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DIABETES MELLITUS (ZUCKERKRANKHEIT) - KLASSIFIKATIONEN

Mit Diabetes mellitus (lat.: "honigsüßer Durchfluss"), allgemein als Zuckerkrankheit bekannt, wird medizinisch eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen bezeichnet, die durch einen erhöhten Blutzucker gekennzeichnet ist.

Es werden der Typ 1-Diabetes und der Typ 2-Diabetes unterschieden.

Der Typ 1-Diabetes entsteht meist akut auftretend im Kindes- oder Jugendalter als Folge der Zerstörung der Insulin, Glucagon (und Somatostatin) bildenden Langerhans-Inseln (inselartig Zellgruppe auf der Bauchspeicheldrüse, griechisch Pankreas), die den Kohlenhydratstoffwechsel steuern.

Als Ursache kommen neben erblichen Faktoren auch Infekte und andere unbekannte Faktoren in Betracht.

Der Typ 2-Diabetes entwickelt sich langsam als Folge zunehmender Unempfindlichkeit der Zellen gegenüber dem Insulin. Da dieser Diabetes-Typ generell ab dem etwa 40. Lebensjahr auftritt wird er auch als Erwachsenen- oder Altersdiabetes bezeichnet. Sowohl eine ungesunde Nahrungsaufnahme als auch Übergewicht und Bewegungsmangel lösen bei Vorliegen einer genetischen Veranlagung dieses Krankheitsbild aus und es sind immer öfter jüngere Personen bis hin zu Kindern betroffen.

 

Die Klassifikation des Diabetes mellitus erfolgt seit 1998 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und seit 2000 von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft e.V. (DDG) nach folgendem Schema:
I. Typ 1 Diabetes
   Typ 1A Immunologisch vermittelte Form
   Typ 1B Idiopathische Form (ohne erkennbare Ursache) In Europa seltene Form.

Typ 1 Diabetes wird meistens im Kindes- Jugend- oder jungem Erwachsenenalter erkennbar.
Beginnt meist mit plötzlich einsetzenden Beschwerden und Symptomen.
Typische Symptome: Müdigkeit, Gewichtsverlust, gesteigertes Durstgefühl, vermehrte Harnmenge.
Ausgeprägte Ketoseneigung (Acetonausscheidung im Urin).
Verminderte bis fehlende Insulinsekretion (Insulinausschüttung).
Keine oder nur geringe Insulinresistenz (Insulinunempfindlichkeit).
Familiäre Häufung gering. Bei eineiigen Zwillingen 30-50 %.
HLA-Assoziation vorhanden (HLA = Human Leukocyte Antigen).
Diabetesassoziierte Antikörper: ca. 90-95 % bei Manifestation.
Labiler Stoffwechsel.
Ansprechen auf β-zytotrope Antidiabetika meist fehlend.
Insulintherapie erforderlich,

II. Typ 2 Diabetes

Typ 2 Diabetes tritt bevorzugt im mittleren bis höheren Erwachsenenalter (Altersdiabetes) auf.
Beginnt meist schleichend.

Tritt meistens ohne Beschwerden auf.
Fehlende oder nur geringe Ketoseneigung (Acetonausscheidung im Urin).
Subnormale bis hohe Insulinsekretion (Insulinausschüttung). Qualitativ immer gestört.
Oft ausgeprägte Insulinresistenz (Insulinunempfindlichkeit).
Familiäre Häufung typisch. Bei eineiigen Zwillingen über 50 %.
HLA-Assoziation nicht vorhanden (HLA = Human Leukocyte Antigen).
Diabetesassoziierte Antikörper: keine.
Stabiler Stoffwechsel.
Ansprechen auf β-zytotrope Antidiabetika zunächst meist gut.
Insulintherapie meist erst nach jahrelangem Verlauf der Erkrankung mit Nachlassen der Insulinsekretion.

III. Andere spezifische Diabetes-Typen
   A  Genetische Defekte der B-Zell-Funktion
   B  Genetische Defekte der Insulinwirkung
   C Erkrankungen des exokrinen Pankreas (Bauchspeicheldrüse)
   D Endokrinopathien (hormonelle Störungen)
   E Medikamenten- oder chemikalienindiziert
   F Infektionen
   G Seltene Formen des immunvermittelten Diabetes
   H Andere, gelegentlich mit Diabetes assoziierte genetische Syndrome
IV. Gestationsdiabetes mellitus - GDM (Schwangerschaftsdiabetes. Tritt in 1-5 % aller Schwangerschaften auf)

 

Link LADA Late onset autoimmunity diabetes in the adult
Link Blutwerte (BZ)

 

Mit der 16. DiätVÄndV wurden Vorschriften für Diabetiker-Lebensmittel zum 9.12.2012 endgültig aufgehoben. Grund für diese Maßnahme war die wissenschaftlich begründete Erkenntnis, dass für Diabetiker die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für Nichtdiabetiker gelten. Bei bestehendem Diabetes müssen lediglich die Ernährungsgewohnheiten geändert oder angepasst werden - spezielle Nahrungsmittel sind nicht erforderlich

Weltdiabetestag immer am 14. November jeden Jahres

 

Die gefürchtete Unterzuckerung (Hypoglykämie) beginnt bei unter 50-70 mg/dl (bisher keine einheitliche Definition) und unterscheidet drei Schweregrade:
Hypoglykämie Grad I
Der "Hypo" erkennt seinen Zustand (Müdigkeit, Blässe, Sehstörungen, Nervosität, Zittern, Herzklopfen, Schweißausbrüche) und kann sich die erforderlichen Kohlenhydrate (KH) oral selbst verabreichen.
Hypoglykämie Grad II
Die Unterzuckerung ist so schwer (Verwirrtheit), dass der Betroffene nicht mehr angemessen reagieren kann und auf fremde Hilfe angewiesen ist.
Hypoglykämie Grad III
Es besteht eine schwere Unterzuckerung, die mit Bewusstlosigkeit und eventuell begleitenden Krampfanfällen einhergeht.

 

"Alle Hinweise auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Information und nicht der Selbstdiagnose, geben keine Therapieempfehlungen und ersetzen keinen Arztbesuch!"