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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen

HERZINSUFFIZIENZ – STADIEN

Wenn das Herz in seiner Pumpfunktion eingeschränkt ist und den Körper über den Blutkreislauf nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen in der Lage ist, wird in der Herz-Kreislauf-Diagnostik von Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) gesprochen, die mit typischen Symptomen wie Luftnot/Kuzatmigkeit, Knöchel-Ödeme und Müdigkeit (Erschöpfung/Leistungsminderung) einhergehen.

Neben Arrhythmien wie Vorhofflimmern, Bradykardie (< 40 Herzschläge/Minute), Tachykardie (> 100 Herzschläge/Minute) und einigen anderen Ursachen ist Bluthochdruck einer der bedeutendsten Ursachen. Bereits im Jahr 2005 hat die American Heart Association (AHA) als Schlüssel zur Prävention eine Kontrolle über die Risikofaktoren (z. B. erhöhter Harnsäurewert, Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Adipositas) zu bekommen. Allen voran steht die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks und der damit verbundenen Reduzierung einer Herzinsuffizienz um beachtliche 50 %, so das Ergebnis mehrerer Studien.

Unter dem Aspekt, dass Herzschwäche lange unbemerkt bleibt, sollte nicht übersehen werden, dass Herzschwäche eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland ist. Das Statistische Jahrbuch 2017 listet Männer an vierter Stelle mit 3.8 % und Frauen an zweiter Stelle mit 6,4 % als Todesursache auf.

 

Je nach Schwere einer bestehenden Herzmuskelschwäche, ist es international üblich, diese nach den 4 Stadien umfassenden NYHA-Schema (NHA = New York Heart Association) einzuteilen.

Stadien der chronischen Herzinsuffizienz – NYHA-Klassifikation

NYHA I

(asymptomatisch)
Herzerkrankung ohne körperliche Limitation.
Alltägliche körperliche Belastung verursacht keine inadäquate Erschöpfung, Rhythmusstörungen, Luftnot oder Angina pectoris.

NYHA II

(leicht)
Herzerkrankung mit leichter Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit.
Keine Beschwerden in Ruhe und bei geringer Anstrengung. Stärkere körperliche Belastung verursacht Erschöpfung, Rhythmusstörungen, Luftnot oder Angina pectoris, z. B. Bergauflaufen oder Treppensteigen.

NYHA III

(mittelschwer)
Herzerkrankung mit höhergradiger Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei gewohnter Tätigkeit.
Keine Beschwerden in Ruhe. Geringe körperliche Belastung verursacht Erschöpfung, Rhythmusstörungeen, Luftnot oder Angina pectoris, z. B. Gehen in der Ebene.

NYHA IV

(schwer)
Herzerkrankung mit Beschwerden bei allen körperlichen Aktivitäten und in Ruhe, Bettlägrigkeit.
Quelle: Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz – Langfassung, 1. Auflage. Version 7. 2009, zuletzt geändert: August 2013. Available from: http://www.versorgungsleitlinien.de/themen/herzinsuffizienz [cited: 19.08.2017]; DOI: 10.6101/AZQ/000166 (z. Zt. in Überarbeitung)

 


Hinweis für Führerscheininhaber!

Eignungen gemäß Anlage 4 Nr. 4.5 der Fahrerlaubnis-Verordnung - FeV
4.5 Krankheiten, Mängel Eignung oder bedingte Eignung Beschränkungen/Auflagen bei bedingter Eignung
Klassen A, A1, A2
B, BE, AM, L, T
Klassen C, C1,
CE, C1E, D, D1,
DE, D1E, FzF
Klassen A, A1, A2
B, BE, AM, L, T
Klassen C, C1,
CE, C1E, D, D1,
DE, D1E, FzF
Herzleistungsschwäche durch angeborene oder erworbene Herzfehler oder sonstige Ursachen     regelmäßige ärztlicheKontrolle,
Nachuntersuchungin individuell zu bestimmenden Fristen.
Eventuell Beschränkung auf einen Fahrzeugtyp,
Umkreis- und Tageszeitbeschränkungen.
jährlich kardiologische Kontrolluntersuchungen
NYHA I
(Herzerkrankung ohne körperliche Limitation)
ja ja, wenn
EF > 35 %
jährlich kardiologische Kontrolluntersuchungen
NYHA II
(leichte Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit)
ja ja , wenn
EF > 35 %
 
NYHA III
(Beschwerden bei geringer körperlicher Belastung)
ja
(wenn stabil)
nein  
NYHA IV
(Beschwerden in Ruhe)
nein nein  
EF = Ejektionsfraktion (von einer Herzkammer ausgeworfenes Blutvolumens während einer Herzaktion in Prozent)

"Alle Hinweise auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Information und nicht der Selbstdiagnose, geben keine Therapieempfehlungen und ersetzen keinen Arztbesuch!"