CODE–Knacker

Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen


WANDFARBEN

Qualitätsmerkmale nach EN 13 300 bei Wandfarben.
Beispiel einer Wandfarbenkennzeichnung
Beispiel für eine Kennzeichnung
Kontrastverhältnis (Deckvermögen - Opazität)
Klasse 1 Deckkraft besser oder gleich 99,5 %    hoch deckend
Klasse 2 Deckkraft besser oder gleich  98,0 %    gut deckend
Klasse 3 Deckkraft besser oder gleich 95,0 %  
Klasse 4 Deckkraft weniger als 95,0 %  

 

Billigprodukte sind meistens nicht gekennzeichnet und haben in der Regel eine geringe Deckkraft (Klasse 3 oder schlechter) und damit indirekt auch eine geringe Ergiebigkeit. Das bedeutet - wegen der geringeren Deckkraft - mindestens zweimal streichen, was dann die Reichweite deutlich reduziert

Ergiebigkeitshinweise dienen der Errechnung der benötigten Menge (z. B. 8 m²/l)

 

Nassabriebbeständigkeit (Reinigungsfähigkeit)
Klasse 1 <   5 µm bei 200 Hüben  
Klasse 2 ≥   5 µm bis 20 µm bei 200 Hüben Scheuerbeständig
Klasse 3 ≥ 20 µm bis 70 µm bei 200 Hüben Waschbeständig
Klasse 4 < 70 µm bei   40 Hüben  
Klasse 5 ≥ 70 µm bei   40 Hüben  

Damit Wände von Flur, Küche oder Kinderzimmer häufiges Reinigen mit nassem Schwamm schadlos überstehen, sollte für diese Bereiche mindestens Klasse 2 gewählt werden.

 

Glanzgrade
glänzend Messwinkel 60 ° Reflektometerwert ≥ 60 ± 5
mittlerer Glanz Messwinkel 60 ° / 85 ° Reflektometerwert < 60 ≥ 10
matt Messwinkel 85 ° Reflektometerwert < 10
stumpfmatt Messwinkel 85 ° Reflektometerwert < 5

 

Maximale Korngröße (wichtig bei maschineller Verarbeitung)
fein –   bis 100 µm Innenfarben
mittel – bis 300 µm Streichputze
grob –  bis 1.500 µm feine Strukturputze
sehr grob – > 1.500 µm grobe Strukturputze

 

Blauer EngelRAL-UZ 102 Auszug aus den Vergabekriterien der RAL-UZ 102 (Stand Januar 2019 - gültig bis 31.12.2023):

 

● Der Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen, z. B. Lösemittel, Konservierungsmittel, produktionsbedingte Begleitstoffe (VOC engl.: Volatile Organic Compounds), darf den Höchstwert von 700 ppm nicht überschreiten.
● Ausschluss von giftigen, krebserzeugenden, erbgutverändernden, fortpflanzungsgefährdenden und wassergefährdenden Stoffen und Zubereitungen.
● Naturbedingte oder technisch unvermeidbare Blei-Verunreinigungen dürfen bis zu 200 ppm im Pigment enthalten sein.
● Die Wandfarben dürfen keine Biozide enthalten.
● Der Weichmachergehalt darf in der gebrauchsfertigen Wandfarbe 1g/l nicht überschreiten.
● Der Gehalt an freiem Formaldehyd in der gebrauchsfertigen Wandfarbe darf 10 ppm) nicht überschreiten.
● Die Wassergefährdungsklassen Akut Kategorie 1 (H400), Chronisch Kategorie 1 (H410) oder Chronisch Kategorie 2 (H411) müssen erfüllt werden.
● Die Wandfarbe muss üblichen Qualitätsanforderungen an die Gebrauchstauglichkeit entsprechen: Haftfestigkeit, Härte, Trocknungsverhalten, Lichtechtheit, Elastizität, ggf. Deckfähigkeit, Oberflächenbeständigkeit gegen Haushaltschemikalien, Nassabrieb gemäß bestehenden DIN-Normen.
● Die Reichweite, Nassabriebsklasse und Deckvermögen der Wandfarbe sind auf dem Gebinde anzugeben.
● Verbot von verharmlosenden Werbeaussagen wie z. B. "Nicht giftig" oder "Nicht gesundheitsschädlich".
Deklaration der Inhaltsstoffe und Hinweise auf gesundheitliche Gefahren, verarbeitungstechnische Vorkehrungen und umweltgerechte Entsorgung auf dem Gebinde und dem technischen Merkblatt.

Farben in geschlossenen als auch angebrochenen Farbeimern sind nur begrenzt haltbar. Auf dem Gebinde sollte dieser oder ein ähnlicher Hinweis nicht fehlen: "Zu verbrauchen bis … "

 

Um Farbspritzer an den Wänden zu vermeiden, muss die Zimmerdecke immer zuerst gestrichen werden.
Außerdem ist vom Lichteinfall weg zu arbeiten. Nur so bleiben störende Farbrollenansätze unsichtbar.
Im Übrigen sollten neue Farbrollen vor dem erstmaligem Gebrauch mit Malerkrepp umwickelt werden. Bei der anschließenden Entfernung des Krepps bleiben die fabrikationsbedingt vorhandenen lockeren Flusen an der Klebefläche haften und können beim anschließenden Gebrauch nicht auf Wandflächen übergehen.

Tipp! Werden längere Pausen eingelegt, sollten Pinsel und Farbrollen möglichst luftdicht in einem Folienbeutel zwischengelagert werden. So bleibt die anhaftende Farbe feucht und trocknet nicht an, was Pinsel und Farbrollen unbrauchbar machen würde. Erst nach Beendigung der Streicharbeiten ist die Farbe gründlich auszuwaschen.

 

Zu streichende Flächen in m² berechnen






   

= zu streichende Wandflächen zirka

 




= zu streichende Deckenfläche zirka

Der Farbverbrauch ist auf dem Gebinde in Quadratmetern (m²) angegeben.


Link Gefahrensymbole - GHS
Link Giftnotrufzentralen