CODE - Knacker

Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen

HANDY - SAR

Die Diskussionen mehren sich hinsichtlich der von Mobilfunktelefonen ausgehenden, schädigenden thermischen und hochfrequenten elektromagnetischen Strahlungen, die zur Entstehung von Hirntumoren verantwortlich gemacht werden. Auch die Auslösung von Augenerkrankungen, Migräne, Depression oder Schlafstörungen werden diskutiert mit derzeit allerdings noch nicht gesicherten Erkenntnissen. Auch sich widersprechende Studien bis hin zu gefälschten Messwertreihen tragen zur Verunsicherung beim Nutzer bei.

Bei Normaltelefonierern ist diese Frage sicherlich nicht zu stellen - wie verhält es sich aber bei Vieltelefonierern (ab einer Stunde täglich - der Abruf oder die Eingabe von SMS ist hiervon ausgeklammert, da sich das Mobiltelefon nicht am Ohr befindet) und beim telefonieren unter ungünstigen Empfangsbedingungen (Die Handy-Sendeleistung variiert und sendet unter schlechten Empfangsbedingungen mit Höchstleistung, also bis zu zwei Watt. Die Empfangsleistung wird übrigens auf dem Display angezeigt). Da die Frage der elektromagnetischen Umweltverträglichkeit von wissenschaftlicher Seite als auch von Herstellerseite noch nicht eindeutig beantwortet werden kann, soll der Handybesitzer erkennen können, welchen gesundheitlichen Beeinträchtigungen er ausgesetzt ist und dabei entscheiden, inwieweit er diese für zumutbar hält.

Um annähernd beurteilen zu können, welche Strahlungsmenge von einem Handy ausgeht, wird diese in SAR-Werten (SAR = specific radiation absorption rates - spezifische Absorptionsrate) angegeben. SAR bezeichnet die absorbierte Energiemenge (Mikrowellen-Wattstärke) pro Kilogramm biologischem Gewebe.  Anders gesagt: Wie viel Wärme kann die Haut des Menschen aufnehmen und ableiten, ohne dass der Körper Schaden nimmt. Bei Mobiltelefonen ist gemäß einem EU-Standard der Kopfbereich in Ohrnähe für die SAR-Messwert-Berechnung maßgeblich. Derzeit soll der maximale "elektromagnetische Strahlungswert" freiwillig auf der Handy-Verpackung und in der Bedienungsanleitung angegeben werden, jedoch (leider) nicht auf dem Handy. Möglich ist die Angabe eines Messwertes (z. B. 0,85 SAR) oder eine Klasseneinteilung in Form von Belastungsklassen.

 

 0,4 SAR


Bei Handys die freiwillig mit dem "Blauen Umweltengel" gekennzeichnet sind, liegt der SAR-Wert unter 0,6 W/kg.

Typische SAR-Werte derzeitiger Mobilfunktelefone liegen zwischen 0,2 und 1,2 W/kg; der Grenzwert liegt entsprechend deutscher Norm bei 2 W/kg. Zum Vergleich: In den USA beträgt der Grenzwert 1,6 W/kg und bei dem von Monitoren her bekannten schwedischen TCO-Siegel liegt die Belastungshöchstgrenze nur noch bei 0,8 W/kg. Kritiker fordern vorsorglich sogar einen Grenzwert von 0,2 W/kg.

Link SAR-Suche von Mobiltelefonen beim Bundesamt für Strahlenschutz.

 

Link EMF-Datenbank (Online-Recherche von Messreihen und ortsfesten Funkanlagen bei der Bundesnetzagentur)


 Unter schwierigen Empfangsbedingungen und beim Verbindungsaufbau arbeitet das Handy mit voller Leistung und kann bei diesen Bedingungen das Kopfgewebe um einige zehntel Grad erwärmen. Daher möglichst nicht in gut abgeschirmten Gebäudeteilen (z. B. fensterloses Bad, Fahrstuhl, Keller, Tiefgarage, U-Bahnhof, Tunnel) oder im geschlossenen Fahrzeug telefonieren. Weiterhin sollte jedes Handygespräch so kurz wie möglich geführt werden.

 Kinder und Jugendliche nicht zu viel mit Handys telefonieren lassen. Bei dieser Gruppe verändert sich das Gewebe einschließlich des Nervensystems noch sehr stark und außerdem sind die Schädelknochen dünner als beim Erwachsenen. Gegebenenfalls ein Headset, bestehend aus Mikrofon und Ohrhörer, benutzen lassen.

Unterschiedliche Untersuchungen haben ergeben, dass nicht nur das Telefonieren  mit dem Handy am Ohr, sondern auch über eine Freisprechanlage das Unfallrisiko vervierfacht. Unter diesem Aspekt geht vermutlich vom Telefonieren im fahrenden Auto oder beim Fahrradfahren eine größere Gefahr aus als von der elektromagnetischen Handystrahlung.

 

Smartphones vs Herzschrittmachern (HSM) oder Defibrillatoren (Defis)

Einer im Jahr 2015 bekannt gemachten Studie des Deutschen Herzzentrum München zufolge, können bei bestimmten Smartphones elektromagnetische Felder entstehen, die in seltenen Fällen die Funktionen von Herzschrittmachern oder Defibriliatoren stören.

Als Fazit wurde die Empfehlung ausgesprochen, ein Mobiltelefon nicht direkt über dem Herzschrittmacher oder Defibrillator zu tragen (z. B. Hemdtasche oder Jackeninnentasche), sondern in mindestens 15 bis 20 cm Entfernung aufzubewahren und beim Telefonieren an das Ohr der entgegengesetzten Körperseite zum implantierten Gerät zu halten.

Ganz andere Gefahren gehen von der Handynutzung für Smombies aus. Smobie (Zusammensetzung aus Smartphone und Zombie) ist das Jugendwort des Jahres 2015 und beschreibt jene Spezies, die losgelöst von den sie umgebenden Mitmenschen, tief versunken auf das Handy starrend und unaufmerksam durch die Gegend laufen oder Fahrrad fahren.

Und hierin liegen nicht unbedeutende Gefahren. Unfallforscher sehen hier ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko, sowohl für den Smartphonenutzer als auch für Unbeteiligte.

Dadurch, dass Smartphones im Vergleich zu früher überall und ständig genutzt werden, ist auch das Risiko gestiegen, dass bei Unachtsamkeit des Nutzers oder Unfällen die Geräte kaputt gehen. Moderne Smartphones leisten viel und sind demnach auch nicht gerade kostengünstig. Aus diesem Grund kann es ratsam sein, eine Handyversicherung abzuschließen. Sollte das Gerät Schaden nehmen, kommt ein Anbieter wie onlineversicherung.de für die Reparaturkosten auf oder beteiligt sich, wenn nötig, an den Kosten für ein neues Smartphone. Es gibt noch eine weitere Gefahr für die Gesundheit durch die intensive Handynutzung: Infolge des oft und lange nach vorne geneigten Kopfes werden Nackenmuskulatur undWirbelsäule unnatürlich beansprucht und führen zu Verspannungen bis hin zu Rückenschmerzen.

Infolge des oft und lange nach vorne geneigten Kopfes werden Nackenmuskulatur und Wirbelsäule unnatürlich beansprucht und führen zu Verspannungen bis hin zu Rückenschmerzen.