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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen


SCHUFA

SCHUFA = Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Die Gründung geht bereits auf das Jahr 1927 zurück. Die Anteilseigner setzen sich hauptsächlich aus Banken, Sparkassen und Handelsbetrieben zusammen.

Um finanzielle Risiken zu vermeiden, müssen Kreditsuchende gegenüber Kreditgebern (Banken, Sparkassen, Privatkreditinstitute, Versandhäuser, Leasinggeber, Kreditkartengesellschaften, Telekommunikationsunternehmen, Vermieter) ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse offenbaren. Zwecks Überprüfung der gemachten Angaben, werden diese Personen grundsätzlich vom Kreditgeber aufgefordert, ein schriftliches Einverständnis über eine Auskunftseinholung bei der SCHUFA abzugeben (SCHUFA-Klausel).

Bei der zuständigen SCHUFA-Geschäftsstelle sind neben Name, Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort, Anschrift und frühere Anschriften auch kreditbetreffende Angaben wie beispielsweise (gespeichert werden in der Regel die letzten drei Jahre):

Kredit- und Leasingverträge, Girokontoeröffnung, Ausgabe einer Kreditkarte, Einrichtung eines Mobilfunkvertrages, Errichtung eines Versandhauskontos, bestehende Kredite, Zahlungsrückstände, unwidersprochene zweite Mahnungen, unwidersprochene gerichtliche Mahnbescheide, Vollstreckungsbescheide, eidesstattliche Versicherungen, Haftbefehle, private Insolvenzverfahren. Hat ein Gläubiger ein Urteil über eine uneinbringliche Forderung erwirkt, so werden diese Daten 30 Jahre lang vermerkt. Es werden allerdings keine Daten über das Einkommen oder Vermögen und über den Arbeitgeber an die SCHUFA gemeldet.

 

Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) - Auszug aus § 28a Datenübermittlung an Auskunfteien

(Stand: 03/2017)

(1) Die Übermittlung personenbezogener Daten über eine Forderung an Auskunfteien ist nur zulässig, soweit die geschuldete Leistung trotz Fälligkeit nicht erbracht worden ist, die Übermittlung zur Wahrung berechtigter Interessen der verantwortlichen Stelle oder eines Dritten erforderlich ist und
11. die Forderung durch ein rechtskräftiges oder für vorläufig vollstreckbar erklärtes Urteil festgestellt worden ist oder ein Schuldtitel nach § 794 der Zivilprozessordnung vorliegt,
2. die Forderung nach § 178 der Insolvenzordnung festgestellt und nicht vom Schuldner im Prüfungstermin bestritten worden ist,
3. der Betroffene die Forderung ausdrücklich anerkannt hat,
4.a) der Betroffene nach Eintritt der Fälligkeit der Forderung mindestens zweimal schriftlich gemahnt worden ist,
b) zwischen der ersten Mahnung und der Übermittlung mindestens vier Wochen liegen,
c) die verantwortliche Stelle den Betroffenen rechtzeitig vor der Übermittlung der Angaben, jedoch frühestens bei der ersten Mahnung über die bevorstehende Übermittlung unterrichtet hat und
d) der Betroffene die Forderung nicht bestritten hat oder
5. das der Forderung zugrunde liegende Vertragsverhältnis aufgrund von Zahlungsrückständen fristlos gekündigt werden kann und die verantwortliche Stelle den Betroffenen über die bevorstehende Übermittlung unterrichtet hat.

 

Zusätzlich werden die erfassten Personen nach einem mathematisch-statistischen 1.000-Punkteverfahren (Scoring) bewertet. Dieses Verfahren berechnet nach den Grundsätzen der Wahrscheinlichkeitsrechnung ein mögliches Ausfallrisiko und erstellt Rating-Gruppen. Wer in einer Gegend mit vielen Kleinkreditanträgen wohnt, die oft nicht vertragsgemäß getilgt werden, hat bereits mit einem Punkteabzug zu rechnen. Wurden eigene Kredite oder Leasingverträge in der Vergangenheit vereinbarungsgemäß bezahlt, so gibt es Pluspunkte. Geschiedene haben wegen möglichen Unterhaltsverpflichtungen genauso schlechte Karten wie Selbständige aufgrund deren unregelmäßigen Einkommens. Gleiches gilt für Personen die zu jung oder zu alt sind. Informationen über Nationalität, Beruf, Einkommen, Wohngegend oder Familienstand fließen nach Angaben der SCHUFA nicht in die Score-Berechnung ein.
Ausnahme: Wenn keine personenbezogenen kreditrelevanten Informationen vorliegen, können auf Antrag auch kreditrelevante Daten aus der direkten Umgebung der Anschrift herangezogen werden.

 

Der SCHUFA-Basisscore für Verbraucher sagt in Prozent aus, wie groß die generelle Wahrscheinlichkeit ist, mit der jemand seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Bei einem Basisscore von beispielsweise 95,5 %

 

95,5 %  

 

werden voraussichtlich zum angegebenen Prozentsatz Kredite termingerecht zurückbezahlt oder Rechnungen vertragsgemäß beglichen. Dieser Basisscore wird zu Beginn eines jeden Quartals aktualisiert.

Persönliche Score-Werte zur Einschätzung der eigenen Kreditwürdigkeit:


97,5 % - 100 %: sehr geringe Ausfallwahrscheinlichkeit
95 % - 97,5 %: überschaubares Risiko
90 % - 95 %: akzeptables Risiko
80 % - 90 %: erhöhte bis hohe Ausfallwahrscheinlichkeit
50 % - 80 %: signifikantes Risiko
0% - 50 %: kritisches Risiko

► Dieser Score wird vierteljährlich aktualisiert.

 

SCHUFA-Branchenscores geltenden als Information für die Schufa-Vertragspartner und werden speziell für folgende Branchen errechnet: Banken (Groß-, Privat-, Auto-, Direktbanken, Spezialkreditinstitute), Genossenschaftsbanken, Sparkassen, Hypothekenbanken, Handel, Versandhandel, Telekommunikation, BusinessLine (Kleingewerbetreibender, Freiberufler). Im Gegensatz zumBasisscore wird der Branchenscore täglich neu berechnet.

 

Der nachstehenden Branchen-Scores sollen als Beispiel für die Abstufung der Ratingstufen dienen.
Diese Scores beschreiben die generelle Wahrscheinlichkeit mit der ein Verbraucher seine vertraglich eingegangenen Zahlungsverpflichtungen nachkommen wird.

Ratingstufe A bezeichnet das geringste Vertragsrisiko, Ratingstufe P das höchste Vertragsrisiko.

 

Ratingstufe Ausfallrisiko
bei Bankgeschäften mit
Privatkunden
Ausfallrisiko
Kleingewerbetreibende
Ausfallrisiko
Freiberufler

keine
offenen Negativ-
merkmale

A 0,80 % 0,90 % 0,41 %
B 1,64 % 1,53 % 0,61 %
C 2,47 % 2,09 % 0,90 %
D 3,10 % 2,37 % 1,10 %
E 4,38 % 3,18 % 1,15 %
F 6,21 % 4,16 % 1,89 %
G 9,50 % 6,28 % 2,57 %
H 16,74 % 10,59 % 4,45 %
I 25,97 % 16,78 % 7,94 %
K 32,56 % 21,63 % 8,38 %
L 41,77 % 28,26 % 15,59 %
M 60,45 % 41,88 % 27,82 %

offene Negativ-
merkmale

N 48,47 % 43,16 % 37,65 %
O 77,57 % 83,36 % 76,75 %
P 96,08 % 98,97 % 98,06 %
Quelle: www.schufa.de (Stand: 03/2017)

 

Die individuell gespeicherten Daten können von den Kreditgebern (z. B. Leasinggesellschaften - mit uneingeschränktem Auskunftsrecht), bei berechtigtem Interesse auch von Privatpersonen (z. B. Vermieter - mit eingeschränktem Auskunftsrecht) gebührenpflichtig erfragt werden.

Beim Verdacht, dass eine unrichtige Eintragung bei der SCHUFA HOLDING AG gespeichert ist, besteht nach Einholung einer Eigenauskunft (diese enthält auch alle gespeicherten Einzeldaten, die ein fremder Auskunftsersuchender nicht sieht) Anspruch auf gebührenfreie Berichtigung.

 

Seit dem 1. April 2010 sind die SCHUFA sowie alle anderen Auskunfteien gesetzlich verpflichtet, auf Antrag eines Verbrauchers (telefonisch, im Internet, in Service-Büros) einmal im Jahr eine kostenlose Auskunft über die gespeicherten Daten zu erteilen. So besteht auch die Möglichkeit, eventuelle Falscheintragungen korrigieren zu lassen.

Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) - § 34 Auskunft an den Betroffenen

(Stand 06/2017)

(1) Die verantwortliche Stelle hat dem Betroffenen auf Verlangen Auskunft zu erteilen über
1. die zu seiner Person gespeicherten Daten, auch soweit sie sich auf die Herkunft dieser Daten beziehen,
2. den Empfänger oder die Kategorien von Empfängern, an die Daten weitergegeben werden, und
3. den Zweck der Speicherung.
Der Betroffene soll die Art der personenbezogenen Daten, über die Auskunft erteilt werden soll, näher bezeichnen. Werden die personenbezogenen Daten geschäftsmäßig zum Zweck der Übermittlung gespeichert, ist Auskunft über die Herkunft und die Empfänger auch dann zu erteilen, wenn diese Angaben nicht gespeichert sind. Die Auskunft über die Herkunft und die Empfänger kann verweigert werden, soweit das Interesse an der Wahrung des Geschäftsgeheimnisses gegenüber dem Informationsinteresse des Betroffenen überwiegt.

(1a) Im Fall des § 28 Absatz 3 Satz 4 hat die übermittelnde Stelle die Herkunft der Daten und den Empfänger für die Dauer von zwei Jahren nach der Übermittlung zu speichern und dem Betroffenen auf Verlangen Auskunft über die Herkunft der Daten und den Empfänger zu erteilen. Satz 1 gilt entsprechend für den Empfänger.

(2) Im Fall des § 28b hat die für die Entscheidung verantwortliche Stelle dem Betroffenen auf Verlangen Auskunft zu erteilen über
1. die innerhalb der letzten sechs Monate vor dem Zugang des Auskunftsverlangens erhobenen oder erstmalig gespeicherten Wahrscheinlichkeitswerte,
2. die zur Berechnung der Wahrscheinlichkeitswerte genutzten Datenarten und
3. das Zustandekommen und die Bedeutung der Wahrscheinlichkeitswerte einzelfallbezogen und nachvollziehbar in allgemein verständlicher Form.
Satz 1 gilt entsprechend, wenn die für die Entscheidung verantwortliche Stelle
1. die zur Berechnung der Wahrscheinlichkeitswerte genutzten Daten ohne Personenbezug speichert, den Personenbezug aber bei der Berechnung herstellt oder
2. bei einer anderen Stelle gespeicherte Daten nutzt.
Hat eine andere als die für die Entscheidung verantwortliche Stelle
1. den Wahrscheinlichkeitswert oder
2. einen Bestandteil des Wahrscheinlichkeitswerts
berechnet, hat sie die insoweit zur Erfüllung der Auskunftsansprüche nach den Sätzen 1 und 2 erforderlichen Angaben auf Verlangen der für die Entscheidung verantwortlichen Stelle an diese zu übermitteln. Im Fall des Satzes 3 Nr. 1 hat die für die Entscheidung verantwortliche Stelle den Betroffenen zur Geltendmachung seiner Auskunftsansprüche unter Angabe des Namens und der Anschrift der anderen Stelle sowie der zur Bezeichnung des Einzelfalls notwendigen Angaben unverzüglich an diese zu verweisen, soweit sie die Auskunft nicht selbst erteilt. In diesem Fall hat die andere Stelle, die den Wahrscheinlichkeitswert berechnet hat, die Auskunftsansprüche nach den Sätzen 1 und 2 gegenüber dem Betroffenen unentgeltlich zu erfüllen. Die Pflicht der für die Berechnung des Wahrscheinlichkeitswerts verantwortlichen Stelle nach Satz 3 entfällt, soweit die für die Entscheidung verantwortliche Stelle von ihrem Recht nach Satz 4 Gebrauch macht.

(3) Eine Stelle, die geschäftsmäßig personenbezogene Daten zum Zweck der Übermittlung speichert, hat dem Betroffenen auf Verlangen Auskunft über die zu seiner Person gespeicherten Daten zu erteilen, auch wenn sie weder automatisiert verarbeitet werden noch in einer nicht automatisierten Datei gespeichert sind. Dem Betroffenen ist auch Auskunft zu erteilen über Daten, die
1. gegenwärtig noch keinen Personenbezug aufweisen, bei denen ein solcher aber im Zusammenhang mit der Auskunftserteilung von der verantwortlichen Stelle hergestellt werden soll,
2. die verantwortliche Stelle nicht speichert, aber zum Zweck der Auskunftserteilung nutzt.
Die Auskunft über die Herkunft und die Empfänger kann verweigert werden, soweit das Interesse an der Wahrung des Geschäftsgeheimnisses gegenüber dem Informationsinteresse des Betroffenen überwiegt.

(4) Eine Stelle, die geschäftsmäßig personenbezogene Daten zum Zweck der Übermittlung erhebt, speichert oder verändert, hat dem Betroffenen auf Verlangen Auskunft zu erteilen über
1. die innerhalb der letzten zwölf Monate vor dem Zugang des Auskunftsverlangens übermittelten Wahrscheinlichkeitswerte für ein bestimmtes zukünftiges Verhalten des Betroffenen sowie die Namen und letztbekannten Anschriften der Dritten, an die die Werte übermittelt worden sind,
2. die Wahrscheinlichkeitswerte, die sich zum Zeitpunkt des Auskunftsverlangens nach den von der Stelle zur Berechnung angewandten Verfahren ergeben,
3. die zur Berechnung der Wahrscheinlichkeitswerte nach den Nummern 1 und 2 genutzten Datenarten sowie
4. das Zustandekommen und die Bedeutung der Wahrscheinlichkeitswerte einzelfallbezogen und nachvollziehbar in allgemein verständlicher Form.
Satz 1 gilt entsprechend, wenn die verantwortliche Stelle
1. die zur Berechnung des Wahrscheinlichkeitswerts genutzten Daten ohne Personenbezug speichert, den Personenbezug aber bei der Berechnung herstellt oder
2. bei einer anderen Stelle gespeicherte Daten nutzt.
(5) Die nach den Absätzen 1a bis 4 zum Zweck der Auskunftserteilung an den Betroffenen gespeicherten Daten dürfen nur für diesen Zweck sowie für Zwecke der Datenschutzkontrolle verwendet werden; für andere Zwecke sind sie zu sperren.

(6) Die Auskunft ist auf Verlangen in Textform zu erteilen, soweit nicht wegen der besonderen Umstände eine andere Form der Auskunftserteilung angemessen ist.

(7) Eine Pflicht zur Auskunftserteilung besteht nicht, wenn der Betroffene nach § 33 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2, 3 und 5 bis 7 nicht zu benachrichtigen ist.

(8) Die Auskunft ist unentgeltlich. Werden die personenbezogenen Daten geschäftsmäßig zum Zweck der Übermittlung gespeichert, kann der Betroffene einmal je Kalenderjahr eine unentgeltliche Auskunft in Textform verlangen. Für jede weitere Auskunft kann ein Entgelt verlangt werden, wenn der Betroffene die Auskunft gegenüber Dritten zu wirtschaftlichen Zwecken nutzen kann. Das Entgelt darf über die durch die Auskunftserteilung entstandenen unmittelbar zurechenbaren Kosten nicht hinausgehen. Ein Entgelt kann nicht verlangt werden, wenn
1. besondere Umstände die Annahme rechtfertigen, dass Daten unrichtig oder unzulässig gespeichert werden, oder
2. die Auskunft ergibt, dass die Daten nach § 35 Abs. 1 zu berichtigen oder nach § 35 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 zu löschen sind.
(9) Ist die Auskunftserteilung nicht unentgeltlich, ist dem Betroffenen die Möglichkeit zu geben, sich im Rahmen seines Auskunftsanspruchs persönlich Kenntnis über die ihn betreffenden Daten zu verschaffen. Er ist hierauf hinzuweisen.

 

 

Werbung und Wirklichkeit. Sie ersuchen bei einer Bank oder Sparkasse um einen Kredit und müssen feststellen, dass Ihr Kreditangebot höher liegt als in der Werbeaussage angegeben ist. Hierbei beruft sich das Kreditinstitut auf eine Angebotsklausel, die die Kreditzinshöhe von der Bonität des Kreditsuchenden abhängig macht.
Sie sind noch in der Ausbildung, Sie sind nicht beamtet, Sie sind Rentner, Sie haben erst kürzlich den Arbeitgeber gewechselt, Sie stottern noch einen anderen Kredit ab, Sie haben bereits einen SCHUFA-Eintrag, dann haben Sie schlechte Karten und müssen mit einem Risikoaufschlag beim Zinssatz rechnen. In diesem Fall heißt es - weitere Angebote einholen.

 

Link Online-Mahnantrag - Eine Anwendung der deutschen Mahngerichte