kategorie einzuordnen)
Schweregrad Symptome Lungenfunktionen
PEF   (Peak Expiratory Flow)
FEV1 (Forced Expiratory Volume in 1 second)
I
immer wiederkehrend
(intermittierend)
Beschwerden am Tage:
< 1 × pro Woche
kurze Exazerbationen (von einigen Stunden bis zu einigen Tagen).
Beschwerden nachts:
≤ 2 × pro Monat
FEV1 ≥ 80 % des Sollwertes.
PEF   ≥ 80% vom persönlichen Bestwert (PBW).
PEF-Schwankungen < 20%.
II
geringgradig persistierend
(= andauernd)
Beschwerden am Tage < 1x/Tag:
1 × pro Woche
Beschwerden nachts:
> 2 × pro Monat

Beschwerden schränken die körperliche Aktivität und den Schlaf ein.

FEV1 ≥ 80 % des Sollwertes.
PEF   ≥ 80% vom PBW.
PEF-Schwankungen 20-30 %.
III

mittelgradig persistierend

Beschwerden am Tage:
täglich
Beschwerden nachts:
> 1 × pro Woche

Die Beschwerden beeinträchtigen die körperliche Aktivität und den Schlaf und bedürfen der täglichen Inhalation von Pulver/Spray zur Erweiterung der Atemwege.

FEV1 60 % - < 80 % des Sollwertes.
PEF  60 %-80 % vom PBW.
PEF-Schwankungen > 30 %.
IV
schwergradig persistierend
Beschwerden am Tage:
ständig
Beschwerden nachts:
häufig

Die Beschwerden schränken die körperliche Aktivität ein.

FEV1 ≤ 60 % des Sollwertes.

oder

PEF  ≤ 60 % des PBW.
PEF-Schwankungen > 30 %.
InhalatorInhalator

 

Klassifikation Asthma-Schweregrade bei der Erstbeurteilung (Kinder und Jugendliche)
(Das Vorliegen eines der Symptome reicht aus, um einen Patienten in die entsprechende Kategorie einzuordnen)
Schweregrad Symptome Lungenfunktionen
PEF   (Peak Expiratory Flow)
FEV1 (Forced Expiratory Volume in 1 second)
MEF (Maximaler exspiratorischer Fluss bei x % der inspiratorische Vitalkapazität)
I
immer wiederkehrend
(intermittierend)

 

(intermittierende, rezidivierende, bronchiale Obstruktion)

Intermittierender Husten,
leichte Atemnot,
symptomfreies Intervall:
> 2 Monate
Nur intermittierend obstruktiv.
Lungenfunktion oft noch normal:
FEV1 > 80 % des Sollwertes.
MEF 25-75 bzw. MEF 50 > 65 %.
PEF-Tagesschwankungen < 20 %.

Lungenfunktion im Intervall ohne krankhaften Befund.
II
geringgradig persistierend (= andauernd)

 

(episodisch symptomatisches Asthma)

Zeitspannen zwischen Episoden:
< 2 Monate
Nur episodisch obstruktiv,
Lungenfunktion dann pathologisch:
FEV1 < 80 % des Sollwertes.
und/oder
MEF25-75 bzw. MEF50 < 65 %.
PEF-Tagesschwankungen 20-30 %.

Lungenfunktion im Intervall meist noch
ohne krankhaften Befund:
FEV1 > 80 % des Sollwertes.

und/oder

MEF25-75 bzw. MEF50 > 65 %.
PEF-Tagesvariabilität < 20 %.
III
mittelgradig persistierend
Beschwerden an mehreren Tagen/Woche,
auch nachts.
Auch im Intervall obstruktiv.
FEV1 < 60 % des Sollwertes.

und/oder

MEF25-75 bzw.  MEF50  < 65 %. 
PEF-Tagesschwankungen > 30 %.
IV
schwergradig persistierend
Beschwerden am Tage:
ständig
Beschwerden nachts:
häufig
FEV1 < 60 % des Sollwertes.

oder

PEF  < 60 % des persönlichen Bestwertes (PBW).
PEF-Tagesschwankungen > 30 %.
* Mit einem für Asthmatiker unentbehrlichen Peak-Flow-Meter (engl.: Spitzenfluss-Messgerät) wird das Ausatmungsvolumen abhängig von Geschlecht, Alter und Körpergröße selbst gemessen und sagt aus, wie verengt die Luftwege sind. Dieses mechanisch oder elektronisch arbeitende Messgerät zeigt den Peak-Flow-Wert in Liter/min sowie in Prozent des persönlichen Bestwertes (PBW) an und dient nicht nur der Diagnose, sondern auch zur Therapiebegleitung. Die Eintragungen in ein Asthma-Tagebuch geben dem behandelnden Arzt weitere Hinweise wie eine drohende Verschlechterung des Krankheitsbildes und helfen die bestehende Therapie gegebenenfalls anzupassen.

 

FEV1 (engl.: Forced Expiratory Volume in 1 second), zu Deutsch: Einsekundenkapazität.

In der Arztpraxis wird mit einem Spirometer zuverlässig das Ein- und Ausatmungsvolumen der Lunge gemessen. Dabei wird nach maximaler Einatmung die Luft schlagartig ausgeatmet. Das innerhalb der ersten Sekunde ausgeatmete Luftvolumen spiegelt den Einsekundenkapazitätswert wider und wird als FEV1 bezeichnet.

Im Ampelsystem der Deutschen Atemwegsliga e.V. bedeuten die Peak-Flow-Messwerte:

 

  ● Unter 50 % des Bestwertes:        Akute Gefahr, Ein Asthmaanfall steht bevor. Notfallmedikamente einnehmen.

  ● 50% bis 80 % des Bestwertes:    Achtung, die Lungenfunktion verschlechtert sich. Ggf. Arzttermin vereinbaren.

  ● 80 % bis 100 % des Bestwertes: Lungenfunktion stabil. Das Asthma ist gut eingestellt.

"Alle Hinweise auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Information und nicht der Selbstdiagnose, geben keine Therapieempfehlungen und ersetzen keinen Arztbesuch!"