CODE - Knacker

Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen


SILBER

Echt Silber

ist eine Legierung aus 80 % Silber und 20 % Kupfer.
Bei der Bezeichnung "Echt Silber" denkt man sicher an reines Silber. Dieses ist jedoch für Gebrauchsgegenstände zu weich.

Entsprechende Gegenstände tragen neben dem Herstellerzeichen den Silberstempel
Halbmond und Krone
Halbmond und Krone

Seit 1888 einheitliches Silberzeichen (in 3 Varianten) für Deutschland. Der Halbmond steht für Silber, die Krone für die Reichskrone.

Link KARAT

Silberauflage

Auf galvanischem Wege werden minderwertigere Metalle mit einer dauerhaften Silberschicht überzogen und sind somit von echtem Silber optisch nicht zu unterscheiden. Lediglich der Versilberungsgrad gibt Aufschluss.
So geben beispielsweise die eingeschlagenen Kennzeichnungen 60 g, 90 g oder 120 g den Versilberungsgrad für ein Dutzend genormte Besteckteile an. Die Standardversilberungskennzeichnung 90 g bezieht sich auf eine Materialoberfläche vom 24 dm². Und diese 24 dm² entsprechen der Oberfläche von 12 Tafellöffeln und 12 Tafelgabeln. Somit sind beim 90er Besteck insgesamt 90 g Silber auf 24 Besteckteile aufgetragen.
Der Zusatz "EP" steht für "electroplated" und bedeutet, dass die Versilberung galvanisch erfolgte.
Eine andere Kennzeichnung ist die Angabe der Silberschichtdicke in µm (sprich: Mikrometer);
Beispiel: 37 µm = 0,037 mm, was einer Silberauflage von 90 g entspricht. (Zur Erinnerung: 1.000 µm = 1 mm)

Altsilber

ist künstlich nachgedunkeltes Silber.

Neusilber (veraltet auch: Alpaka)

ist einer silberähnliche Kupfer-Zink-Nickel-Legierung (75-90 % Cu, 10-25 % Ni, 10-25 % Zn)

 

Silber-Feingehaltsangaben:

Silber 800 - Gebrauchssilber  (800 Teile Feinsilber - 200 Teile Kupfer)
Silber 835 - Gebrauchssilber  (835 Teile Feinsilber - 165 Teile Kupfer)
Silber 900 - Münzsilber            (900 Teile Feinsilber - 100 Teile Kupfer)
Silber 925 - Sterlingsilber        (925 Teile Feinsilber -   75 Teile Kupfer)
Silber 950 - Medaillensilber     (950 Teile Feinsilber -   50 Teile Kupfer)

 

10-EURO-Gedenkmünzen

enthalten bis zum Ausgabejahr 2010 925 Tausendteile Silber und 75 Tausendteile Kupfer;
ab dem Ausgabejahr 2011 nur noch 625 Tausendteile Silber und 375 Tausendteile Kupfer.

Sterling silver

wird als solches bezeichnet, wenn der Feingehalt von 925/1000 beträgt.
Kennzeichnung erfolgt historisch mit einem schreitenden Löwen (lion passant) lion passant (schreitender Löwe) für Sterling Silber

Amalgam

Legierung aus 50 % Quecksilber, 34 % Silber, 9 % Zinn, 5 % Kupfer, 2 % andere Bestandteile.

Silbersulfid

bewirkt das so genannte "Anlaufen" durch den in der Luft vorhandenen Schwefelwasserstoff.

 

Silber (lateinisch: Argentum, chemisches Symbol Ag)- Feind der Bazillen
Silber besitzt desinfizierende Eigenschaften. Das machen sich Hersteller von Medizinprodukten zunutze und versehen Wundverbände, Pflaster, Katheter oder Salben mit Silber und vermindern oder verhindern damit das Infektionsrisiko.

Wäschehersteller verwenden silberhaltige Garne für die Unterwäscheherstellung und vermindern damit krankheitsbedingte Überempfindlichkeiten der Haut, z. B. bei Neurodermitis. Aus antimikrobiell ausgerüsteten Silbergarnen gefertigte Socken vermindern unangenehme Schweißgerüche.

In der Küche werden silberbeschichtete Lebensmittelaufbewahrungsbehältnisse zur längeren Haltbarkeit von Lebensmitteln verwendet. Oder - Spülbecken werden aus einer Silbermaterialrezeptur gefertigt. Bei Flüssigkeitskontakt werden winzige Silberionen freigesetzt und bewirken die Abtötung von gefährlichen Schimmelpilzen und bakteriellen Verunreinigungen.

Bei allen Vorteilen gibt es immer noch nicht ausgeräumte gesundheitliche und umweltbelastende Bedenken gegenüber der antimikrobiellen Ausrüstung mit Silber, insbesondere dann, wenn dieses in Form von Nanopartikeln verwendet wird.

Und dann gilt immer noch der Grundsatz, dass wir unser Umfeld nicht zu sehr sterilisieren. Die Folge wäre eine Unterforderung des körpereigenen Immunsystems und fördert damit die Zunahme von Allergien und macht ebenso resistent gegenüber krankmachende Bakterien, gegen die Nanosilber eigentlich wirken sollten.

Außer einer ab 2013 in der EU für Kosmetika beschlossenen Kennzeichnungspflicht von Inhaltsbestandteilen in Nanoform, also auch Nanosilber, besteht bisher keine weitere gesetzliche Pflicht zur Kennzeichnung.

Es sollte in diesem Zusammenhang auch die Warnung des BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) vom 10.6.2010 nicht unbeachtet bleiben. Demnach ist noch nicht abschließend geklärt, ob die Verwendung von Nanosilber in Lebensmitteln, Textilien oder Produkten des täglichen Bedarfs möglicherweise zum Gesundheitsrisiko für Verbraucher werden kann.