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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen


VERBRENNUNGSGRADE DER HAUT

Hautverbrennungen werden verursacht durch übermäßige Sonnenbestrahlung, Wasser- und Dampfverbrühung, Flammenkontakt, Stromkabelkontakt, atomare Strahlung, Reibung und andere Hitzeeinwirkungen.

Die Leitlinie "Thermische und chemische Verletzungen" unterscheidet  vier Verbrennungsgrade/Verbrennungstiefen
Grad 1 Hautrötung oberflächliche Epithelschädigung [Epithel = obersten Hautschicht] ohne Zelltod
Grad 2a Blasenbildung roter Untergrund, stark schmerzhaft Schädigung der Epidermis [Oberhaut] und oberflächlicher Anteile der Dermis [Lederhaut] mit Sequestrierung [Gewebeabstoßung]
Grad 2b Blasenbildung heller Untergrund, schmerzhaft weitgehende Schädigung der Dermis unter Erhalt der Haarfolikel und Drüsenanhängsel
Grad 3 Epidermisfetzen. Gewebe nach Reinigung weiß, keine Schmerzen
[Abheilung mit bleibenden Narben. Unkontrollierte Vermehrung entarteter Zellen können zu Hautkrebs führen]
vollständige Zerstörung von Epidermis und Dermis
Grad 4 Verkohlung, Lyse (bei chemischer Schädigung) Zerstörung weitgehender Schichten mit Unterhautfettgewebe, eventuell Muskeln, Sehnen, Knochen und Gelenken

Ab dem 2. Grad sollte generell ein Arzt aufgesucht werden. Bilden sich Brandblasen, so dürfen diese wegen drohender Verkeimungsgefahr keinesfalls aufgestochen werden.
Als Erstversorgung ist eine Kühlung mit handwarmen Wasser (kein eiskaltes Wasser - ideale Temperatur 15 °C - 30 °C) für einige Minuten anzuraten. Nur so werden  tiefer liegende Hautschädigungen vermieden. Steht kein fließendes Wasser zur Verfügung, so tun es zur Not auch Getränke wie Mineralwasser, Limos oder ähnliche Flüssigkeiten. Keinesfalls dürfen die gut gemeinten Ratschläge Mehl oder Puder in die Brandwunde zu streuen, befolgt werden. Bei Verbrühungen müssen die Kleidungsstücke sofort entfernt werden - bei Kleiderbrand hingegen dürfen die an der Haut klebenden Kleidungsstücke jedoch nicht ab- oder heruntergerissen werden.

Vorstehende Empfehlung gilt für Hautverbrennungen bis zu 10 % der Hautfläche. Bei größeren Flächen besteht die Gefahr der Unterkühlung.

Zum überschlägigen Abschätzen des Ausmaßes einer Verbrennung wird die Neunerregel angewandt.

Armverbrennung 9 % der Hautoberfläche. Neunerregel
Beinverbrennung 18 % der Hautoberfläche. (2 × 9 %)
Rumpfverbrennung 36 % der Hautoberfläche. (4 × 9 %)
Kopfverbrennung 9 % der Hautoberfläche
Anal-Genital-Bereich 1 % der Hautoberfläche.
Sind nach den Verbrennungsgraden 2. + 3. mehr als 20 % der Haut verbrannt, so besteht Lebensgefahr - bei mehr als 50 % tritt der Tod ein.

 

Riesenbärenklau - Herkulesstaude Stichwort Riesenbärenklau oder Herkulesstaude.
Diese bis zu 3,50 m hohe Staude hat es in sich. Ein Hautkontakt mit Blättern oder Stängel kann schmerzhafte Verbrennungen 2. oder 3. Grades hervorrufen. Unter Einfluss von Sonnenlicht ruft der Saft phototoxische Reaktionen hervor was eine Verstärkung der Giftwirkung bewirkt und die betroffenen Hautpartien heilen nur schwer ab und hinterlassen oft bleibende Narben und Pigmentveränderungen (braune Flecken).
Bei der Bekämpfung der aus dem Kaukasus eingeschleppten Staude (Neophyt) wird dringend das Tragen geeigneter Schutzkleidung empfohlen.

"Alle Hinweise auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Information und nicht der Selbstdiagnose, geben keine Therapieempfehlungen und ersetzen keinen Arztbesuch!"