CODE–Knacker

Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen


BLUTGRUPPEN 🅰️ 🅱️ 🆎 🅾️

Bluttransfusions-Beutel

Am 14.11.1901 veröffentlichte der österreichische Bakteriologe Karl Landsteiner erstmals seine Entdeckung über die unterschiedlichen Blutgruppen in einer Fachzeitschrift und gilt damit als deren Entdecker. Gemeinsam entdeckten Karl Landsteiner und Alexander Salomon Wiener 1937 das Rhesussystem.

Der Geburtstag von K. Landsteiner am 14. Juni wird zum Anlass für den alljährlich begangenen Aktionstag "Weltblutspendetag" (engl.: World Blood Donor Day) genommen.

Voraussetzung für Bluttransfusionen ist die Kenntnis der jeweiligen Blutgruppe vom Spender als auch vom Empfänger. Neben vielen Untergruppen sind besonders die vier Hauptgruppen A, AB, B und 0 (Null) sowie der Rhesusfaktor wichtig.

Erhält beispielsweise der Träger der Blutgruppe B eine Transfusion mit Blut der Gruppe A, so bewirken die auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen befindlichen Antigene der Gruppe B bei dieser eine Blutverklumpung (Agglutination), da sich die Antikörper gegen die Oberflächenmoleküle des Spenderblutes der Gruppe A wenden. Es kommt zu Immunreaktionen, die bis zum Kreislaufkollaps führen können.

Nur die Blutgruppe AB besitzt keinerlei Antikörper und gilt daher als Universalempfänger. Der ideale Blutspender ist der mit der Gruppe 0 (Universalspender), da dessen Blut keine Allergene besitzt.

Aus diesem Grund wird auch vor einer Bluttransfusion die Blutgruppe bestimmt und die so genannte Kreuzprobe durchgeführt, die das Ziel hat, die Verträglichkeit von Spender- und Empfängerblut zu prüfen. Die Überprüfung durch eine Kreuzprobe ist in Deutschland entsprechend den Richtlinien zur Blutgruppenbestimmung und Bluttransfusion vorgeschrieben.

Da das "Lebenselixier Blut" mit seinen vielen Untergruppen von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, ist dieses einem Fingerabdruck gleichzusetzen. Es sind schon Überlegungen im Gange, bei Vorgängen, die die eindeutige Identifizierung einer Person voraussetzen, ein Blutscreening durchzuführen. Vielleicht werden wir in noch nicht einmal allzu ferner Zukunft am Bankautomaten zum Aderlass aufgefordert.

 


 →  … kann spenden an:
  Blutgruppenanteil in der
deutschen Bevölkerung   
    
Blutgruppenanteil in der
österreichischen Bevölkerung
Blutgruppenanteil in der
schweizerischen Bevölkerung
↑  A  B  AB  0 
A X   X   43 % 44 % 45 %
B   X X   11 % 14 %   9 %
AB     X     5 %   6 %   5 %
0 X X X X 41 % 36 % 41 %
 
Rh
Rh+
D+

Rhesusfaktor positiv

  85 % 84 % 85 %
rh
Rh-
D-

Rhesusfaktor negativ

15 % 16 % 15 %

 

 

BLUTGRUPPENVERERBUNG

Welche Blutgruppe ein Mensch besitzt, bestimmen seine Gene. Und so können die Blutgruppen der Eltern nur bestimmte Blutgruppen an die Kinder vererben oder es sind im Umkehrschluss bestimmte Blutgruppen nicht möglich.

Blutgruppe vom
1. Elternteil
Blutgruppe vom
2. Elternteil
mögliche Blutgruppen der Kinder:
0 0 0 - - -
0 A 0 A - -
0 B 0 - B -
0 AB - A B -
A A 0 A - -
A B 0 A B AB
A AB - A B AB
B B 0 - B -
B AB - A B AB
AB AB - A B AB

 

Eine Besonderheit ist das rezessiv, also ein nicht in Erscheinung tretendes vererbbares Gen (Allel) der Blutgruppe 0. Dieses verhält sich rezessiv gegenüber den Genen der Blutgruppen A und B.

Die Gene der Blutgruppen A und B werden dominant, also überdeckend, vererbt.