CODE - Knacker

Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen

ANLAGEBERATUNG - RISIKOKLASSEN

Um Privatbankkunden, die üblicherweise über keine Spezialkenntnisse verfügen, über die Beratung von Kapitalanlagemöglichkeiten einen Nachweis über das erfolgte Beratungsgespräch bezüglich der zugrunde liegenden Anlagerisiken zu geben, ist gemäß § 34 Wertpapierhandelsgesetz - WpHG ein Beratungsprotokoll zu erstellen, vom Berater zu unterzeichnen und nach Abschluss der Anlageberatung unverzüglich auszuhändigen. Sinn und Zweck eines Beratungsprotokolls sind, die Kundenposition zu stärken und bei Beschwerden oder einer möglichen Falschberatung ein Beweismittel an die Hand zu geben, dass die Durchsetzung möglicher Schadenersatzansprüche deutlich erleichtert.

Inhalt des Beratungsprotokolls (vom 1.1.2010 bis Ende 2017)

● Informationen über Ihre persönliche Situation, Ihre wesentlichen Anliegen und deren Gewichtung
● Angaben zum Anlass und zur Dauer des Beratungsgesprächs
● Informationen über die Finanzinstrumente und Wertpapierdienstleistungen, die Gegenstand der Anlageberatung sind
● Empfehlungen des Anlageberaters und die für diese Empfehlungen genannten wesentlichen Gründe
● Unterschrift des Kundenberaters
Quelle: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin

Ein Anlage- oder Finanzberater wird durch Befragung herausfinden, welche Anlageform bezüglich der geplanten Anlagedauer, des finanziellen Einsatzes oder der zu erwartenden Rendite, eine oder mehrere Anlageformen empfehlen, die einem auf seine persönlichen Verhältnisse abgestimmten Risikoprofil entsprechen. Hierfür bedient man sich üblicherweise anhand von 5 Risikoklassen, die allerdings von Bank zu Bank unterschiedlich, aber im Großen und Ganzen ähnlich sind. Eine Norm besteht bisher nicht.

Hinweis! Ab Januar 2018 wird bei Privatkunden das Beratungsprotokoll aufgrund des Zweiten Finanzmarktnovellierungsgesetz (2. FiMaNoG) [Drucksache 18/10936 vom 23.01.2017] von einer nichtstandadisierten Geeignetheitserklärung abgelöst. Dem Kunden wird in der vor Vertragsabschluss abzugebenden Erklärung vom Berater die Eignung für das empfolene Anlageprodukt erläutert wie dessen Vorzüge, Anlageziel des Kunden oder Eignung für diesen Kunden.

 

Risiko-
klasse
Art des Risikos In Betracht kommende Anlageformen (beispielhafte Aufzählung)
1 sicherheitsorientiert Sparbuch, Sparbrief, Sparplan, Tagesgeld, Termingeld, Festgeld, Bausparvertrag, Pfandbriefe, europäische Geldmarktfonds, IHS (Inhaberschuldverschreibung)
Hinweis! Anlagen in dieser Kategorie sind grundsätzlich über ein Einlagensicherungssystem abgesichert.
2 konservativ festverzinsliche Wertpapiere, Anleihen mit guter Bonität, Kommunalanleihen, Rentenfonds Europa, geldmarktnahe Fonds, offene Immobilienfonds
3 gewinnorientiert DAX-Aktien, Aktienfonds mit europäischen Standardwerten, Genussscheine, internationale Renten-, Aktien- und Mischfonds, Währungsanleihen mit hoher Bonität wie USA und Europa 
4 spekulativ Aktien und Aktienfonds mit europäischen und außereuropäischen Standardwerten, Zertifikate, Exchange-Traded Fund (ETF), Optionsscheine, Währungsanleihen mit mittlerer Bonität
5 sehr spekulativ Hochspekulative Anleihen, ausländische Aktien-Nebenwerte, Hebelzertifikate, Hedgefonds, Termingeschäfte (Optionen, Swaps, Futures), stille Beteiligung an einem Unternehmen.
Achtung! In dieser Risikoklasse ist ein Totalverlust möglich.