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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen


TRINKWASSSER (H₂O)

Die hohe Bedeutung dieses lebensnotwendigen Gutes wird jährlich am 22. März, dem "Internationalen Tag des Wassers" besonders gewürdigt und daran erinnert, dass der Vorrat an genießbarem Trinkwasser auf unserem Erdball nicht überall selbstverständlich zum Verbrauch zur Verfügung steht.

Auch der Gesetzgeber ist sich der Bedeutung des wohl kostbarsten Gutes unserer Welt bewusst und hat daher zur Gesunderhaltung des Volkes eine Trinkwasserverordnung erlassen, in der genau festgelegt ist, welche Eigenschaften unbedingt vorliegen müssen und wie hoch der Gehalt an chemischen Stoffen höchstens sein darf.

 

Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) für Deutschland sieht in der geltenden
Fassung vom 3. Januer 2018 folgende Grenzwerte vor:

(Eine Grenzwertüberschreitung ist unter genau definierten Voraussetzungen bei einigen chemischen Stoffen möglich)

Chemische Stoffe Grenzwerte TrinkwV
Acrylamid (CH2CHCONH2) 0,0001 mg/l (ppm)
Aluminium (Al) 0,2 mg/l (ppm)
Ammonium (NH4) 0,5 mg/l (ppm)
Antimon (Sb) 0,005 mg/l (ppm)
Arsen (As) 0,01 mg/l (ppm)
Benzol 0,001 mg/l (ppm)
Benzo-(a)-pyren 0,00001 mg/l (ppm)
Blei (Pb) 0,01 mg/l (ppm)
Bor (B) 1 mg/l (ppm)
Bromat (Br) 0,01 mg/l (ppm)
Cadmium (Cd) 0,003 mg/l (ppm)
Chlorid (Cl) 250 mg/l (ppm)
Chrom (Cr) 0,05 mg/l (ppm)
Cyanid (CN) 0,05 mg/l (ppm)
Eisen (Fe) 0,2 mg/l (ppm)
Epichlorhydrin 0,0001 mg/l (ppm)
Fluorid (F) 1,5 mg/l (ppm)
Kupfer (Cu) 2 mg/l (ppm)
Mangan (Mn) 0,05 mg/l (ppm)
Natrium (Na) 200 mg/l (ppm)
Nickel (Ni) 0,02 mg/l (ppm)
Nitrat (NO3) 50 mg/l (ppm)
Nitrit (NO2) 0,5 mg/l (ppm)
Quecksilber (Hg) 0,001 mg/l (ppm)
Selen (Se) 0,01 mg/l (ppm)
Sulfat (SO4) 250 mg/l (ppm)
Uran (U) 0,01 mg/l (ppm)
Tetrachlorethen und Trichlorethen 0,01 mg/l (ppm)
Trihalogenmethane (THM) 0,05 mg/l (ppm)
Vinylchlorid (CH2=CHCl) 0,0005 mg/l (ppm)
1,2-Dichlorethan (ClCH2CH2Cl) 0,003 mg/l (ppm)
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) 0,0001 mg/l (ppm)
Pflanzenschutzmittel und Biozidprodukte 0,0001 mg/l (ppm) einzelne Substanz
0,0005 mg/l (ppm) Summe aller Substanzen

Zusätzlich sieht die TrinkwV noch eine Überwachung beziehungsweise Untersuchung hinsichtlich Geruch, Geschmack, Trübung, radioaktiver Stoffe sowie das Vorhandensein coliformer Bakterien und einige andere Parameter vor.

Besonders die im Trinkwasser vorhandenen Nitrate bedürfen einer näheren Erläuterung.

Es gilt als gesichert, dass hauptsächlich durch Überdüngung der Böden die überschüssigen Düngemittel ins Trinkwasser gelangen und innerhalb des Wasserkreislaufes vom Menschen sodann direkt oder indirekt über das verzehrte Gemüse aufgenommen werden. Die Nitrate wandeln sich im menschlichen Körper zu gesundheitsgefährdenden Nitriten und Nitrosaminen um; die Folgen sind insbesondere Krebsauslösung und Blausucht bei Säuglingen (bläuliche Verfärbung der Haut und Schleimhäute).

Eine weitere Herabsetzung des Nitrat-Grenzwertes von 50 mg/l auf 10 mg/l wird von verschiedenen Organisationen und Interessenverbänden bereits gefordert, obwohl Nitrat und Nitrit bei Erwachsenen auch gesundheitliche Vorteile zu haben scheinen. Hierzu sind allerdings noch umfangreiche Studien erforderlich bevor eine genauere Einschätzung erfolgen kann.

  Zur Verdeutlichung

  1 mg    (Milligramm = 1/1.000 Gramm).
  1 ppm (parts per million = Teile pro Million) bedeutet, dass 1 Million Teile Wasser 1 Teil des chemischen Stoffes enthält.

Die Wassertemperatur wird im Temperaturbereich 7 bis 12 °C als angenehm und erfrischend empfunden. Bei Temperaturen über 15 °C schmeckt Wasser häufig schal und fade. Sehr kaltes Wasser unter 6 °C wird als unangenehm empfunden und kann sogar Magen-Darm-Störungen bewirken.


Siehe hierzu auch unter den Stichwörtern

Link HÄRTEGRADE DES WASSERS und Link MINERALWASSER

Vorsicht - Schwangere und Säuglinge!

Bis Anfang der Siebziger Jahre wurden in Deutschland vereinzelt noch Bleirohre für die Trinkwasserversorgung in den Häusern verlegt. Diese erkennen Sie zunächst an der silbergrauen Farbe. Klopf man mit einem Metallgegenstand auf das Rohr, so klingt es dumpf - ein verzinktes Rohr hat hingegen einen hellen metallischen Klang und die Bögen bestehen aus Winkelstücken. Ein weiteres Indiz ist die weiche Konsistenz von Bleirohren: Sie können die Oberfläche leicht einritzen oder abschaben.

Lassen Sie das über Nacht abgestandene Wasser (Stagnationswasser) zunächst reichlich (bis es kühl wird) in den Ausguss ablaufen ehe Sie es für Trinkzwecke verwenden. Ein baldiger Austausch der Rohre wird dringend empfohlen.
Dieser Tipp sollte auch bei vorhandenen Kupferleitungen befolgt werden. Ansonsten gilt: Immer die Menge einer Tasse voll Wasser vor der Nutzung ablaufen lassen.


 

Legionellen im Trinkwasser des Hausinstallationsnetzes

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien und gelten besonders für ältere und kranke Personen als gefährliche Krankheitserreger, die sich besonders in wenig genutzten (Stangnationswasser) oder zu niedrig temperierten Wassertemperaturen bilden können. Daher ist besondere Vorsicht nach mehreren Tagen Abwesenheit oder in länger leerstehenden Wohnungen oder Ferienwohnungen geboten. Vorwiegend erfolgt die Infektion durch Einatmen des Sprühnebels von belastetem Wasser über die Luft wie beim Duschen, der Benutzung eines Whirlpools oder infolge von kontaminierten Luftbefeuchtern/Klimaanlagen.

Grundsätzlich sind niedrige Belastungen nur durch Einhaltung der Systemtemperaturen von weniger als 25 °C oder einer Wasserwärme zwischen 60 °C und 55 °C zu erwarten. Optimale Lebensbedingungen finden Legionellen bei einer Wassertemperatur im Bereich von 37 °C vor; eine Abtötung erfolgt erst bei Temperaturen ab 60 °C.

 

Bewertung von Legionellen in Trinkwasser-Installationen
Legionellenanzahl
KBE/100 ml
(KBE= Kolonienbildende Einheit)
Bewertung Maßnahme/Untersuchung
> 10.000 extrem hohe Kontamination Gefahrenabwehr/Sofortmaßnahmen
z. B. Desinfektion, Duschverbot.
Sanierung erforderlich.
> 1.000 hohe Kontamination Sanierung ist vom Ergebnis von weitergehenden Untersuchungen abhängig.
> 100 mittlere Kontamination Einer weitergehnde Untersuchung innerhalb von 4 Wochen erforderlich.
Ggf. ist eine mittelfristige Sanierung erforderlich.
< 100 keine/geringe Kontamination Nachuntersuchungen in der Regel alle 3 Jahre.
Quelle: In Anlehnung an DVGW Arbeitsblatt W 551