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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen

HANDELSKLASSEN - SPEISEKARTOFFELN

Ersatzweise, jedoch ohne rechtliche Verpflichtung, treten an die Stelle der seit 1. Juli 2011 nicht mehr anzuwendenden Verordnung über gesetzliche Handelsklassen die in den so genannten "Berliner Vereinbarungen" (BV) getroffenen Reglements. Die "BV" gelten zwar nicht gegenüber dem Verbraucher, sie bilden jedoch die Grundlage für eine freiwillige Kennzeichnung von Speisekartoffeln. Ansonsten entsprechen die Eigenschaften der "BV" denen der ausgelaufenen Handelsklassen für Speisekartoffeln.

 

Speisekartoffel-Kennzeichnung
Speisekartoffel-Kennzeichnung

 

Anforderungen an die Speisekartoffeln-Qualität "Extra":

Spitzenqualität mit diesen Eigenschaften:

Sortenecht und sortenrein, gesund, ganz, sauber, fest, frei von fremdem Geruch und Geschmack, frei von Keimen über 2 mm Länge. Fertigpackungen bis 5 kg Gewicht müssen frei von fremden Bestandteilen wie Erde und losen Keimen sein. Fertigpackungen über 5 kg Gewicht können 1 % fremde Bestandteile enthalten.

Zwingender Zusatz, wenn die Etikettierung gemäß den Grundsätzen und Anforderungen der "BV" erfolgte:

   Qualität Extra nach www.berliner-vereinbarungen.de.

 

Anforderungen an die Speisekartoffeln-Qualität "Qualität I":

Standardqualität mit nur geringen Abweichungen gegenüber der Qualität "Extra".

Zwingender Zusatz, wenn die Etikettierung gemäß den Grundsätzen und Anforderungen der "BV" erfolgte:

   Qualität I nach www.berliner-vereinbarungen.de.

 

Anforderungen an die Speisekartoffeln-Qualität "Drilling":

Zusatzbezeichnung für Speisekartoffeln, die die für die Knollenform vorgeschriebene Mindestgröße (Knollen langovaler bis langer Sorten von 25 bis 35 mm, Knollen runder bis ovaler Sorten von 25 bis 40 mm) unterschreiten, so genannte Kleinsortierung.

 

Ein weiterer Kennzeichnungs-Standard auf ebenfalls freiwilliger Basis sind die Empfehlungen der UNECE-Norm.

Diese sieht im Gegensatz zur "Berliner Vereinbarung" die Angabe der Kartoffelsorte und das Herkunftsland vor.

 

Zusätzlich wird der Kochtyp angegeben:
"festkochend" für Salzkartoffeln, Kartoffelsalat, Bratkartoffeln
"vorwiegend festkochend" für Salz-, Pell-, Bratkartoffeln, Pommes frites, Rösti
"mehligkochend" für Eintöpfe, Püree, Reibekuchen, Folienkartoffeln, Klöße, Gratins, Suppen 

 

Werden Kartoffeln aber auch Tomaten zu warm und zu hell gelagert, bilden sich grüne Solaninstellen. Diese sind ab einem Gewichtsanteil von 25 mg gesundheitsschädlich (Atemnot, Erbrechen, Durchfall, Bewusstseinsverlust, Entzündungen des Magen-Darmbereichs) und sollten großzügig herausgeschnitten werden (dieses gilt auch für den Stielansatz bei Tomaten), da dieses Alkaloid auch beim Kochen oder Braten höchstens zur Hälfte verringert wird.

Daher…

» Keine unreifen, also überwiegend grüne Kartoffeln verwenden.

» Kartoffeln immer dunkel und trocken bei einer idealen Temperatur von 10 °C lagern.
   Speisefrühkartoffeln (Erntezeit 1. Januar bis 10. August) sollten möglichst bald verbraucht werden

» Kartoffeln nicht verletzten oder quetschen.

 

Die Bezeichnung "Kartoffel" beruht auf einen Irrtum. Wegen des knollenartigen Aussehens nannten sie die Italiener einst "tartuffolo" (kleine Trüffel). Daraus entstand zunächst die Bezeichnung "Tartoffel" und im Laufe der Jahrhunderte die jetzige Kartoffel.

 

Kartoffelsorte Linda Um die Kartoffelsorte "Linda" entbrannte aus Lizenzgründen ein Kartoffelkrieg. Für Züchter, Köche und Hausfrauen gilt diese fest kochende Spitzensorte mit ihrem satten gelbgoldenen Fleisch und kremig-buttrigem Geschmack als "Königin der Kartoffeln". Ende 2009 wurde diese beliebte Sorte als Pflanzkartoffel wieder zugelassen.

 

Link http://www.garden-shopping.de/shop/download/kartoffeln.pdf    (bebilderte Kartoffelsorten)