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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen

JAHRRINGE BEI BÄUMEN

Douglasie
Jahrringe bei einer Douglasie-Stammscheibe
(Forstlicher Versuchsgarten Grafrath)

 

Der in gefällten Bäumen sichtbar werdende Maserung im Stammquerschnitt, zeigt abwechselnd helle (lockeres Frühholz der Wachstumsphase im Frühjahr und Sommer) und dunkle (dichtes Spätholz der Ruhephase ab Spätsommer) Ringe in unterschiedlichen Breiten, die sich im Laufe eines Baumlebens infolge von unterschiedlichen Wachstumsbedingungen gebildet haben. Aus der Anzahl der Jahrringe kann das Alter des Baumes abgelesen werden.

Dabei verläuft das Baumwachstum in unterschiedlichen Phasen. Ein gemäßigtes Wachstum ist an schmalen Jahrringen zu erkennen und beispielsweise auf ungünstige Lichtverhältnisse durch andere umgebende Bäume oder von der Norm abweichende längere Dürre- , Hitze- oder Kälteperioden zurückzuführen. Breite Jahrringe zeugen von einem Wachstumsschub. Kontrastreiche, gleichbreite Jahrringe weisen darauf hin, dass der Baum in seinem Wachstum von Lichteinfall (freistehender Baum), Nährstoffangebot, Temperatur oder Pilz- und Schadinsektenbefall nicht maßgeblich beeinflusst wurde.

Borke Die äußerste Schicht dient nur noch als Schutzfunktion und besteht aus totem Holz.

Bast oder sekundäre Rinde verwandelt sich in Kork und anschließend in Borke.

Kambium Beim Dickenwachstum werden hier neue Zellen gebildet, die danach als letzten Jahresring beim Splintholz zu sehen sind.

Splintholz schließt als jüngeres Holz an das Kernholz an. Es ist in der Regel hell und weniger hart und dauerhaft. Im lebenden Splintholz erfolgt über das Kapillarsystem (Leitbahnen) die Wasser- und Nährstoffversorgung eines Baumes von der Wurzel bis in die Blätter.

Kernholz ist bei älteren Bäumen der innere und meistens dunklere Kern (eingelagerte Stoffe) eines Stammes, der aus abgestorbenen Zellen besteht und keine Wasser- und Nährstoffleitfunktion mehr ausübt. Es ist als eigentliches Trägergerüst härter, dichter, schwerer als auch widerstandsfähiger gegenüber Pilz- und Schadinsektenbefall. Einige Bäume wie beispielsweise die Birke, Erle oder Linde bilden kein Kernholz.

Mark oder Markröhre Dünne Röhre in der Stammmitte. Die beim Baumspross erforderliche Wasserversorgung und Speicherung wird später nicht mehr benötigt und wird funktionslos. Das Mark besteht dann nur noch aus abgestorbenen und mit Luft gefüllten Zellen.

Auf dem Wissensgebiet der Dendrochronologie (Lehre vom Baumalter) werden anhand der in Form und Größe unterschiedlich ausgebildeten Jahrringe Altersbestimmungen vorgenommen sowie Rückschlüsse auf die vorherrschenden Wachstumsbedingungen gezogen.
Aufgrund von fehlenden Jahreszeiten in tropischen und subtropischen Gebieten und den damit einhergehenden gleichbleibenden klimatischen Bedingungen, bilden dort wachsende Bäume keine oder optisch nicht sichtbare Jahresringe aus. Damit sind dendrochronologische Verfahren in diesen Fällen meistens nicht anwendbar.