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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen


ERFRIERUNGSGRADE DER HAUT

Bei örtlichen Erfrierungen, besonders an Fingern, Zehen, Nasenspitze, Ohren, Kinn und Wangen werden analog zu den Link Verbrennungsgraden der Haut, ebenfalls Erfrierungsgrade unterschieden. Meistens treten Erfrierungen erst ab einer Gefriertemperatur von -12 °C auf.

Zu bemerken ist, dass bereits bei geringeren Minustemperaturen Erfrierungserscheinungen auftreten können, an Ohren oder Händen sogar bei geringen Plustemperaturen möglich, da beispielsweise Wind oder Feuchtigkeit die Temperatur weiter herabsetzt.
Unterschätz werden auch die Kälteauswirkungen von Eispackungen bei Verstauchungen oder als Mittel der Fiebersenkung. Bei direktem Hautkontakt sind Erfrierungen möglich - daher immer ein trockenes Tuch zwischen Eispackung (bis -15 °C) und Haut legen.

1. Grad

Schädigung der Hautoberfläche.
Der zunächst bläulichweißen und kalten Hautfläche folgt eine starke Hautrötung.

2. Grad

Schädigung geht tiefer in die Haut.
Die Haut reagiert mit Blasenbildung (Frostbeulen), Gewebswasseransammlung und Gefühllosigkeit. Gefühllosigkeit ist auch die große Gefahr, die eine beginnende Schädigung durch Erfrierung in sich birgt.

3. Grad

Kälte- oder Frostbrand (Gangränen), örtlicher Gewebstod.
Die Haut ist blauschwarz verfärbt.

4. Grad

Gewebsvereisung.
Dieser Erfrierungsgrad hat den Verlust des betroffenen Gliedes zur Folge.

Gezielte Vereisungen (Kryotherapie, Kryochirurgie) werden mit flüssigem Stickstoff von - 195,8 °C erreicht.
Bei dieser Temperatur werden Warzengewebe, Narbenwülste, gutartige Pigmentflecken oder gut- und bösartige Hauttumore behandelt.

Allgemeines
Erfrieren

Anhaltende Unterkühlung des gesamten Körpers. Die wird durch Alkoholgenuss verstärkt, da Alkohol die Gefäße weitet.

Ein beginnendes Erfrieren kündigt sich durch Schlafsucht an und führt über die anschließend eintretende Bewusstlosigkeit schließlich zum  Atem- und Kreislaufstillstand.

Sinkt die Bluttemperatur unter + 28 °C, so besteht höchste Lebensgefahr. Der Kältetod tritt im Bereich einer Bluttemperatur von + 22 °C bis + 27 °C ein.

Hypothermie

Um lebensrettende chirurgische Eingriffe besonders am Gehirn und am Herzen vornehmen zu können, werden zu operierende Patienten durch kontrollierte Abkühlung auf 16 °C bis 22 °C in einen todesähnlichen Zustand versetzt. Dieser Zustand wird als hypothermischer Herzstillstand (Hypothermie = Untertemperatur) bezeichnet.

Dabei kommen Herzschlag, Atmung und Blutkreislauf zum Stillstand und es werden keine Hirnströme mehr gemessen. In diesem künstlichen Kälteschlaf kommen bemerkenswerterweise jedoch keine inneren Organe oder das Gehirn zu Schaden, was allerdings nicht bedeutet, dass derartige Eingriffe risiko- bzw. komplikationslos sind.

 

 

HYPOTHERMIE-STADIEN

Bei winterlichen Unfällen wie Eiseinbruch, Lawinenverschüttung oder Unfällen, die von anderen lange unbemerkt bleiben, kommt es je nach Unterkühlungsdauer und ausgesetzter Temperatur zu gefährlichen bis lebensbedrohenden Unterkühlungen.

Eine gebräuchliche Stadieneinteilung ist die der ICAR - Internationale Kommission für Alpine Rettung.

Stadien der Hypothermie nach ICAR International Commission of Alpine Rescue
  Körperkern-
temperatur
Bewusstsein

Stadium HT I

35 - 32 °C Volles Bewusstsein mit Muskelzittern

Stadium HT II

32 - 28 °C Beeinträchtigtes Bewusstsein ohne Muskelzittern

Stadium HT III

28 - 24 °C Bewusstlosigkeit

Stadium HT IV

24 - 15 °C ? Scheintod (Atem- und Herzkreislaufstillstand)
Stadium HT V < 15 °C ?
(< 9 °C ?)
Tod infolge irreversibler Hypothermie

Link Gefühlte Temperatur und thermische Beanspruchung