CODE - Knacker

Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen

HOCHZEITSBRÄUCHE

Brautschuhe

In früheren Zeiten waren viele Leute sehr arm und mussten für die Aussteuer jeden Pfennig dreimal umdrehen. Ihren Fleiß und ihre Sparsamkeit bewies die Braut, indem sie ihre Brautschuhe mit oft jahrelang gesammelten Pfennigen bezahlte. Für den Ehemann waren diese Tugenden wie eine Garantie für eine sparsame und treue Ehefrau. Im Zeitalter der Kredit- und Scheckkarten wird dieser Brauch immer weniger gepflegt. Hinzu kommt noch, dass nur noch vereinzelt Geschäftsinhaber Verständnis für diesen Brauch haben. Der Ersatz des Pfennigs durch den Cent wird diesen Brauch sicherlich in der Versenkung verschwinden lassen.

Junggesellenabschied

Das ist der Brauch des Bräutigams, mit Freunden den Abschied vom bisherigen Junggesellendasein ausgelassen zu feiern, denn es ist die letzte Möglichkeit vor dem neuen Lebensabschnitt, den man dann gemeinsam mit seinem Partner geht. Im Laufe der Zeit wird dieser Brauch auch von immer mehr Bräuten übernommen.

Polterabend

Das lärmende Zerschlagen von Porzellan und Steingut vor dem Brauthaus sollte früher die Unglück bringenden bösen Geister vertreiben. Weil Glas ein Symbol für Glück ist, das ja gerade in der zukünftigen Ehe ganz bleiben soll, durfte kein Glas zerworfen werden, denn Glas zerschlagen bedeutet Glück zerschlagen (zerbrochenes Glas bringt sieben Jahre Unglück). Anschließend ist es  Aufgabe des Paares, gemeinsam die Scherben zusammenzukehren, was dem Versprechen gleichkommt, auch in der Ehe alles gemeinsam zu machen und Probleme gemeinsam zu lösen.

Hochzeitskleid

Die traditionelle Farbe "weiß" steht symbolisch für Reinheit, Vollkommenheit, Freude und Festlichkeit. In einigen Gegenden ist es Brauch, aus dem Brautkleid später das Taufkleid für den Nachwuchs zu nähen. Im Übrigen darf der Bräutigam das Brautkleid vor der Hochzeit nicht zu Gesicht bekommen, denn das würde kein Glück bringen.
Auch ein selbst genähtes Brautkleid bringt dem Aberglauben nach Unglück: "So viele Stiche, so viele Tränen", sagt der Volksmund

Reis werfen

Nach der standesamtlichen oder kirchlichen Trauung werfen die Gäste als Symbol der Fruchtbarkeit traditionell Reiskörner, neuerdings aber auch Konfetti über das Paar. Um nicht den Unmut des Standesbeamten oder Pfarrers heraufzubeschwören, sollte vorher das Vorhaben abgesprochen werden. Es bestehen heutzutage oft gerechtfertigte Bedenken gegenüber dem Brauch mit Nahrungsmitteln zu werfen obwohl in vielen Teilen der Welt gehungert wird. Auch wegen der Verunreinigung und Rutschgefahr und damit verbundener Unfallgefahr bestehen oft Vorbehalte.

Den gleichen Hintergrund, nämlich reichen Kindersegen zu erbitten, verfolgt auch die Tradition der Blumenkinder, Blütenblätter vor das Brautpaar zu streuen oder eine Storchimitation auf dem Hausdach der Frischvermählten anzubringen.

Brautstrauß werfen

Eine weitere Tradition ist, dass sich alle unverheirateten Frauen um die Braut versammeln und diese dann mit verschlossenen Augen oder über den Rücken den Brautstrauß in die Luft wirft. Diejenige unverheiratete Frau, die den Strauß fängt, wird als nächste heiraten.

Hindernisse aus dem Weg räumen

Im Anschluss an die Trauungszeremonie spannen Freunde des Bräutigams ein Seil vor das Kirchenportal. Der Bräutigam muss sich mit einem kleinen Obolus von seinen Jugendsünden freikaufen, erst dann darf er über das Seil steigen.

Ein weiterer Brauch ist es, nach der Trauung entweder vor dem Standesamt beziehungsweise der Kirche oder vor der gemeinsamen Wohnung den Weg mit einem Baumstamm zu versperren. Dieser muss vom Brautpaar gemeinsam zersägt werden (keine Elektrosäge), symbolisch für die nunmehr auch gemeinsam zu bewältigenden Hindernisse im Eheleben.

Sehr beliebt ist auch der Brauch, nach der standesamtlichen oder kirchlichen Trauung dem Brautpaar den Weg durch ein Bettlaken oder festem Papier mit einem aufgemalten Rosenherz zu versperren. Das Brautpaar muss nun auf dem weiteren Weg dieses Herz mit einem Schere ausschneiden und durch dieses gemeinsam hindurchsteigen.

Dosen hinter dem Brautauto

Von Freunden und Gästen werden hinten an das Brautauto leere Blechdosen an einer Schnur befestigt, so dass beim Fahren ein lautes Scheppern ertönt. Meistens wird dieses Dosenscheppern noch von allen am Hochzeitszug beteiligten Fahrzeugen (diese sind an einer weißen Schleife an der Autoantenne zu erkennen) durch ein lautes Hupkonzert begleitet. Jetzt wird sicherlich niemandem mehr entgehen, dass hier ein frisch verheiratetes Paar unterwegs ist.

Braut über die Schwelle tragen

Da man früher glaubte, die bösen Geister haben sich unter der Türschwelle eingenistet und wollen die Braut zum stolpern bringen, musste beim Betreten der gemeinsamen Wohnung der junge Ehemann seine Angetraute über die Schwelle tragen.

Heutzutage wird in diesem Brauch das Versprechen gesehen, die junge Ehefrau künftig zu verwöhnen. Viele Ehemänner meinen jedoch, damit einen Herrschaftsanspruch in der Ehe anmelden zu können.

Eine weitere Deutung ist - jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt.

Brautentführung

In einem unaufmerksamen Augenblick wird die Braut von ihren Freunden (keine Trauzeugen) entführt. Diese Gruppe macht nunmehr einen Zug durch die umliegenden Lokale und nimmt überall ein Getränk zu sich. Nachdem der Bräutigam die Entführung entdeckt hat oder er einen Besen als Braut verkleidet zum Tanzen in die Hand gedrückt bekommt, weil er das Verschwinden nicht bemerkt hat, nimmt er die Verfolgung auf. Zunächst muss er überall die entstandene Zeche bezahlen. Erst wenn der Bräutigam die Gruppe entdeckt hat, ist dieser Spaß zu Ende. Zuletzt muss er seine Braut in jenem Lokal noch freikaufen, was meistens in Form einiger Runden geschieht. Sind im Lokal zu dieser Zeit nur wenige Gäste anwesend, so bezieht der Bräutigam auch diese mit in die Freirunde(n).

Schleierrupfen

Um Mitternacht wird der Schleier zum Zerreißen freigegeben. Wer von den unverheirateten Frauen beim Abtanzen des Schleiers das größte Stück erwischt, für diejenige wird die eigene Heiratschance am größten sein.

Schleiertanz

Bei dieser Variante löst die Braut gegen Mitternacht ihren Schleier. Ihr werden die Augen verbunden und ihre unverheirateten Freundinnen tanzen um sie herum. Die Braut versucht einer ihrer Freundinnen den Schleier aufzusetzen. Nächste Braut wird diejenige, bei der es ihr gelingt.

Versteigerung

Nicht nur wegen der willkommenen Abwechslung, sondern auch um dem Brautpaar eine kleine finanzielle Starthilfe zu geben, wird zu später Stunde eine Auktion durchgeführt. Meistens sind es die Brautschuhe oder kleine Accessoires die unter den Hammer kommen. Je nach Versteigerungsvariante des Auktionators und dem Ansporn der Gäste können so schon nennenswerte Beträge zusammenkommen.

Hochzeitstorte

wird vom Brautpaar gemeinsam angeschnitten. Der mit der oben liegenden Hand wird in der Ehe den Ton angeben, so sagt man.

Unter dem Pantoffel stehen

Bei Frischvermählten wurde einem alten Brauch folgend versucht, sich gegenseitig auf die Füße zu treten. Wem dieses zuerst gelang, dem sagte man die Oberhand in der Ehe voraus.
Hiervon abgeleitet entstand die Redensart "unter dem Pantoffel stehen" und bezeichnet in der Regel, wenn die Frau das Sagen in einer Ehe hat.

 

Und warum soll sie unter die Haube kommen?
Im Mittelalter durften die Frauen bis zur Hochzeit bzw. bis zum Hochzeitstermin die Haare offen tragen.
Mit der Heirat wurden als Erkennungszeichen die Haare geflochten und streng hochgesteckt unter einer Haube verborgen.