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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen


SÄUGLINGSNAHRUNG

Muttermilch ist und bleibt gerade in den ersten vier Monaten die bevorzugte Ernährung von Säuglingen. Sowohl ihrer Zusammensetzung, Keimfreiheit und richtigen Trinktemperatur als auch dem entwicklungsfördernden intensiven Kontakt zwischen Mutter und Kind muss große Bedeutung beigemessen werden. Bekommt ein Säugling, aus welchen Gründen auch immer, keine Muttermilch, so muss auf industriell hergestellte, muttermilchähnliche Säuglingsmilch zurückgegriffen werden.

Internationales Still-Symbol

Internationales Still-Symbol
(International Breastfeeding Symbol)

 

Diese industriell angefertigte Milch wird in mehreren Stufen angeboten.

Stufe Pre - Säuglingsanfangsnahrung - Säuglingsmilchnahrung (wenn ausschließlich Kuhmilchproteine enthalten sind)

Die Pre-Stufe ist in der Zusammensetzung der Muttermilch weitgehend angepasst (im Eiweiß adaptiert. Der Begriff "adaptiert" oder ähnliche Begriffe dürfen nicht zur Produktkennzeichnung verwendet werden), somit auch leicht verdaulich. Diese Nahrung enthält jedoch keinerlei Abwehrstoffe. Die Kohlenhydrate sind in Form von Milchzucker (Laktose) enthalten.

Stufe 1 - Säuglingsanfangsnahrung - Säuglingsmilchnahrung(wenn ausschließlich Kuhmilchproteine enthalten sind)

Wird dieses dickflüssigere und damit sättigendere Nahrungsprodukt zusätzlich mit der Ziffer "1" gekennzeichnet, so deutet das auf die zusätzliche Anreicherung mit Stärke hin.

Gemäß der DiätV § 22a Ziffer 2 Nr. 2a, b) muss Säulingsanfangsnahrung folgende Kennzeichnungen aufweisen:

a) die Angabe, dass sich das Erzeugnis für die besondere Ernährung von Säuglingen von der Geburt an eignet, wenn sie nicht gestillt werden, und

b) ein deutlich sichtbarer und als „wichtig“ bezeichneter Hinweis auf die Überlegenheit des Stillens in Verbindung mit der Empfehlung, das Erzeugnis nur auf den Rat unabhängiger Fachleute auf dem Gebiet der Medizin, der Ernährung oder der Arzneimittel bzw. anderer für Säuglings- und Kinderpflege zuständiger Personen zu verwenden,

Stufe 2 -  Folgenahrung - Folgemilch (wenn ausschließlich Kuhmilchproteine enthalten sind)

Diese Nahrungsart ist für Säuglinge ab dem sechsten Monat bestimmt.

Die Kennzeichnung bei Folgenahrung muss nach den Vorgaben der DiätV § 22a Ziffer 2 Nr. 3a den warnenden Hinweis enthalten, dass sich das Erzeugnis nur für die besondere Ernährung von Säuglingen ab einem Alter von mindestens sechs Monaten eignet, nur Teil einer Mischkost sein soll und nicht als Ersatz für die Muttermilch während der ersten sechs Lebensmonate zu verwenden ist.

Hypoallergene Nahrung (Präventivmilch)

Bei erhöhter erblicher Allergiebelastung muss eine Nahrung mit spezieller Eiweißaufbereitung verwendet werden. Diese Nahrung führt die Zusatzbezeichnung "HA" (Hypoallergene Nahrung). Bei einer bereits bestehenden Kuhmilchallergie darf dieses Produkt allerdings nicht gefüttert werden. In diesen Fällen muss auf eine Milchersatznahrung, so genannter "Therapiemilch" zurückgegriffen werden, bei der die Eiweißbestandteile nicht mehr allergieauslösend wirken.

 

Gelegentlich werden Säuglingsnahrungen zusätzlich mit Zucker angereichert. In der Zutatenliste können dann Begriffe wie Dextrose, Fructose, Lävulose, Glucose, Maltose, Maltodextrose oder Saccharose stehen.
Die Übersetzungen dieser nicht notwendigen und auch nicht gewünschten Zutaten siehe unter dem Stichwort Link Zucker. Wird allerdings die Aussage gemacht "Saccharosefrei", dann ist Saccharose nicht enthalten.

Hinweis zu Link Honig.

 

Bfree

Werden Babyflaschen und Schnuller mit Bfree oder BPA-frei gekennzeichnet, dann ist das ein Hinweis darauf, dass der verwendete Kunststoff den Hartmacher Bisphenol-A nachweislich nicht enthält.
Bisphenol-A (BPA) ist in allen Babyflaschen aus Polycarbonat (PC oder Recyclingcode 7) enthalten und steht in Verdacht, wie das weibliche Hormon Östrogen zu wirken auf das Babys sehr empfindlich reagieren. Es scheint auch erbgutschädigend zu sein.

Daher am besten PET-Flaschen (Recyclingcode 1) wählen, die kein BPA enthalten oder gleich Glasflaschen.

Mit Wirkung 1. März 2011 darf BPA in Babyflaschen innerhalb der EU nicht mehr verwendet werden.

 

Nicht als Säuglingsnahrung geeignet

Nicht für die Säuglingsnahrung geeignet

Dieser kleine, unscheinbare Hinweis hat es in sich.
Eltern, bei deren Nachwuchs eine Kuhmilchallergie vorliegt oder wenn Mütter nicht stillen können, greifen diese wider besseren Wissens oft auf sojahaltige Säuglingsanfangsnahrung zurück.

Hiervor warnt jedoch das Bundesinstitut für Risikobewertung - BfR (Presseinformation 21/2007, 19.11.2007) und nennt als Grund, im Vergleich zu Muttermilch und Säuglingsnahrung aus Kuhmilch, die in Soja enthaltenen hohen Konzentrationen an Isoflavonen, die in der chemischen Struktur dem weiblichen Hormon Estrogen ähneln.

Als weiteren Grund wird die vergleichsweise hohe Menge an dem natürlichen Pflanzeninhaltsstoff Phytat genannt, der die Aufnahme von Mineralstoffen und Spurenelementen beeinflussen kann.

Das BfR empfiehlt, dass Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung aus Sojaeiweiß nur dann gegeben werden soll, wenn medizinische Gründe vorliegen, und auch dann nur unter ärztlicher Aufsicht.