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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen


HEPATITIS (A-B-C-D-E)

 

 

 

HAV
HBV
HCV
HDV
HEV
Sitz der Leber (rechter Oberbauch) Hepatitis leitet sich ab von "hepar" (gr.: für Leber) und -itis (gr.: für Entzündung) und beschreibt eine Viruserkrankung der Leber, die allgemein als Leberentzündung oder Gelbsucht bekannt ist. Letztere Bezeichnung geht auf die gelbe Färbung von Haut und dem weißen Teil des Augapfels zurück. Eine Infektion kann auch unspezifisch verlaufen wie beispielsweise in Form von grippeähnlichen Symptomen.

Gemäß § 6 Infektionsschutzgesetz (IfSG) müssen akut Virushepatitis Erkrankte, Krankheitsverdächtige sowie Verstorbene namentlich der Gesundheitsbehörde gemeldet werden. Nach § 7 IfSG sind auch nachgewiesene Krankheitserreger namentlich meldepflichtig.

Hepatitis tritt in unterschiedlichen Formen auf und wird dementsprechend mit Hepatitis A, B, C, D, E und F bezeichnet. Einmal infiziert ist man ein Leben lang immun gegenüber dem betreffenden Typ. Neben der Virushepatitis kommen auch übermäßiger Alkoholkonsum, Autoimmunerkrankungen, Stoffwechselstörungen, Medikamente oder Gifte als Auslöser infrage.

Bei einem Hepatitisverdacht bestimmt der Hausarzt (auf Lebererkrankungen spezialisierter Facharzt: Hepatologe) grundsätzlich folgende Blutwerte, in dieser Kombination auch Leberwerte genannt:

ASAT, AST (GOT), ALT (GPT); Gamma-Glutamyl-Transferase (GGT); alkalische Phosphatase (AP); Cholinesterase (CHE); Bilirubin (BIL); Albumin (ALB); Quickwert (TPZ).

Mit den Werten in Kombination mit einer Ultraschall-Untersuchung kann das Ausmaß der Leberentzündung bzw. Leberschädigung abgeschätzt werden. Im Anschluss erfolgt eine geeignete Therapie.

 

Varianten Übertragungswege Impfungen Krankheitssymptome
Hepatitis A
HAV
Verunreinigtes Trinkwasser (Eiswürfel!) und Nahrungsmittel. Diese Form tritt häufig bei Reisen in Ländern mit problematischen hygienischen Standards auf.
In den entsprechenden Reiseempfehlungen wird dann der Rat erteilt, besonders auf rohe Lebensmittel wie Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchte ganz zu verzichten und andere Nahrungsmittel zu schälen, zu kochen bzw. zu braten oder auf den Genuss ganz zu verzichten (Peel it, boil it, cook it - or forget it).
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Impfungen nur für gefährdete Personen mit 3 Impfstoff-Dosen des Hepatitis A/B Kombinationsimpfstoffes.
Beispiele für gefährdete Personen:
Im Gesundheitsdienst tätige Personen, Küchenpersonal,  homosexuelle Männer,
Reisende in tropische oder subtropische Zonen.
Alle Hepatitisformen können akut (A und E verlaufen immer akut) oder chronisch (> 6 Monate Dauer) auftreten.
Die Symptome sind meist untypisch und äußern sich in leichter Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen und Verdauungsstörungen.
Als äußerlich sichtbares Indiz ist eine gelbliche Färbung von Haut und dem weißen Teil der Augäpfel (Gelbsucht).
Außerdem erscheint der Stuhl grau bis farblos und der Urin ist etwas dunkler.
Eine nicht erkannte oder ausreichend behandelte Leberentzündung sowie ein andauernder Alkoholmissbrauch führen zur Leberzirrhose (Schrumpfleber), die in der Folge zum Leberversagen führen kann.
Hepatitis B
HBV
Blut (ungetestete Bluttransfusion), Speichel, Intimkontakt (Sperma).
Infizierte Mütter übertragen das Virus bei der Geburt auf das Kind.
4 Grundimmunisierungen
2, 3, 4, 11-14 Monate.
Nachholimpfung
bis zum 17. Lebensjahr.
Hepatitis C
HCV
Blut, Körperflüssigkeiten (Ansteckungsgefahr eher unwahrscheinlich).
Gemeinsamer Gebrauch von Spritzen und Kanülen unter Drogenkonsumenten oder unzureichende Desinfektion von Tätowierinstrumenten.
Keine Impfung möglich.
Antivirale Medikamente heilen sehr zuverlässig.
Hepatitis D
HDV
Diese seltenste Form der Hepatitis kann nur bekommen, wer bereits an Hepatitis-B erkrankt war. Wird mit der Impfung gegen Hepatitis B abgedeckt, sofern eine Person nicht bereits an einer chronischen Hepatitis B erkrankt ist.
Hepatitis E
HEV
Ähnelt dem Hepatitis-A-Virus. Übertragungswege sind in der Regel kontaminiertes (Trink)Wasser sowie rohe oder unzureichend erhitzte Wurst- und Fleischprodukte. Als ausreichende Erhitzung gilt eine Temperatur von 70 °C für 10 Minuten (Quelle: Mitteilungen des Arbeitskreises Blut des Bundesministeriums für Gesundheit, Bundesgesundheitsblatt 2015 · 58:198–218 DOI 10.1007/s00103- 014 -2103- 4). In Europa bisher (Stand 2018) noch keine zugelassenen Impfstoffe.
Krankheit heilt meistens von selbst aus.

"Alle Hinweise auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Information und nicht der Selbstdiagnose, geben keine Therapieempfehlungen und ersetzen keinen Arztbesuch!"