CODE - Knacker

Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen


GAS- UND PARTIKELFILTERKLASSEN

Heimwerkern wird bei der Ausübung bestimmter Tätigkeiten zur Abwendung von Gefahren für die Gesundheit die Verwendung von Gehörschutz, Augenschutz, Händeschutz auch der Schutz vor dem Einatmen gefährlicher Partikel (Schleifstaub!, Mineralfasern!) oder Dämpfe (Lösemittel in Lacken!) empfohlen.

Im gewerblichen Arbeitsbereich sind die gesetzlichen Vorschriften sowie die Empfehlungen und Vorschriften der zuständigen Berufsgenossenschaft zu befolgen. Im Schadensfall können bei Nichtbefolgung die Gewährung von finanziellen Entschädigungen versagt oder deutlich eingeschränkt werden.

 

Welcher Filtertyp geeignet ist, zeigt nachfolgende Tabelle: Atemschutz anlegen

 

Gasfiltertyp Kennfarbe Hauptanwendungsbereiche
A braun Organische Gase und Dämpfe - Siedepunkt > 65 °C
(z. B. Lösemittel, leichte Pflanzenschutzmittel)
B grau Anorganische Gase und Dämpfe
(z. B. Chlor, Hydrogensulfid)
E gelb Schwefeldioxid, Hydrogenchlorid
 
K grün Ammoniak

ABEK br gr gb gn Kombinierter Schutz von A, B, E, K

AX braun Organische Gase und Dämpfe - Siedepunkt < 65 °C
(z. B. Lösemittel, leichte Pflanzenschutzmittel)
Filter darf nur fabrikfrisch verwendet werden.
SX violett Spezielle Gase
(wie auf dem Filter herstellerseits angegeben)
NO blau Nitrose Gase einschließlich Stickstoffmonoxid
Filter darf nur einmal verwendet werden.
Hg rot Quecksilber (Dampf)
Filter darf nur für maximal 50 Stunden eingesetzt werden.
CO schwarz Kohlenmonoxid (z. B. Auspuffgase)
Filter darf nur einmal verwendet werden.
Reaktor orange Radioaktives Jod

P1, P2, P3 weiß Partikel

Um eine den Anforderungen entsprechende ausreichende Funktion zu gewährleisten, sind Gasfilter mit einem Verfallsdatum (zwischen 3 und 5 Jahren) versehen und dürfen danach nicht mehr verwendet werden. Geöffnete Gasfilter sind nach spätestens 6 Monaten zu ersetzen.

Filterklasse 1 bis 3: Je höher die Klasse, umso höher die höchstzulässige Gaseinsatzkonzentration:

Klasse 1 1.000 ml/m³ (0,1 Vol.-%)

Klasse 2 5.000 ml/m³ (0,5 Vol.-%)

Klasse 3 10.000 ml/m³ (1,0 Vol.-%)


Partikelfiltertyp Rückhaltevermögen
(Halb/Viertelmaske)
Stoffgruppe
P 1
FFP1 R
oder NR
gering (bis zum 4fachen AGW-Wert *)
0,1 Vol.-% (1.000 ppm)
inerte Stoffe (Bohr- und Meißelstaub bei der Bearbeitung von Baustoffen, Feinstaub vom Sägen, Kehren, Schleifen, Mehlstaub)
P 2
FFP2 R
oder NR
mittel (bis zum 10fachen AGW-Wert *)
0,5 Vol.-% (5.000 ppm)

mindergiftige Stoffe (Dämmstoffe, Hartholzstaub, Bleistaub, Schweiß- und Metallrauch,  Sprühnebel bei der Verarbeitung von Farben und Lacken, Hochdruck-Dampfstrahlen, Unkraut- und Insektenvernichtungsmittel, Pflanzenschutzmittel, Austausch von Bremsbelägen)

P 3
FFP3 R
oder NR
groß (bis zum 30fachen AGW-Wert *)
1,0 Vol.-%(10.000 ppm)
giftige und hochgiftige Stoffe (wie bei P 2, zusätzlich Asbest, Keramikfaserprodukte, Isolier- und Dämmstoffe, Buchenholzstaub, Eichenholzstaub, Schimmelentfernung, Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, Pilzsporen)

Zusatzbuchstaben:

V (valved = Ausatemventil) - Verhindert das Beschlagen von Brillengläsern.
R (reusable = wiederverwendbar).
NR
(not reusable = nicht wiederverwendbar).
FFPx D Jede Maske, die für mehr als eine Arbeitsschicht eingesetzt wird, muss mit einem "D" (Prüfung mit Dolomitstaub) gekennzeichnet sein.

Bei sachgemäßer Lagerung ist die Lagerdauer von Partikelfiltern und partikelfiltrierenden Halbmasken auf 3 Jahre begrenzt.

FFP = Filtering facepiece   MNS = Mund-Nasen-Schutz

AGW = Arbeitsplatzgrenzwert i.S. der Gefahrstoffverordnung - GefStoffV § 3 (6) - Bis 31.12.2004 MAK-Wert


Kombinationsfilter
Kombinations- oder Mehrbereichsfilter mit Verfallsdatum

 

Beim Abschleifen von lasiertem Holz werden die in jeder Lasur enthaltenen Kobaltverbindungen freigesetzt. Da der eingeatmete Staub Krebs erzeugen kann, ist unbedingt ein geeigneter Atemschutz zu tragen. Die gleichen Vorsichtsmaßnahmen sind auch beim Sägen oder Schleifen von Eichen- und Buchenholz zu treffen.

In Zusammenhang mit den Begriffen Luftverschmutzung, Feinstaub und Schwebstaubwird neben µm-Größenbezeichnungen auch die englische Bezeichnung PM (p articulate matter = partikelförmige Materie) verwendet. Darunter sind u. a. Staubteilchen, Dieselrußpartikel, Zigarettenrauch, Tonerpartikel und andere Aerosol-Partikel zu verstehen.
Die Angabe PM10 entspricht 10 Mikrometer (10 µm) Ø und ist ab dieser Größenordnung lungenschädlich.
Partikel die kleiner als 0,1 Mikrometer (0,1 µm) Ø (UP = Ultrafine Particles) sind, gehen über die Lungenschleimhaut ins Blut über.
Zum Vergleich: Normaler Hausstaub hat einen um etwa 10-mal größeren Durchmesser - ein menschliches Haar ist 60-mal so dick.