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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen

GEBÄUDE-ENERGIEAUSWEIS

Bisher kannten wir die Energie-Schluckspechte nur von den Energielabels bei Haushaltsgeräten oder den Verbrauchsangaben bei Kraftfahrzeugen. Seit 1. Januar 2009 wird eine Energiezertifizierung als weitere Orientierungshilfe nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) auch bei privaten und gewerblichen Immobilien, ausgenommen Gebäude mit weniger als 50 m² Nutzfläche und denkmalgeschützte Gebäude, EU-weit gesetzlich zur Auflage gemacht.

Bei einem Mieterwechsel, Pächterwechsel oder einem Verkauf muss dann der Energiebedarf für Heizung und Warmwasserbereitung durch einen Energieausweis dokumentiert werden, der gegebenenfalls auch Modernisierungsempfehlungen ohne Umsetzungsverpflichtung enthält. Ab 1. Mai 2014 ist der Energieausweis oder eine Kopie davon bereits bei einer Besichtigung dem potentiellen Käufer vorzulegen oder durch Auslegen oder durch Aushang zugänglich zu machen.

Energieverbrauchskennwert (EVK)
In Immobilienanzeigen sind bereits folgende Angaben zu machen:
Art des Energieausweises,
Wert des Endenergiebedarfs oder
Endenergieverbrauchs des Gebäudes,
Heizungsenergieart,
das im Energieausweis genannte Gebäudebaujahr
sowie die Energieeffizienzklasse A+ … H
Energie-
effizienzklasse
Endenergie
[kWh/(m²·a)]
A+ < 30
A < 50
B < 75
C < 100
D < 130
E < 160
F < 200
G < 250
H
> 250

Tipp: Bei der Suche nach neuen Büroimmobilien kann also jetzt schon im Voraus genau berechnet werden, welche Immobilie die geringeren laufenden Kosten verursachen wird. Oftmals zahlt sich ein etwas höherer Mietpreis durch geringere Heizkosten schnell wieder aus. Denn gerade in Büros stellt die Heizleistung einen wichtigen Posten dar. Die Angestellten sitzen den ganzen Tag bewegungslos und haben daher meist schneller das Bedürfnis, die Heizung anzuschalten. Der Energiepass kann daher eine wichtige Entscheidungshilfe sein, wenn man ihn zu lesen weiß.

 

Die ermittelten Daten werden in Form eines Energiebedarfswertes nachgewiesen.
Die Angabe des Energiebedarfs erfolgt in kWh/m²·a Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr).
Die optische Darstellung erfolgt in einer Farbverlaufsskala von

Grün (hohe Energieeffizienz) über Gelb (durchschnittliche Energieeffizienz) bis Rot (schlechte Enrgieeffizienz)

 

Energiebedarf nach der Energieeinsparverordnung (EnEV). Grafik ist Bestandteil des Energieausweises
Energiebedarf nach der Energieeinsparverordnung (EnEV)
Diese Grafik ist Bestandteil des Energieausweises
Bei Nichtvorlage des Energieausweises (Gültigkeitsdauer 10 Jahre ab Ausstellungsdatum),
kann ein Bußgeld festgelegt werden.

 

Der Energieverbrauch wird entweder nach dem Energiebedarf oder nach dem Energieverbrauch ermittelt:

Bedarfsausweis

(Ermittlung des Energieverbrauchs auf Grundlage einer technischen Analyse der Bausubstanz, z. B. unter Einsatz einer Wärmebildkamera, und der Heizungsanlage eines Gebäudes. Die Ermittlung ist unabhängig vom individuellen Nutzerverhalten)

► Vorgeschrieben für alle Neubauten ab dem Jahr 2002.

► Für Wohngebäude bis zu 4 Wohneinheiten, für die der Bauantrag vor dem 01.11.1997 gestellt wurde, ist ab dem 01.10.2008 der Bedarfsausweis erforderlich.
Ausnahme: Wenn beim Bau selbst oder durch spätere Modernisierungsmaßnahmen mindestens das Anforderungsniveau der 1. Wärmeschutzverordnung vom 11.08.1977 erreicht wurde, ist die Verbrauchsmessung zulässig.


Verbrauchsausweis

(Diese Energieverbrauchsermittlung ist stark vom individuellen Nutzerverhalten abhängig und erfolgt nach dem tatsächlichen Durchschnittsverbrauch der letzten 3 Jahre, bereinigt um den standortindividuellen Klimafaktor. Damit wird erreicht, dass starke Schwankungen im Klima egalisiert werden.

► Für alle anderen Bestandsgebäude besteht Wahlfreiheit zwischen Bedarfs- und Verbrauchsmessung.

 

Es gelten folgende Übergangsfristen für alle Eigentümer:

Vor dem 1. Januar 1985 eingebaute Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen arbeiten, dürfen ab 2015 nicht mehr betrieben werden.
Für nach dem 1. Januar 1985 eigebaute Heizkessel
besteht ein Betriebsverbot nach Ablauf von 30 Jahren.

Die Austauschpflicht gilt nicht für vorhandenen Niedertemperatur-Heizkessel oder Brennwertkessel, sowie für heizungstechnische Anlagen, deren Nennleistung weniger als 4 Kilowatt oder mehr als 400 Kilowatt beträgt. Ein Bestandschutz gilt für Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine Wohnung am 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat.

 

Link KfW-Energiesparhäuser

Link VO zur Änderung der Energieeinsparverordnung - EnEV vom 29. April 2009 (BGBl I Nr. 23)