EINBRUCH-WIDERSTANDSKLASSEN VON BAUELEMENTEN

Die Kriminalstatistik belegt, dass in Deutschland alle zwei Minuten in ein Haus oder eine Wohnung eingebrochen wird. Vornehmlich geschehen diese Einbrüche um die Mittagszeit, am späten Nachmittag und am frühen Abend. Um Einbrechern das Handwerk zu erschweren, kann jeder ohne finanziellen Aufwand vorsorgen.

Hierzu gehört beispielsweise, den Nachbarn zu unterrichten, wenn man für längere Zeit abwesend ist und gleichzeitig Vorkehrungen zu treffen, die den Anschein erwecken, die Wohnung oder das Haus sind bewohnt.

Auch die regelmäßige Briefkastenleerung, die Aktivierung der Zeitschaltuhr für die Beleuchtung einzelner Räume, Abschaltung des automatischen Anrufbeantworters (bei Nichtabschaltung jedoch keinesfalls Hinweise auf einen genommenen Urlaub geben), unregelmäßige Rollladenbetätigungen sowie das regelmäßige Rasenmähen gehören zu den Vorkehrungsmaßnahmen.

Weiterhin ist an die verdeckt anzubringenden Koffer-Namensschilder, die vor neugierigen Blicken schützen sollen, ist denken.

Diese Einbruch-Vorsichtsmaßnahmen sollten noch ergänzt werden durch den Einbau von Einbruch erschwerenden Alarmanlagen, Schlössern, Kellerschacht- und Rollladensicherungen, Türen (auch Garagentore) und Fenster. Über die bestehenden Schutzgrade soll die folgende Tabelle informieren. Im übrigen bieten Polizeibehörden oft auf das Wohngebiet abgestimmte Informationen an. Hiervon sollte unbedingt Gebrauch gemacht werden.

Die Schutz bietenden Bauelemente, wie Türen, Fenster oder Rollläden werden auf europäischer Ebene in 6 Widerstandsklassen eingeteilt. Für den Einsatz in privaten Wohnobjekten ist ein Schutz nach den Vorgaben der Widerstandsklasse WK 1 bis WK 3 vollkommen ausreichend.

WK 1 (Durchwurfhemmende Verglasung: P4A)
Grundschutz gegen Aufbruchversuche mit körperlicher Gewalt wie Gegentreten, Gegenspringen, Schulterwurf, Herausreißen oder vorwiegend Vandalismus. Geringer Schutz gegen den Einsatz von Hebelwerkzeugen

WK 2 (Durchwurfhemmende Verglasung: P5A)
Der Gelegenheitstäter versucht, zusätzlich mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendreher, Zange und Keil, das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen.
Widerstandszeit: mindestens 3 Minuten.

WK 3 (Durchwurfhemmende Verglasung: P6B)
Der Täter versucht zusätzlich mit einem zweiten Schraubendreher und einem mittleren Stemmeisen oder Kuhfuß das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen.
Widerstandszeit: mindestens 5 Minuten.

WK 4 (Durchbruchhemmende Verglasung: P7B)
Der erfahrene Täter setzt zusätzlich Sägewerkzeuge und Schlagwerkzeuge wie Schlagaxt, Stemmeisen, Hammer und Meißel sowie eine Akku-Bohrmaschine ein.
Widerstandszeit: mindestens 10 Minuten.

WK 5 (Durchbruchhemmende Verglasung: P8B)
Der erfahrene Täter setzt zusätzlich Elektrowerkzeuge, wie Bohrmaschine, Stich- oder Säbelsäge oder Winkelschleifer ein.
Widerstandszeit: mindestens 15 Minuten.

WK 6 (Durchbruchhemmende Verglasung: P8B)
Der erfahrene Täter setzt zusätzlich leistungsfähigere Elektrowerkzeuge, wie Bohrmaschine, Stich- oder Säbelsäge oder Winkelschleifer ein.
Widerstandszeit: mindestens 20 Minuten.

Kennzeichnungsbeispiel:

WK-H15   Widerstandsklasse, bei dem ein Einbruch mit Handwerkzeugen.
                  (Brecheisen, Hammer, Säge, Beil, Meißel, Schraubendreher) mindestens
15 Minuten beansprucht.

 

Hinweis!  

Sollte entgegen aller Vorsichtsmaßnahmen trotzdem ein Einbruch gelingen, kann es für die versicherungs- und polizeilichen Ermittlungsbemühungen hilfreich sein, wenn die entwendeten Urkunden vorher gescannt oder fotografiert wurden und wertvolle Gegenstände ebenfalls fotografiert, vorhandene Serien-Nummern notiert und zusätzlich mit einem Diamantschreiber oder Gravierstift individuell gekennzeichnet wurden. Auch die Markierung mit einem UV-Stift besonders bei Bildern und Teppichen ist denkbar und geeignet.
Bewahren Sie die erstellte Wertgegenstandsliste Interaktive-PDF-Wertgegenstandsliste (206 kB) und Fotos am besten bei Verwandten oder am Arbeitsplatz auf - so sind Sie auch vor einem Diebstahl oder bei einem Brand vor diesem Verlust geschützt.
Im Übrigen bieten auch die Internet-Provider oft kostenlosen Webspace an, auf dem die Dokumente nebst Fotos archiviert werden können.

 
Hinweis!  

Hier suchen Einbrecher immer zuerst und werden oft fündig:

● Unter Matratzen und Teppichen

● Im Gefrierfach

● Hinter der gefliesten Wartungsklappe der Badewanne

● Falls vorhanden, im WC-Spülkasten

● Hinter Bildern

● In Schränken und Schreibtischen, auch unter Schubladen

● In Tee- und Kaffeedosen, Kaffeekannen

● In Video- und CD-Hüllen

 

 

 

         
Widerstandsklassen von beschusshemmenden Verglasungen nach der europäischen Norm DIN EN 1063

 

Klasse BR 1

Büchse .22 LR (Beschuss aus 10 m Entfernung)

Klasse BR 2 (ehemals C1)

Faustfeuerwaffe 9 mm (Beschuss aus 5 m Entfernung)

Klasse BR 3 (ehemals C2)

Faustfeuerwaffe .357 Magnum (Beschuss aus 5 m Entfernung)

Klasse BR 4 (ehemals C3)

Faustfeuerwaffe .44 Rem. Magnum (Beschuss aus 5 m Entfernung)

Klasse BR 5

Büchse  5,56 × 45 (Beschuss aus 10 m Entfernung)

Klasse BR 6 (ehemals C4)

Büchse 7,62 × 51, Standardmunition (Beschuss aus 10 m Entfernung)

Klasse BR 7 (ehemals C5)

Büchse 7,62 × 51, Hartkernmunition (Beschuss aus 10 m Entfernung)

Klasse SG 1

Flinte Kaliber 12/70 (1 Treffer)  (Beschuss aus 10 m Entfernung)

Klasse SG 2

Flinte Kaliber 12/70 (3 Treffer)  (Beschuss aus 10 m Entfernung)

Zusätzlich wird noch nach "nichtsplitterndem Glas" NS und "splitterablösendem Glas" S unterschieden.

 

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