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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen


SOLARIEN

„Vorsicht!  UV-Strahlung kann akute Schäden an Augen und Haut verursachen, führt zu vorzeitiger Hautalterung und erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Empfehlungen zum Gesundheitsschutz beachten! Schutzbrille tragen! Medikamente und Kosmetika können die UV-Empfindlichkeit der Haut erhöhen."

 

„Benutzung von Solarien für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verboten.

 

Um menschliche Hautzellen vor unreparablen Schäden durch Ultraviolett-Strahlen (UV-Strahlen) zu schützen, sind die Betreiber von Solarien angehalten, eine Reihe von gesundheitsrelevanten Kriterien vorzuweisen, einzuhalten und zu überprüfen. Der Gesetzgeber hat hierzu mit der ab 1.1.2012 anzuwendenden UV-Schutz-Verordnung - UVSV gesetzlich verbindliche Grundlagen geschaffen.

 

Hierzu gehören unter anderem:

● Die Aushändigung einer UV-Schutzbrille (Schutzstufe 2-5) durch das Personal vor Beginn der Nutzung.

● Dafür Sorge zu tragen, dass bei der Bestrahlung der erforderliche Mindestabstand eingehalten wird, entweder durch eine Markierung oder eine entsprechende bauliche Maßnahme.

● Die Möglichkeit, das UV-Bestrahlungsgerät über einen leicht erreichbaren Notabschalter sofort abzuschalten.

● Das Vorhandensein einer Zwangabschaltung, die bei Überschreitung der erythemwirksamen Bestrahlungsstärke ("UV-Erythem" ist eine entzündliche Rötung der menschlichen Haut durch UV-Strahlung der Sonne oder von künstlichen Quellen; sozusagen eine Sonnenbrand) bei mehr als 800 Joule pro Quadratmeter (800 Jm-2) selbständig abschaltet.

● Die Möglichkeit, eine erythemwirksame Bestrahlungsstärke von maximal 100 Jm-2 einzustellen.

● Die Einhaltung und Dokumentierung von vorgeschriebenen Wartungsarbeiten am Bestrahlungsgerät.

● Die permanente Anwesenheit mindestens einer qualifizierten Person (Fachpersonal), die den Nutzern als Kontaktperson zur Verfügung steht und in die sichere Bedienung des UV-Bestrahlungsgerätes einweist.

● Weiterhin hat das qualifizierte Fachpersonal anzubieten, eine Hauttypbestimmung anhand eines Fragenkataloges vorzunehmen und einen darauf abgestimmten Dosierungsplan zu erstellen:

○ Einheitliche erste Bestrahlung ungebräunter Haut von 100 Jm-2.

○ Maximal eine UV-Bestrahlung pro Tag (Sonne oder UV-Bestrahlungsgerät).

○ Mindestens 48 Stunden Abstand zwischen den ersten beiden Bestrahlungen.

○ Maximal drei Bestrahlungen pro Woche.

○ Maximal zehn Bestrahlungen im Monat.

○ Maximal zehn Bestrahlungen pro Serie.

○ Bestrahlungspause nach Beendigung einer Bestrahlungsserie von mindestens
   der Dauer der vorausgegangenen Bestrahlungsserie.

○ Maximal 50 Sonnenbäder oder Bestrahlungen durch UV-Bestrahlungsgeräte pro Jahr.

 

Beschreibung der Hauttypen, ihre Reaktion auf UV-Bestrahlung
und Verfahren zur Bestimmung der Hauttypen

Die Hauttyp-Bestimmung erfolgt anhand eines Fragenkataloges, der folgende Fragen umfasst.

Sind Sie mindestens 18 Jahre alt? Welchen Farbton weist Ihre unbestrahlte Haut auf? Hat Ihre Haut Sommersprossen? Wie reagiert Ihre Gesichtshaut auf die Sonne? Wie lange können Sie sich im Frühsommer in Deutschland am Mittag bei wolkenlosem Himmel in der Sonne aufhalten, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen? Wie reagiert Ihre Haut auf ein längeres Sonnenbad? Wie wirkt sich bei Ihnen ein Sonnenbrand aus? Ist bei Ihnen nach einmaligem längerem Sonnenbad anschließend ein Bräunungseffekt zu erkennen? Wie entwickelt sich bei Ihnen die Hautbräunung nach wiederholtem Sonnenbad? Welche Angabe entspricht am ehesten Ihrer natürlichen Haarfarbe? Welche Farbe haben Ihre Augen?

 

Hauttyp*)

I**)

II**)

III

IV

V

VI

Beschreibung

 

Natürliche Hautfarbe

sehr hell

hell

hell bis hell-
braun

hellbraun, oliv

dunkelbraun

dunkelbraun
bis schwarz

Sommersprossen/
Sonnenbrandflecken

sehr häufig

häufig

selten

keine

keine

keine

Natürliche Haarfarbe:

rötlich bis
rötlich-blond

blond bis
braun

dunkelblond
bis braun

dunkelbraun

dunkelbraun
bis schwarz

schwarz

Augenfarbe

blau, grau

blau, grün,
grau, braun

grau, braun

braun bis
dunkelbraun

dunkelbraun

dunkelbraun

Reaktion auf die Sonne

 

Sonnenbrand:

immer und
schmerzhaft

fast immer,
schmerzhaft

selten bis
mäßig

selten

sehr selten

extrem selten

Bräunung

keine

kaum bis
mäßig

fortschreitend

schnell und
tief

keine

keine

Erythemwirksame
Schwellenbestrahlung

200 Jm-2

250 Jm-2

350 Jm-2

450 Jm-2

800 Jm-2

> 1.000 Jm-2

*) In Zweifelsfällen soll der Nutzerin oder dem Nutzer empfohlen werden, den Hauttyp ärztlich bestimmen zu lassen.
**) Es wird davon abgeraten, UV-Bestrahlungsgeräte zu kosmetischen Zwecken und für sonstige Anwendungen außerhalb der Heil- oder Zahnheilkunde zu nutzen.

 

Personen mit den Hauttypen I oder II sollten kein UV-Bestrahlungsgerät benutzen.


● Die Empfehlung, aus Gründen des Gesundheitsschutzes keine Sonnenschutzmittel zu verwenden.
● Die Empfehlung, möglichst einige Stunden vor der Solarium-Benutzung alle Kosmetika zu entfernen.
● Die Empfehlung, vorsichtig bei der Einnahme von Medikamenten zu sein, da einige Nebenwirkung haben, die die UV-Empfindlichkeit der Haut erhöhen. In Zweifelsfällen ist ärztlicher Rat einzuholen.
● Die Empfehlung, während der Solarium-Benutzung den ausgehändigten Augenschutz (UV-Schutzbrille) zu tragen und zu bedenken, dass Kontaktlinsen und Sonnenbrillen kein Ersatz für die UV-Schutzbrille sind.
    Selbst die geschlossenen Augenlider lassen noch UV-Strahlen durch. Daher also auch bei Kontaktlinsen mit UV-Schutz unbedingt eine Schutzbrille tragen.
● Die Empfehlung, die empfohlenen Bestrahlungszeiten und -pausen des individuell und nur für das ausgewählte Solarium erstellten Dosierungsplans einzuhalten.
● Die Empfehlung, ein Solarium höchstens einmal pro Tag aufzusuchen und am gleichen Tag weder vorher noch nachher ein natürliches Sonnenbad zu nehmen.
● Die Empfehlung, unbedingt einen Sonnenbrand (Hautrötung oder Blasen) zu vermeiden. Ein Sonnenbrand kann einige Stunden nach der Solarien-Benutzung auftreten. Falls ein Sonnenbrand auftritt, sollten keine weiteren Bestrahlungen bis zur vollständigen Abheilung des Sonnenbrands stattfinden. Mit der Bestrahlung sollte erst nach ärztlicher Rückfrage wieder begonnen werden.
● Die Empfehlung, beim Auftreten von beispielsweise Juckreiz, Brennen oder ein Spannungsgefühl innerhalb von 48 Stunden nach einer Bestrahlung, sollte vor weiteren Bestrahlungen ärztlicher Rat eingeholt werden.
Ausschlusskriterien (Aushang im Geschäftsraum entsprechend Anlage 7 der UVSV)

Personen, die das UV-Bestrahlungsgerät (Solarium) nicht nutzen, sollen in der Kabine nicht anwesend sein, wenn das Solarium betrieben wird. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche.

Wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft, ist aus Gründen des Gesundheitsschutzes vom Besuch eines Solariums zu Bräunungszwecken abzuraten:

○ Sie können überhaupt nicht bräunen, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, wenn Sie der Sonne
    oder künstlicher UV-Strahlung ausgesetzt sind (Hauttyp I)

○ Sie bekommen leicht einen Sonnenbrand, wenn Sie der Sonne oder künstlicher UV-Strahlung
    ausgesetzt sind (Hauttyp II)

○ Ihre natürliche Haarfarbe ist rötlich

○ Ihre Haut neigt zur Bildung von Sommersprossen oder Sonnenbrandflecken

○ Ihre Haut weist mehr als 40 bis 50 Pigmentmale (Muttermale und Leberflecke) auf

○ Ihre Haut weist auffällige (atypische) Leberflecke (asymmetrisch, unterschiedliche Pigmentierung,
    unregelmäßige Begrenzung) auf

○ Ihre Haut weist auffällige, scharf begrenzte entfärbte Bereiche auf (Scheckhaut)

○ Sie leiden aktuell unter einem Sonnenbrand

○ Sie hatten als Kind häufig einen Sonnenbrand

○ Ihre Haut zeigt Vorstufen von Hautkrebs oder es liegt oder lag eine Hautkrebserkrankung vor

○ bei Ihren Verwandten ersten Grades (Ihren Eltern oder Ihren Kindern) ist schwarzer Hautkrebs
   (malignes Melanom) aufgetreten

○ Sie neigen zu krankhaften Hautreaktionen infolge von UV-Bestrahlung

○ Sie leiden an Hautkrankheiten

○ Sie verwenden Kosmetika, die zu fotoallergischen und fototoxischen Reaktionen führen können

○ Sie nehmen Medikamente ein, die als Nebenwirkung die UV-Empfindlichkeit Ihrer Haut erhöhen

○ Ihr Immunsystem ist krankheitsbedingt geschwächt.

Im Zweifelsfall holen Sie ärztlichen Rat ein.

 

Informationsschrift zu den Gefahren und Risiken einer UV-Bestrahlung

Sie haben sich zur Nutzung eines Solariums entschieden, in dem Sie mit künstlicher UV-Strahlung bestrahlt werden. Da künstliche UV-Strahlung auch schädliche Wirkungen hat, werden Sie gebeten, diese Informationsschrift aufmerksam zu lesen.

Wo wirkt UV-Strahlung?

Natürliche wie künstlich erzeugte UV-Strahlung wirkt zunächst hauptsächlich auf Haut und Augen, kann aber Einfluss auf den gesamten Körper haben. UV-Strahlung dringt in die Haut ein und wird dort von Körperzellen aufgenommen. Während UV-A-Strahlung in das unter den oberen Hautschichten liegende Bindegewebe vordringt, wird UV-B-Strahlung von den oberen Hautschichten absorbiert. UV-Strahlung durchdringt zudem die Augenhornhaut und gelangt in das Augeninnere. Dort wird sie vor allem von der Augenlinse aufgenommen, ein Teil der UV-A-Strahlung erreicht die Netzhaut. Bei kleinen Kindern ist die UV-Empfindlichkeit des Auges erhöht und ein größerer Anteil der UV-Strahlung erreicht die Netzhaut.

Schädliche Wirkungen der UV-Strahlung

Grundsätzlich kann man zwischen kurzfristigen (akuten) und langfristigen (chronischen) schädlichen Wirkungen der UV-Strahlung auf Haut und Augen unterscheiden:

Kurzfristige (akute) Wirkungen

Die auffälligste akute Schädigung der Haut ist der Sonnenbrand. Ein Sonnenbrand tritt meist erst einige Stunden nach der UV-Bestrahlung auf und erreicht nach 6 bis 24 Stunden seine höchste Ausprägung. Weitere akute Hautreaktionen sind fotoallergische und fototoxische Reaktionen. Sie kommen vor allem durch das Zusammenwirken von UV-Strahlung mit bestimmten Stoffen wie z. B. Medikamenten (z. B. Antibiotika, Anti-Baby-Pille) oder Kosmetika (z. B. Parfüm, Make-up, Cremes) zustande. UV-Strahlung kann an den Augen schmerzhafte Hornhaut- und Bindehautentzündungen verursachen.

Langfristige (chronische) Wirkungen

Bereits eine geringe UV-Bestrahlung bewirkt eine Schädigung des Erbguts (DNA) in den bestrahlten Zellen. Je ausgiebiger das Sonnenbad oder der Solariumsbesuch, desto größer ist das Risiko solcher Schädigungen. Normalerweise sorgen Reparatursysteme der Zellen für die Korrektur dieser Schäden. Diese Reparatursysteme können aber durch häufige UV-Bestrahlung überlastet werden und Fehler machen. Dadurch wird das Erbgut der Zellen bleibend geschädigt, die Folge kann Hautkrebs sein. Deshalb hat die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC), eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), UV-Strahlung in die höchste Kategorie krebserregender Stoffe eingeordnet. Jährlich erkranken in Deutschland bis zu 140.000 Menschen an Hautkrebs; die Tendenz ist steigend. Die Zahl der Hautkrebserkrankungen hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Auch junge Menschen sind zunehmend betroffen. Bis zu 3.000 Menschen sterben in Deutschland pro Jahr an Hautkrebs. Auch führt häufige und intensive UV-Bestrahlung zum vorzeitigen Altern der Haut. Die Elastizität der Haut verringert sich, sie wird faltig und lederartig. Die Augen können durch UV-Strahlung langfristig an Grauem Star (Katarakt), einer Trübung der Augenlinse, erkranken. Zudem schwächt übermäßige UV-Strahlung das Immunsystem.

Daher kein Solariumbesuch

für Minderjährige Die Nutzung von Solarien ist für Minderjährige (Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren) per Gesetz verboten. Die Haut von Kindern und Jugendlichen ist gegenüber UV-Strahlung besonders empfindlich. UV-Bestrahlung von Kindern und Jugendlichen steigert das Hautkrebsrisiko

● für Personen mit Hauttyp I und II

 Menschen mit Hauttyp I oder II haben besonders UV-empfindliche Haut, die in der Sonne keinen ausreichenden Eigenschutz aufbaut. Da die gewünschte Bräunung ausbleibt, sollten sich Menschen dieser Hauttypen keiner UV-Strahlung aussetzen.

● bei vielen Sonnenbränden in der Kindheit

Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen das Risiko, an schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) zu erkranken. Jede zusätzliche UV-Bestrahlung im Erwachsenenalter erhöht dieses Risiko.

● bei großen, auffälligen oder vielen Pigmentmalen

Für Menschen mit großen, auffälligen oder auffallend vielen Pigmentmalen (Muttermalen, Leberflecken) besteht ein erhöhtes Hautkrebsrisiko. Jede zusätzliche UV-Bestrahlung sollte unbedingt vermieden werden.

● bei Hautkrebs in der Familie

Ist in der Familie bereits Hautkrebs aufgetreten, ist die Wahrscheinlichkeit, an Hautkrebs zu erkranken, erhöht. Jede zusätzliche UV-Bestrahlung erhöht dieses Risiko.

● wenn man selbst an Hautkrebs erkrankt ist

Wer bereits an Hautkrebs erkrankt ist oder war, sollte jede zusätzliche UV-Bestrahlung vermeiden.

● bei Medikamenteneinnahme

Bestimmte - auch pflanzliche - Stoffe können fotoallergische und fototoxische Reaktionen auslösen. Nach Eindringen dieser Substanzen in die Haut oder oraler Einnahme kann UV-Bestrahlung fotoallergische Reaktionen wie Rötungen, Schwellungen, Nässen oder Blasenbildungen an den bestrahlten Hautbereichen auslösen. Personen, die Medikamente einnehmen, sollten ärztlichen Rat einholen oder sich an eine Apotheke wenden, bevor sie sich UV-Strahlung aussetzen.

● mit Kosmetika

Inhaltsstoffe von Kosmetika können fotoallergische und fototoxische Reaktionen auslösen. Auf Parfüms, Deodorants, Make-Up, Lotionen, Cremes usw. sollte daher verzichten, wer sich in die Sonne oder in ein Solarium legen möchte. Auch hier kann es zu fotoallergischen Reaktionen wie Rötungen, Schwellungen, Nässen oder Blasenbildungen oder sehr lang anhaltenden starken Pigmentierungen an den bestrahlten Hautbereichen kommen.

● zum Vorbräunen im Solarium

Eine Vorbräunung im Solarium (z. B. vor einem Urlaub) ist nicht zu empfehlen. Zur Ausbildung eines UV-Eigenschutzes der Haut ist vor allem ausreichend UV-B-Strahlung notwendig. Gerade solche Solarien, die ausschließlich oder überwiegend UV-A-Strahlung abgeben, führen zwar zur Bräunung der Haut, reduzieren aber ihre Sonnenbrandempfindlichkeit nicht. Schützen Sie sich lieber im Urlaub vor der Sonne!

● ohne Schutzbrille

Zum Schutz der Augen vor den Gefahren von UV-Strahlung muss im Solarium immer eine geeignete UV-Schutzbrille getragen werden.
Quelle: Anlage 8 (zu § 7 Absatz 4 der UV-Schutz-Verordnung - UVSV

Wer tief gebräunt aus dem Urlaub zurückkommt und anschließend gleich wieder (oft täglich) das Solarium aufsucht um die Bräune unbedingt zu erhalten oder sogar noch zu vertiefen, leidet an einer Tanorexie (krankhafte Sonnenexposition). Diese kritiklose Bräunungssucht kann fatale Folgen nach sich ziehen, die von übermäßiger Faltenbildung über krankhafte Hautveränderungen bis hin zum Hautkrebs (malignes Melanom) reicht.