CODE - Knacker

Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen

MUTTERPASS

Embryo 5. Woche 0,2 cm
5. Woche
SSL 0,2 cm
Embryo 6. Woch 0,5 cm
6. Woche
SSL 0,5 cm
Embryo 7. Woche 1,0 cm
7. Woche
SSL 1,0 cm
Embryo 8. Woche 1,7 cm
8. Woche
SSL 1,7 cm
Embryo 9. Woche 2,3 cm
9. Woche
SSL 2,3 cm

Ø Größenentwicklung des Embryos (Größenverhältnisse können aufgrund unterschiedlicher Bildschirmauflösungen nicht maßstabgetreu sein)


Fötus 10. Woche 3,2 cm
10. Woche
SSL 3,2 cm
Fötus 11. Woche 4,3 cm
11. Woche
SSL 4,3 cm
Fötus 12. Woche 5,5 cm
12. Woche
SSL 5,5 cm
Fötus 13. Woche 6,9 cm
13. Woche
SSL 6,9 cm
Fötus 14. Woche 8,2 cm
14. Woche
SSL 8,2 cm
Fötus 15. Woche 10,1 cm
15. Woche
SSL 10,1 cm

Ø Größenentwicklung des Fötus (Größenverhältnisse können aufgrund unterschiedlicher Bildschirmauflösungen nicht maßstabgetreu sein)


Jede Schwangere bekommt nach der ersten Vorsorgeuntersuchung von ihrem Gynäkologen einen Mutterpass ausgehändigt. In diesen Pass werden alle im Verlauf der Schwangerschaft und der Geburt erhobenen Daten und festgestellten Untersuchungsergebnisse eingetragen. Obwohl dieser Pass grundsätzlich für fachmedizinisches Personal gedacht ist, werden anschließend Seite für Seite die Begriffe erläutert damit auch Sie wissen, was die medizinischen Begriffe und Fachabkürzungen bedeuten. Vom medizinischen Fachpersonal werden festgestellte Befunde wie folgt angegeben:

 

Negativer Befund: neg. ; - ; Ø

Positiver Befund: pos. ; +

o.B.: ohne (krankhaften) Befund

 

Logo Mutterpass
Das stilisierte Bild auf der Heftvorderseite zeigt
Mutter (Kopf großer Kreis) und Kind (Kopf kleiner Kreis)
in einem Yin und Yang-Symbol

 

Link Häufigkeit von Zwillings- und Mehrlingsgeburten nach der Hellin-Regel

 

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Laboruntersuchungen und Rötelnschutz

Neben der Blutgruppenbestimmung und dem Ergebnis des Rhesus-Antikörpersuchtests (AK-Suchtest) wird auch das Ergebnis des Röteln-Antikörper-Suchtests eingetragen.

Bei einer Rhesusunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind kann es unter Umständen zu Komplikationen kommen. Gegebenenfalls wird ein Anti-D-Serum verabreicht, dass dafür sorgt, dass im Blut der Mutter keine Antikörper gebildet werden.

Ob ein ausreichender Schutz gegen Röteln besteht, wird mit dem Röteln-HAH-Test (HAH = Hämagglutinationshemmung) bestimmt. Mütter die als Kind bereits Röteln hatten oder dagegen geimpft wurden, genießen einen lebenslangen Schutz. Bereits bei einer geplanten Schwangerschaft sollte die Röteln-Immunität überprüft werden, um mögliche Schäden des Babys während der Schwangerschaft (Herzfehler, Blind- oder Taubheit, geistige Defekte) zu vermeiden. Liegt bei der Mutter der Titer (Titer = Gehalt an Antikörpern gegen Röteln) bei 1:16 oder höher, so sind genügend Antikörper im Blut vorhanden und es ist ein ausreichender Schutz vorhanden. Liegt der Titer darunter (< 1:8), kann ein Kontakt mit Röteln verhängnisvolle Folgen für das Baby haben.

Röteln-Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (Stand 2015):
1. Impfung (Grundimmunisierung) 11. - 14. (12.) Monat
2. Impfung (Grundimmunisierung) 15. - 23. Monat
Nachimpfung bei fehlender Grundimmunisierung im 2. bis 17. Lebensjahr
Die Impfung erfolgt in Form einer Kombinationsimpfung mit MMR-Impfstoff (Masern-Mumps-Röteln).

 

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Nachweis von Chlamydia trachomatis-DNA aus einer Urinprobe

mittels Nukleinsäure-amplifizierendem Test (NAT)

Diese Infektion im Gebärmutterhals sollte während der Schwangerschaft unbedingt behandelt werden (Antibiotika). Unbehandelt kann eine Infektion beim Neugeborenen zu Augen- und Lungenentzündungen sowie Harnwegsentzündungen führen.

Antikörper-Suchtest-Kontrolle

Erneute Untersuchung auf Antikörper gegen Blutgruppen-Antigene.

Röteln-Antikörpertest-Kontrolle

Ergab der erste Röteln-Blutest einen unzureichenden Schutz gegenüber Rötelnviren, wird jetzt eine weitere Blutuntersuchung vorgenommen, um den Titerwert zu bestimmen, der eine Aussage über die Immunität gegenüber Rötelnviren ergibt.

LSR durchgeführt

Mit der Lues-Suchreaktion (LSR) wird ermittelt, ob Syphilis-Erreger im Körper der Schwangeren aktiv sind. Die Syphilis (Lues venera) ist eine relativ seltene Geschlechtskrankheit, die unbehandelt auf das Ungeborene übergehen kann.

Nachweis von HBs-Antigen aus dem Serum

HBs steht für Hepatitis B surface (engl.: Oberfläche). Bei einer vorhandenen Hepatitis B-Infektion handelt es sich um eine infektiöse Leberentzündung, die für Neugeborene lebensgefährlich ist. Ist der Test positiv, werden Neugeborene unmittelbar nach der Geburt geimpft.

Neben den vorgeschriebenen Tests, wird auch der nicht zur Kassenleistung gehörende Toxoplasmose-Test empfohlen.
Toxoplasmose ist eine weit verbreitete Parasiten-Erkrankung, die durch rohes Fleisch, besonders von Schwein und Schaf, und durch Katzenkot übertragen wird und deren Erreger auf das Ungeborene übergehen können und die Frucht schwer schädigen. Bei einer nachgewiesenen Infektion sollte daher mit einer umgehenden Behandlung begonnen werden.

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Angaben zu vorangegangenen Schwangerschaften

In diese Tabelle werden Informationen zu vorherigen Schwangerschaften eingetragen. Unter anderem wird vermerkt, ob die Frau einen Kaiserschnitt (S = Sectio), eine Abtreibung (Abruptio), eine Fehlgeburt (Abort) hatte und wie vorangegangene Geburten verliefen. Bei einer Bauchhöhlenschwangerschaft wird EU (Extrauterine Gravidität) vermerkt. Aus dem Verlauf früherer Schwangerschaften kann der Arzt auf mögliche Risiken schließen.

Von einer Spätabtreibung wird gesprochen, wenn diese nach der 22. SSW erfolgt.

Bei einem durchgeführten HIV-Antikörpertest wird zwar der Test  jedoch nicht das Ergebnis eingetragen. Da HIV (Humanes Immunschwäche-Virus) während der Schwangerschaft, bei der Geburt und durch Muttermilch auf das Kind übertragen werden kann, besteht bei rechtzeitigen medizinischen Maßnahmen eine sehr gute Aussicht auf Verhinderung einer Übertragung

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A. Anamnese und allgemeine Befunde/Erste Vorsorge-Untersuchung

Die Befunde der Erstuntersuchung (Anamnese) werden in einem 26 Punkte umfassenden Fragenkatalog erfasst und verschaffen einen Überblick über mögliche Risiken der werdenden Mutter. Bestehende Allergien, vorangegangene Fehl- oder Frühgeburten oder auch das Alter werden hier ärztlicherseits abgefragt.

Gravida bezeichnet die die Anzahl der Schwangerschaften (hierzu gehören auch Fehlgeburten) einschließlich der bestehenden.

Para gibt die Anzahl der erfolgten Geburten an.

Beispiel: Bei einer erstmaligen Schwangerschaft in der abgetrieben (Abruptio = Schwangerschaftsabbruch) wurde steht unter Gravida: 1 und unter Para: 0.

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B. Besondere Befunde im Schwangerschaftsverlauf

Dieser zweite Risiko-Katalog umfasst die Fragen 27 bis 52 und bezieht sich auf mögliche Probleme, die während des Schwangerschaftsverlaufs auftreten können.

Abusus bezeichnet den Missbrauch von Alkohol, Tabak, Medikamenten, Drogen oder anderen Genussmitteln.

Mit Hydramnion wird ausgesagt, dass deutlich mehr Fruchtwasser (FW) als normal vorhanden ist.

Oligohydramnie bezeichnet eine zu geringe Menge an Fruchtwasser.

Bei einer Amnioskopie (Fruchtwasserspiegelung) wird eine Hohlnadel unter Ultraschalkontrolle durch die Bauchdecke in die Gebärmutter geführt und für Untersuchungszwecke eine geringe Menge FW entnommen.

Mit Placenta praevia wird eine vorgelagerte, den Geburtsweg versperrende Plazenta vermerkt.

EPH-Gestrose ist eine schwangerschaftsspezifische Erkrankung. = Edema (Ödem, Wassereinlagerung im Gewebe); = Proteinurie (Eiweißausscheidung über 1 % im Urin);= Hypertonie (Blutdruck über 140/90).

FB+ = fetale Bewegung positiv oder KB+ = Kindsbewegung positiv
FB- = fetale Bewegung negativ oder KB- = Kindsbewegung negativ

Terminbestimmung

Der Arzt berechnet den voraussichtlichen Geburtstermin (ET = Errechneter Entbindungstermin: LR + 280 Tage) des Kindes. Dafür muss er das Datum des ersten Tages der letzten Regel (LR) bekannt sein. Ein kleinerer Teil, ohne Frühgeburten, kommt in den 10 Tagen davor zur Welt, die meisten werden in den 10 Tagen nach dem errechneten Termin geboren.

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Gravidogramm

Im Gravidogramm werden von Arzt oder Hebamme die Untersuchungsergebnisse des Schwangerschaftsverlaufs eingetragen und zeigen damit den Entwicklungsverlauf des Ungeborenen auf. Die Untersuchungen der Schwangeren sollten alle 4 Wochen und ab der 32. SSW alle 2 Wochen erfolgen.

Zweiter AK-Suchtest (24.-27. SSW)

Anti-D-Prophylaxe (28.-30. SSW)

sofern die Schwangere Rhesus-negativen (Rh-) ist.

Untersuchung auf Hepatitis B

(32.-40. SSW)

SSW ggf. Korr.

(Schwangerschaftswoche gegebenenfalls Korrigiert). Bei einer durchgeführte Ultraschall-Untersuchung kann die vermutete Dauer der Schwangerschaft korrigiert werden.

Fundusstand Symph.-Fundusabstand:

Hier wird der von außen ertastbare obere Gebärmutterrand angegeben. Als Maßeinheit für den Fundusstand wird die Anzahl der Querfinger (QF) angegeben.

Bezugspunkte können das Schambein (S), der Nabel (N) oder der Rippenbogen (Rb) sein.

Beispiele: N+2QFoder N+2 bedeutet 2 Querfinger über dem Nabel; N-2QF oder N-2 bedeutet 2 Querfinger unter dem Nabel.
Rb-3 beutet, dass das Kind 3 Querfinger unter dem Rippenbogen zu ertasten ist.
Beim Eintrag S+2 ist das Kind 2 Querfinger über dem Schambein zu ertasten.

Kindslage

Etwa innerhalb der letzten vier Wochen vor der Geburt dreht sich das Kind in die Geburtsposition. Optimal und am häufigsten ist die Lage mit dem Kopf nach unten.

SL (Schädellage; Kopf liegt unten)

BEL (Becken-Endlage oder Steißlage; Po des Kindes liegt unten)

QL (Querlage; Kind liegt quer im Bauch)

Mit "Positio" wird gegebenenfalls die Stellung des kindlichen Rückens aus Sicht der Schwangeren beschrieben.

I = Der Rücken liegt links.

II = Der Rücken liegt rechts.

Herztöne

Bei einer normalen Entwicklung beträgt die Herzfrequenz 120 bis 140 Schläge in der Minute.

+ = Herztöne wurden erfasst (möglich ab der 7. SSW).

US = Herztöne wurden per Ultraschall erfasst.

CTG = Cardiotocography (Kardiotokografie). Ein CTG, auch Herzton-Wehenschreiber genannt, zeichnet gleichzeitig die Herzschlagfrequenz des ungeborenen Kindes und die Wehentätigkeit der werdenden Mutter auf. Üblicherweise wird ein CTG ab der 30. SSW geschrieben.

Kindsbewegung

+ = Kindsbewegungen waren sichtbar bzw. unauffällig (ab etwa 17. SSW).

= Kindsbewegungen werden von der Mutter noch nicht gespürt.

Ödeme

Ödeme sind Wasseransammlungen (z. B. in den Beinen, den Händen/Fingern oder im Gesicht), die besonders zum Ende einer Schwangerschaft auftreten.

Bei wenig ausgeprägten Ödemen wird ein + vermerkt, bei mittelgradigen und ausgeprägten Ödemen 2 oder 3-Pluszeichen (++ oder +++).

Varikosis

Darunter werden Krampfadern (Varizen) in den Beinvenen verstanden.

Sind diese wenig ausgeprägt wird ein + vermerkt, bei mittelgradigen und ausgeprägten Krampfadern 2 oder 3-Pluszeichen (++ oder+++).

Fußgymnastik oder das Tragen von Stützstrümpfen kann den Blutstauungen entgegenwirken.

Gewicht

Eine Gewichtszunahme erfolgt in der Regel ab dem 4. Schwangerschaftsmonat. Hebamme oder Arzt werden die Gewichtsentwicklung beobachten und gegebenenfalls Ernährungsempfehlungen geben.

RR syst./ diast

Aus dem Blutdruck (RR nach Riva-Rocci) lässt sich schließen, wie gut der Kreislauf von Mutter und Kind funktioniert und damit eine ausreichenden Versorgung mit Nährstoffen gewährleistet ist. "Syst." bezeichnet den systolischen (oberen) Blutdruckwert, "diast." den diastolischen (unteren) Blutdruckwert.

Ein zu niedriger Blutdruck liegt bei RR 100/60 vor, ein hoher Blutdruck beginnt bei RR 140/90. Bei diesen Werten wird der Arzt den Blutdruck besonders beobachten und gegebenenfalls behandeln. 

Hb (Eryl)

 Hb (Eryl)  sind die Blutwertbezeichnungen für Hb= Hämoglobin, roter Blutfarbstoff und Ery = Erythrozyten, rote Blutkörperchen.

Bei einem Hämoglobin-Wert < 12 g/dl spricht man von einer Anämie (Blutarmut), die ggf. mit einem Eisenpräparat behandelt wird. Auch eine eisenhaltige Ernährungsweise kann einem Mangel entgegenwirken.

Sediment ggf. Bakteriolog. Bef. (Eiweiß/Zucker/Nitrit/Blut)

Hier werden die mittels eines Teststäbchens ermittelten Werte des Mittelstrahlurins auf Eiweiß, Zucker, Nitrit oder Blut eingetragen. Für den Arzt ergeben sich hier unter Umständen Hinweise auf Schwangerschaftsdiabetes oder Nieren-und Blasenentzündungen.

o.B. (ohne Befund). + (positiver Befund).

Vaginale Untersuchung (VU)

Hierbei ertastet der Arzt die Beschaffenheit von Muttermund (MM, portio) und Gebärmutterhals (Cx = Cervix uteri; Zervix). So kann rechtzeitig eine Frühgeburtsneigung erkannt werden, wenn z. B. der Muttermund weich wird und sich leicht öffnet.

Risiko-Nr. nach Katalog B

Hier erfolgt ggf. ein Eintrag, der bereits auf Seite 6 benannt und als besonderer Befund für eine mögliche Schwangerschaftskomplikationen sorgen könnte.

Sonstiges/Therapie/Maßnahmen

Hier werden verschriebene Medikamente oder Untersuchungen festgehalten, die zusätzlich durchgeführt wurden, zum Beispiel der Triple-Test in der 11. bis 14. SWW, um die Wahrscheinlichkeit für das Down-Syndrom zu ermitteln.

Bei einer nicht besonders präzisen NFM (Nackenfaltentransparenzmessung) wird per hochauflösendem Ultraschall die Dicke einer mit Flüssigkeit gefüllten Nackenfalte gemessen, die einen Rückschluss (normal sind 1,0 bis 2,5 mm ) auf das Down-Syndrom-Risiko herstellt.

Die Wahrscheinlichkeit, ein Kind mit Down-Syndrom (Mongoloismus) oder Trisomie 21 (das Chromosom Nr. 21 liegt dreifach vor) zu gebären, steigt mit zunehmendem Alter und liegt wissenschaftlichen Studien zufolge bei
20-Jährigen bei 1:1.550; 25-Jährigen bei 1:1.350; 30-Jährigen bei 1:900;
35-Jährigen bei 1:   300; 40-Jährigen bei 1:   100; 45-Jährigen bei 1:  30. 

Seite 9

Besonderheiten zu den Katalogen A. und B.

Hier wird beispielsweise eine für über 35-Jährige Mütter empfohlene und durchgeführte Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) eingetragen, um Chromosomenanomalien beim Ungeborenen zu erkennen.

Seit 2012 kann ab der 9. SSW auch ein Trisomie-Bluttest durchgeführt werden. Hierbei werden Fragmente des kindlichen Erbguts (DNA) im Blut der Mutter auf verschiedene Chromosomenabweichungen hin untersucht.

Stationäre Behandlung während der Schwangerschaft

Carrdiotokographische Befunde

Hier werden die CTG-Ergebnisse ( Herzton-Wehen-Schreiber) eingetragen.

CTGs werden üblicherweise ab der 28. SSW alle 2 Wochen und ab der 37. SSW jede Woche durchgeführt.

Die Abkürzung HT steht für Herztöne, der Begriff FHF für Fetale Herz-Frequenz (Herzschläge des Kindes).

 

 

Seite 10-12

Ultraschall-Untersuchungen

Mit Ultraschall (US = Ultraschall - Sonographie) kann der Arzt das Kind von Kopf bis Fuß untersuchen und prüfen, ob es sich normal entwickelt. Auf diese Weise können mögliche Fehlbildungen so rechtzeitig erkannt und teilweise schon im Mutterleib behandelt werden. Der Körper des Kindes wird bei diesen Untersuchungen gemessen und die entsprechenden Ergebnisse in den Mutterpass eingetragen.

I. Screening 8 + 0 bis 11 + 6 SSW

SSW (LR) = Schwangerschaftswoche bezogen auf letzte Regel

Aus der Größe des Embryos (nach der 10. Woche spricht man von einem Fötus ) errechnet der Arzt das Alter und den voraussichtlichen Geburtstermin des Kindes. Jetzt können auch Mehrlingsschwangerschaften erkannt werden.

II. Screening 18 + 0 bis 21 + 6 SSW

Jetzt sieht man, ob alle Organe gut angelegt sind und ob die Entwicklung des Kindes normal bzw. zeitgerecht verläuft. Außerdem wird die Position und Struktur der Plazenta in der Gebärmutter beurteilt.

VWP = Vorderwandplazenta (Plazenta liegt auf der Bauchseite)
HWP = Hinterwandplazenta (Plazenta hat sich bei der Wirbelsäule gelegt)

Um Fehlbildungen frühzeitig erkennen zu können, ist wahlweise ein "erweitertes Basis-Screening" durch besonders befähigte Ärzte möglich.
Hierbei werden gemäß einer Anlage zur Mutterschafts-Richtlinie folgende Körperteile genauer untersucht:
Kopf: Sind Kopf und Hirnkammern normal geformt? Ist das Kleinhirn sichtbar?
Hals und Rücken: Sind sie gut entwickelt?
Brustkorb: Wie ist das Größenverhältnis von Herz und Brustkorb? Ist das Herz auf der linken Seite sichtbar? Schlägt das Herz rhythmisch? Sind die vier Kammern des Herzens ausgebildet?
Rumpf: Ist die vordere Bauchwand geschlossen? Sind Magen und Harnblase zu sehen?

Jetzt, ab der 22. SSW ist das Gehör des Ungeborenen fertig ausgebildet und es kann ab jetzt nicht nur den Herzschlag oder die Verdauungsgeräusche der Mutter wahrnehmen, sondern auch Stimmen von außen, wenn auch nur in gedämpfter Form.

IIII. Screening 28 + 0 bis 31 + 6 SSW

Außer dem Wachstum des Ungeborenen wird die Funktion seiner inneren Organe, sowie die Lage des Kindes kontrolliert.

 

FS - Fruchtsackdurchmesser

SSL - Scheitel-Steiß-Länge, die Länge des Babys vom Scheitel bis zum Steiß

BPD - Biparietaler Durchmesser, der Querdurchmesser des kindlichen Kopfes (von Schläfe zu Schläfe)

FOD - Frontooccipitaler Durchmesser, der Längsdurchmesser des Kopfes (von Stirn zu Hinterkopf)

KU - der Kopfumfang

ATD - Abdominaler Transversaldurchmesser, der Querdurchmesser von linker zu rechter Bauchseite

APD - Anterior-posterior Durchmesser, der Durchmesser des Bauches vom Nabel zum Rückgrat

AU - Abdomenumfang, der Bauchumfang

FL - Femurlänge, die Länge des kindlichen Oberschenkelknochens

HL - Humeruslänge, die Länge des Oberarmknochens

Seite 13

Normkurven für den fetalen Wachstumsverlauf

SSL - Scheitel-Steiß-Länge, die Länge des Babys vom Scheitel bis zum Steiß

BPD - Biparietaler Kopfdurchmesser, der Querdurchmesser des kindlichen Kopfes (von Schläfe zu Schläfe)

ATD - Abdominaler Transversaldurchmesser, der Querdurchmesser von linker zu rechter Bauchseite

Seite 14

Weiterführende Ultraschall-Untersuchungen

Werden neben den drei Basis-Screenings (Seiten 10 bis 12) weitere Ultraschall-Untersuchungen gewünscht ohne das eine medizinische Notwendigkeit besteht, so sind diese kostenpflichtig. Nur bei einem konkreten Verdacht oder bei bestehenden Risiken können weitere Ultraschall-Untersuchung als Kassenleistung vorgenommen werden.

Seite 15

Abschluss-Untersuchung/Epikrise

Im Mutterpass wird zusammenfassend festgehalten, wie die Geburt und das Wochenbett verlaufen sind. Auch Untersuchungen des Neugeborenen werden dokumentiert. Am Tag der Entlassung aus der Klinik und sechs bis acht Wochen nach der Geburt wird die Frau noch einmal untersucht. Die wichtigsten Ergebnisse werden ebenfalls im Mutterpass vermerkt. Geburtsmodus

Der Geburtsmodus beschreibt, wie das Kind entbunden wurde:
Spontan (sp) - vaginale Entbindung ohne operativen Eingriff
Sectio (S) - durch Kaiserschnitt
vaginale Operation (vag. Op) - das heißt durch Zangengeburt (Forceps) oder Einsatz einer Saugglocke (VE Vacuum = Vakuumextraktion).

Kindslage

Hier die Lage des Kindes im Bauch der Mutter bei der Entbindung dokumentiert:

Mit dem Kopf zuerst (SL für Schädellage), mit dem Becken nach unten (BEL Becken-Endlage oder Steißlage) oder quer im Geburtskanal (QL für Querlage).

Apgar-Zahl

Unmittelbar nach der Geburt sowie nach fünf und zehn Minuten wird ein Vitalitätstest (Agpar-Test) vorgenommen. Hierbei werden Hautfarbe, Herzschlag, Atemtätigkeit, Bewegungsaktivität und Reflexe nach Punkten bewertet. Werden bei der ersten Untersuchung nur 0 bis4 Punkten erreicht, liegt eine behandlungsbedürftige Gefährdung vor.

pH-Wert

Zusätzlich wird aus der Nabelschnur-Arterie etwas Blut entnommen der Säuregrad bestimmt:

Normalwert: pH 7,35 - 7,45. Falls erforderlich, wird das Baby mit Sauerstoff versorgt.

Wochenbett

Eventuell im Wochenbett auftretende Komplikationen werden hier vermerkt. Bei der Abschlussuntersuchung vor der Entlassung wird noch die Rückbildung der Gebärmutter (Uterus) geprüft und ob eventuelle Geburtsverletzungen (z. B. Dammriss) heilen. direkter Coombs-Test

Beim direkten AHG-Test wird untersucht, ob eine RH-negative Mutter bereits Antikörper gegen das kindliche Serum gebildet hat.

Seite 16

Besonderheiten im Wochenbett

2. Untersuchung nach der Entbindung (6. bis 8. Woche) durch den Frauenarzt.

Hb XXX g % zeigt an, ob ein Eisenmangel vorliegt.

Zpos. Zucker ist im Urin nachweisbar; Epos. Eiweiß ist im Urin nachweisbar.

Hier wird angegeben ob die Mutter gestillt, nicht gestillt hat oder abgestillt hat.

Vom Kinderarzt soll die Vorsorgeuntersuchung U3 in der 4. bis 6. Lebenswoche durchgeführt werden.

Weitere Schwangerschaft (Seiten 17-32)

 

Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss Berlin, Link Mutterschafts-Richtlinien

 

Nach den Erhebungen des Statistische Bundesamt betrug das Durchschnittsalter aller Mütter bei allen Lebendgeburten
im Jahr 2010 beim 1. Kind 28,9 Jahre, 2. Kind  31,4 Jahre, 3. Kind 32,8 Jahre, 4. Kind 34,2 Jahre,
im Jahr 2012 beim 1. Kind 29,2 Jahre, 2. Kind  31,6 Jahre, 3. Kind 33,0 Jahre, 4. Kind 34,2 Jahre,
im Jahr 2013 beim 1. Kind 29,3 Jahre, 2. Kind  31,7 Jahre, 3. Kind 33,0 Jahre, 4. Kind 34,2 Jahre.

Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche
U1 = unmittelbar nach der Geburt
U2 = zwischen dem 3. und 10. Lebenstag
U3 = in der 4. bis 6. Lebenswoche
U4 = im 3. bis 4. Lebensmonat
U5 = im 6. bis 7. Lebensmonat
U6 = im 10. bis 12. Lebensmonat
U7 = im 12. bis 24. Lebensmonat
U7a = im 25. bis 42. Lebensmonat (keine Kassenleistung, teilweise freiwillige Leistung)
U8 = im 43. bis 48. Lebensmonat
U9 = im 6. Lebensjahr
U10 = im 7. bis 8. Lebensjahr (keine Kassenleistung, teilweise freiwillige Leistung)
U11 = 9. bis 10. Lebensjahr (keine Kassenleistung, teilweise freiwillige Leistung)
J1 =  im 12. bis 15. Lebensjahr
J2 =  im 16. bis 18. Lebensjahr (keine Kassenleistung, teilweise freiwillige Leistung)

 

Unter der kostenfreien Telefon-Nummer 0800-011 772 2 (Mo - Fr. von 8 bis 22 Uhr, Sa. 8 bis 18 Uhr) bietet die Link Unabhängige Patientenberatung Deutschland | UPD die Möglichkeit zu erfragen, ob bestimmte Leistungen oder Behandlungsmethoden als Regelleistung der Gesetzlichen Krankenversicherungen gelten.
Auch bei der Suche nach Ärzten, Kliniken, Pflegediensten, Heilpraktikern und Therapeuten, Selbsthilfegruppen sowie nach Fachanwälten für Medizin- und Sozialrecht wird unter der angegebenen Nummer geholfen.


Link Nutzen und Schaden von individuellen Gesundheitsleistungen www.igel-monitor.de/

Link Informationen zur Verträglichkeit von Medikamente und zur Behandlung häufig vorkommender Krankheiten bei Müttern und werdenden Müttern in Schwangerschaft und Stillzeit. http://www.embryotox.de/

 

Und der Kreißsaal ist doch nicht rund. Dieser Begriff für den Entbindungsraum oder Geburtshilferaum in einem Krankenhaus hat seinen Ursprung im alten Wort "kreißen" für kreischen, gellend schreien, stöhnen" und darauf zurückführend die Bedeutung von
"in Geburtswehen liegen".

Der Mediziner spricht von einer "Kreißenden", also einer "Gebärenden".