CODE - Knacker

Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen

ICD-10 – DIAGNOSESCHLÜSSEL

Hierbei geht es um die systematische Verschlüsselung von inzwischen mehr als 13.300 Kodes in 22 Kapiteln für nahezu alle Krankheiten (Diagnosen) und Behandlungsverfahren (Prozeduren). Vertragsärzte sind verpflichtet, die gestellten Diagnosen nach diesem amtlichen 4-stelligen ICD-Schlüsselwerk für Abrechnungszwecke zu verschlüsseln, so beispielsweise auch auf den für die Krankenkassen bestimmten Abschnitten der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (Hinweis. Der für den Arbeitgeber bestimmte Durchschlag enthält keinen Diagnoseschlüssel) oder auf Rezepten.

Ein grippaler Infekt, landläufig als Erkältung bezeichnet, wird mit dem ICD-10-Code beispielsweise so verschlüsselt:

 J06.9 G    und bedeutet "Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet", "Gesicherte Diagnose"


Bildausschnitt aus einer AU-Bescheinigung mit ICD-10-Code

Und wenn Sie, als weiteres Beispiel, einen behandelnden Arzt immer wieder mit den gleichen körperlichen Symptomen aufsuchen, dieser jedoch versichert, dass keine körperliche Ursache für das beschriebene Leiden vorliegt, dann wird er den Diagnoseschlüssel
 F45.x   für "Somatoforme Störungen" verwenden. Eine so gestellte Diagnose führt oft zu einem gestörten Arzt-Patienten-Verhältnis, da der Arzt den Patient unter Umständen für einen Simulant und der Patient den Arzt für unfähig hält. Das ist dann der Startschuss für das sogenannte Ärztehopping.

Die ICD-10-Kodierung sieht außerdem folgende Zusatzkennzeichen vor:

Im ambulanten und stationären Bereich: R für rechts, L für links, B für beidseitig.

Nur im ambulanten Bereich: V für Verdacht auf; G für gesicherte Diagnose; A für ausgeschlossene Diagnose, Z für symptomloser Zustand nach betreffender Diagnose.

ICD-10-GM (angelehnt an die ICD-10-WHO, also der Weltgesundheitsorganisation)
IInternationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme
(ICD = International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems;
10 = 10. Revision; GM = German Modification)
Kapitel Gliederung Titel
I A00-B99 Bestimmte infektiöse und parasitäre Krankheiten
II C00-D48 Neubildungen
III D50-D90 Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe sowie bestimmte Störungen mit Beteiligung des Immunsystems
IV E00-E90 Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten
V F00-F99 Psychische und Verhaltensstörungen
VI G00-G99 Krankheiten des Nervensystems
VII H00-H59 Krankheiten des Auges und der Augenanhangsgebilde
VIII H60-H95 Krankheiten des Ohres und des Warzenfortsatzes
IX I00-I99 Krankheiten des Kreislaufsystems
X J00-J99 Krankheiten des Atmungssystems
XI K00-K93 Krankheiten des Verdauungssystems
XII L00-L99 Krankheiten der Haut und der Unterhaut
XIII M00-M99 Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes
XIV N00-N99 Krankheiten des Urogenitalsystems
XV O00-O99 Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
XVI P00-P96 Bestimmte Zustände, die ihren Ursprung in der Perinatalperiode haben
XVII Q00-Q99 Angeborene Fehlbildungen, Deformitäten und Chromosomenanomalien
XVIII R00-R99 Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind
XIX S00-T98 Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen
XX V01-Y84 Äußere Ursachen von Morbidität und Mortalität
XXI Z00-Z99 Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen
XXII U00-U99 Schlüsselnummern für besondere Zwecke
Quelle: DIMDI Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information, 50676 Köln
Link ICD-10-GM  mit Untergliederung und Kode-Suche in ICD-10

Die 12 häufigsten Diagnosen I. Quartal 2016 ausgewählter Fachgebiete
Rang ICD-10 in Kliniken
(Deutschland 2015)
CD-10 Allgemeinärzte
(Nordrhein)
ICD-10 Internisten
- fachärztlich tätig
(Nordrhein)
1 I50 Herzinsuffizienz (Herzschwäche) I10  Essentielle (primäre) Hypertonie I10 Essentielle (primäre) Hypertonie
2 F10 Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol E78 Störungen des Lipoproteinstoffwechsels und sonstige Lipidämien E78 Störungen des Lipoproteinstoffwechsels und sonstige Lipidämien
3 I48 Vorhofflimmern und Vorhofflattern (Herzrhythmusstörung) M54 Rückenschmerzen E11 Diabetes mellitus vom Typ 2
4 S06 Intrakranielle Verletzung (Verletzung des Gehirns) J06 Akute Infektionen an mehreren oder nicht näher bezeichneten Lokalisationen der oberen Atemwege M54 Rückenschmerzen
5 J18 Pneumonie, Erreger nicht näher bezeichnet (Lungenentzündung) E11 Diabetes mellitus vom Typ 2 E04 Sonstige nichttoxische Struma
6 I63 Hirninfarkt (häufigste Form des Schlaganfalls) E04 Sonstige nichttoxische Struma I25 Chronische ischämische Herzkrankheit
7 I20 Angina Pectoris (Brustenge) F32 Depressive Episode E66 Adipositas
8 J44 Sonstige chronische obstruktive Lungenkrankheit E66 Adipositas F32 Depressive Episode
9 K80 Cholelithiasis (Gallenstein) I25 Chronische ischämische Herzkrankheit J06 Akute Infektionen an mehreren oder nicht näher bezeichneten Lokalisationen der oberen Atemweg
10 I10 Essentielle (primäre) Hypertonie (Bluthochdruck) K29 Gastritis und Duodenitis K21 Gastroösophageale Refluxkrankhei
11 I21 Akuter Myokardinfarkt (Herzinfarkt) J45 Asthma bronchiale K76 Sonstige Krankheiten der Leber
12 M54 Rückenschmerzen K21 Gastroösophageale Refluxkrankheit K29 Gastritis und Duodenitis
  Quelle: Statistisches Bundesamt,
Statistisches Jahrbuch 2016
Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, Auszug aus: "Die 100 häufigsten ICD-10-Schlüssel und Kurztexte (nach Fachgruppen), 1. Quartal 2016"

 

Die 12 häufigsten Diagnosen I. Quartal 2016 ausgewählter Fachgebiete
Rang ICD-10 Orthopäden
(Nordrhein)
ICD-10 Augenärzte
(Nordrhein)
CD-10 Hautärzte
(Nordrhein)
ICD-10
1 M54 Rückenschmerzen H52 Akkommodationsstörungen und Refraktionsfehler D22 Melanozytennävus H61
2 Q66 Angeborene Deformitäten der Füße H35 Sonstige Affektionen der Netzhaut L30 Sonstige Dermatitis H90
3 M47 Spondylose H40 Glaukom B35 Dermatophytose [Tinea] J34
. M17 Gonarthrose [Arthrose des Kniegelenkes] H53 Sehstörungen C44 Sonstige bösartige Neubildungen der Haut H60
5 M99 Biomechanische Funktionsstörungen, anderenorts nicht klassifiziert Z96 Vorhandensein von anderen funktionellen Implantaten L20 Atopisches [endogenes] Ekzem J30
6 M51 Sonstige Bandscheibenschäden H25 Cataracta senilis L40 Psoriasis H91
7 M21 Sonstige erworbene Deformitäten der Extremitäten H50 Sonstiger Strabismus L71 Rosazea J04
8 M75 Schulterläsionen H26 Sonstige Kataraktformen Z12 Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf Neubildungen J01
9 M77 Sonstige Enthesopathien I10 Essentielle (primäre) Hypertonie L70 Akne J32
10 M42 Osteochondrose der Wirbelsäule H04 Affektionen des Tränenapparates L57 Hautveränderungen durch chronische Exposition gegenüber nichtionisierender Strahlung H65
11 M53 Sonstige Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens, anderenorts nicht klassifi E11 Diabetes mellitus vom Typ 2 L82 Seborrhoische Keratose H93
12 M19 Sonstige Arthrose H47 Sonstige Affektionen des Nervus opticus [II. Hirnnerv] und der Sehbahn B07 Viruswarzen J06
  Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, Auszug aus: "Die 100 häufigsten ICD-10-Schlüssel und Kurztexte (nach Fachgruppen), 1. Quartal 2016"

 

Patientenquittung

Und wenn Sie wissen wollen, was Ihr Arzt, Zahnarzt oder das Krankenhaus für die erbrachten Leisten abrechnet, können Sie als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkassen eine Patientenquittung verlangen. Diese steht Ihnen rechtmäßig nach § 305 Abs. 2 SGB V direkt nach einer Behandlung oder pro Quartal zu.
Nach § 305 Abs. 1 SGB V können Sie auch auf Antrag von der für Sie zuständigen Krankenkasse für die in den letzten 18 Monaten in Anspruch genommenen Leistungen und deren Kosten eine schriftliche Arztabrechnungsauskunft erhalten. Auf den Homepages stehen grundsätzlich entsprechende Antragsformulare zur Verfügung. Die betreffenden Ärzte werden übrigens über das Auskunftsbegehren nicht informiert.
Und was der Arzt gegenüber Ihrer Krankenkasse abrechnet, wird mit Gebührenordnungspositionen angegeben. Die entsprechenden Behandlungspositionen werden um eine Kurzbeschreibung ergänzt. Nachdem im Gesundheitswesen mit vielen medizinischen Fachausdrücken gearbeitet wird, ist vielleicht die eine oder andere Beschreibung nicht ganz verständlich. Hier hilft am besten die Eingabe des betreffenden Terminus technicus in den Suchschlitz Ihres Internetbrowsers und wird mit Sicherheit zu einer Auswahl von weiterhelfenden Erläuterungen führen.
Für Interessierte ist der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KVB) zu empfehlen. In diesem umfangreichen Werk sind sämtliche Abrechnungspositionen nebst Abrechnungsbetrag aufgelistet.

 

"Alle Hinweise auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Information und nicht der Selbstdiagnose, geben keine Therapieempfehlungen und ersetzen keinen Arztbesuch!"