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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen


ANLAGEBERATUNG - RISIKOKLASSEN

Um die Kundenposition zu stärken und bei Beschwerden oder einer möglichen Falschberatung ein Beweismittel an die Hand zu geben, dass die Durchsetzung möglicher Schadenersatzansprüche deutlich erleichtert, muss ab Januar 2018 bei Privatkunden aufgrund des Zweiten Finanzmarktnovellierungsgesetz vom 23.06.2017 eine nicht standardisierten Geeignetheitserklärung erstellt werden.

Im Rahmen der Anlageberatung ist dem Kunden vor Vertragsabschluss ein schriftlicher Bericht vom Berater zu übergeben. Diese Erklärung beinhaltet einen Überblick über die erteilten Ratschläge mit entsprechenden Erläuterungen. Darin wird unter anderem darüber informiert, inwiefern die empfohlenen Anlageprodukte für den Kunden geeignet sind, welche Vorzüge die Anlageprodukte speziell für den Kunden haben und in welcher Weise das Anlageziel des Kunden berücksichtigt wurde..

Die Beratung muss so erfolgen, dass der Kunde in der Lage ist, mit seinem Kenntnisstand die empfohlenen Finanzprodukte zu verstehen und das damit einhergehende Risiko zu beurteilen imstande ist.

 

Ein Anlage- oder Finanzberater wird durch Befragung herausfinden, welche Anlageform bezüglich der geplanten Anlagedauer, des finanziellen Einsatzes oder der zu erwartenden Rendite, eine oder mehrere Anlageformen empfehlen, die einem auf seine persönlichen Verhältnisse abgestimmten Risikoprofil entsprechen. Hierfür bedient man sich üblicherweise anhand von 5 Risikoklassen, die allerdings von Bank zu Bank unterschiedlich, aber im Großen und Ganzen ähnlich sind. Eine Norm besteht bisher nicht. Hier folgt eine beispielhafte Aufzählung:

Risiko-
klasse
Art des Risikos In Betracht kommende Anlageformen
1 sicherheitsorientiert Sparbuch, Sparbrief, Sparplan, Tagesgeld, Termingeld, Festgeld, Bausparvertrag, Pfandbriefe, europäische Geldmarktfonds, IHS (Inhaberschuldverschreibung)
Hinweis! Anlagen in dieser Kategorie sind grundsätzlich über ein Einlagensicherungssystem abgesichert.
2 konservativ festverzinsliche Wertpapiere, Anleihen mit guter Bonität, Kommunalanleihen, Rentenfonds Europa, geldmarktnahe Fonds, offene Immobilienfonds
3 gewinnorientiert DAX-Aktien, Aktienfonds mit europäischen Standardwerten, Genussscheine, internationale Renten-, Aktien- und Mischfonds, Währungsanleihen mit hoher Bonität wie USA und Europa 
4 spekulativ Aktien und Aktienfonds mit europäischen und außereuropäischen Standardwerten, Zertifikate, Exchange-Traded Fund (ETF), Optionsscheine, Währungsanleihen mit mittlerer Bonität
5 sehr spekulativ Hochspekulative Anleihen, ausländische Aktien-Nebenwerte, Hebelzertifikate, Hedgefonds, Termingeschäfte (Optionen, Swaps, Futures), stille Beteiligung an einem Unternehmen.
Achtung! In dieser Risikoklasse ist ein Totalverlust möglich.