CODE - Knacker

Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen

ALUMINIUM Recyclingcode Aluminium

Steckbrief Aluminium

ist die Bezeichnung für ein silbrig aussehendes Leichtmetall, das aus Bauxit gewonnen wird und von allen Metallen am häufigsten in der Erdkruste vorkommt.

Aluminium wird für Gegenstände in der Baustoff-, Maschinen- oder Automobilindustrie genauso verwendet wie für Einrichtungsgegenstände oder Gebrauchsgegenstände im Haushalt. Oberflächenbehandlungen wie schleifen, polieren, bürsten oder eloxieren verleihen Aluminiumgegenständen je nach Einsatzzweck dekorative Oberflächenstrukturen.

Um Aluminiumwerkstücken oder Aluminiumgegenständen bestimmte Eigenschaften bezüglich Festigkeit, Zähigkeit, Verformbarkeit, Schweißverhalten o. ä. zu verleihen, werden diese mit anderen Metallen wie vorzugsweise Magnesium (Mg), Silicium (Si), Mangan (Mn), Zink (Zn) oder Kupfer (Cu) legiert.

 

Mit DIN EN 573-3 werden Aluminiumlegierungen nach folgendem System gekennzeichnet:

Gruppe 1xxx = Reinaluminium (mind. 99 %)

Gruppe 2xxx = Hauptzusatz Kupfer

Gruppe 3xxx = Hauptzusatz Mangan

Gruppe 4xxx = Hauptzusatz Silicium

Gruppe 5xxx = Hauptzusatz Magnesium

Gruppe 6xxx = Hauptzusatz Magnesium und Silicium

Gruppe 7xxx = Hauptzusatz Zink

Gruppe 8xxx = Hauptzusatz andere Elemente

Beispiel für einen Aluminiumwerkstoff mit den Hauptbestandteilen Silicium 10 % und Magnesium 1,5 %:
Legierungsbezeichnung nummerisch: EN AW-4004
Legierungsbezeichnung mit chemischen Symbolen: EN AW-Al Si10Mg1,5

 

Kennzeichnung Oberflächenstruktur von Aluminium
Behandlungsart Aussehen der Oberfläche  Symbol
DIN 17611
Entfetten und Desoxidieren.
Keine spezielle Vorbehandlung.
Mechanische Oberflächenfehler wie Eindrücke, Ziehriefen, Kratzer, Schleifriefen bleiben sichtbar.
Vor der Behandlung kaum wahrgenommene Korrosionsstellen können sichtbar werden.
E0
Schleifen Relativ gleichmäßige, aber etwas stumpfmatt aussehende Oberfläche.
Die meisten Oberflächenfehler wie kleine Schleifriefen oder Kratzer werden beseitigt.  
E1
Bürsten Gleichmäßig glänzende Oberfläche mit sichtbaren Bürstenstrichen.
Ziehriefen, Kratzer, Feilstriche werden nur teilweise entfernt.  
E2
Polieren Glänzende, blanke Oberfläche aber nur teilweise entfernte Oberflächenfehler.  E3
Schleifen und bürsten Gleichmäßig glänzende Oberfläche. Oberflächenfehler werden beseitigt
(Die gegebenenfalls bei E0 und E6 sichtbar werdenden Korrosionsstellen werden beseitigt)
E4
Schleifen und polieren Glatte, glänzende Oberfläche. Oberflächenfehler werden beseitigt.
(Die gegebenenfalls bei E0 und E6 sichtbar werdenden Korrosionsstellen werden beseitigt)
E5
Beizen Seidenmatte oder matt glänzende Oberfläche. Mechanische Oberflächenfehler werden teilweise reduziert aber nicht beseitigt.
Korrosionseinwirkungen auf der Metalloberfläche können beim Beizen sichtbar werden.
E6
Chemisch oder
elektrochemisches Glänzen
Hochglänzende Oberfläche.
Oberflächenfehler werden nur geringfügig reduziert und Korrosionsstellen können sichtbar werden.
E7
Polieren und chemisches oder
elektrochemisches Glänzen
Hochglänzend aussehende Oberfläche.
Oberflächenfehler und beginnende Korrosion werden in der Regel beseitigt.
E8

 

Kennzeichnung Oberflächenfarben von Aluminium
Farbe Farbmuster Code 1 Code 2
Naturton/farblos EV1 C0
Neusilber hell/leichtbronze EV2 C31
Gold/hellbronze EV3 C32
Bronze mittel/mittelbronze EV4 C33
Bronze dunkel/dunkelbronze EV5 C34
Schwarz/schwarz EV6 C35

 

ALUMINIUM – EINE GESUNDHEITSGEFÄHRDUNG?

Dieses Leichtmetall ist nicht nur in der technischen Industrie beliebt, sondern es ist auch in der Küche allgegenwärtig (Alufolie, Kochgeschirr), ebenso in kosmetischen Artikeln (Aluminiumsalze in Antitranspirantien) sowie in bestimmten Nahrungsmitteln vorhanden. Nach bisherigen Erkenntnissen führt dieses Metall bei keinem Lebewesen zu einer sinnvollen Verwertung. Lange Zeit galt Aluminium als harmlos bis das mehrere Studien diese Harmlosigkeit wiederholt hinterfragt haben und zu dem Ergebnis kamen, dass über die Haut oder die Nahrung in Spuren aufgenommenes Aluminium für Brustkrebs und die Alzheimer-Demenz maßgeblich verantwortlich sein kann, wenngleich diese Annahmen wissenschaftlich bisher noch nicht belegt sind. Möglicherweise sind es nur Begleiterscheinungen der Erkrankungen.

Von der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) wurde daher eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme (TWI = Tolerable Weekly Intake) von 1 mg Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Nachdem man im Rahmen vor europaweiten Studien zu der Erkenntnis kam, dass dieser Wert von großen Teilen der Bevölkerung bereits überschritten wird, sollte der Verbraucher sensibilisiert sein und beispielsweise durch den Verzicht von Antitranspirantien mit den darin enthaltenen Aluminiumsalzen zur Reduzierung der Gesamtaufnahmemenge beitragen.

 

Hier sind grundsätzlich Aluminiumverbindungen in unterschiedlichen und schwankenden Konzentrationen anzutreffen:

Aluminiumkochgeschirr, -gefäße, -fastfoodschalen, -getränkedosen, -tuben oder -folien,

die mit säure- oder salzhaltigen Speisen (z. B. Apfelmus, Fruchtsäfte, gesalzenen Heringe, essighaltige Speisen) in Berührung kommen, können erhöhte Aluminiumkonzentration aufweisen.

Aluminium aus der Nahrungsaufnahme

erfolgen zum größten Teil aus Getreideprodukten, Gemüse, Getränke und bestimmten Säuglingsmilchnahrungen. Hohe Aluminiumgehalte weisen auch Schwarzer Tee, Kräuter, Gewürze, Kakaoprodukte und Reis auf.

Aluminium in Lebensmittel-Zusatzstoffen:

E 173, E 520, E 521, E 522, E 523, E 541, E 554, E 555, E 556, E 558, E 559, E 1452 (Näheres siehe: Verordnung (EU) Nr. 380/2012)

(Hinweis! Aus Verbraucherschutzgründen ist für einige Zusatzstoffe die Verwendung in Lebensmitteln bereits untersagt oder stark eingeschränkt, z. B. nur in Färbemitteln)

Aluminiumsalze in kosmetischen Produkten

Die Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel sieht wegen der möglichen Aufnahme über die Haut für schweißhemmende Mittel auf Basis von Aluminiumsalzen folgenden Warnhinweis/Pflichtvermerk vor, um auf negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hinzuweisen: "Nicht auf gereizter oder verletzter Haut anwenden".

Aluminiumfluorid in Zahnpasten

Warnhinweis/Pflichtvermerk gemäß Verordnung (EG) Nr. 1223/2009: "Enthält Aluminiumfluorid"

Für Zahnpasten mit einem Fluoridgehalt von 0,1 bis 0,15 %, die nicht ohnehin als für Kinder ungeeignet gekennzeichnet sind (z. B. durch "nur für Erwachsene"), ist der folgende Pflichtvermerk vorgeschrieben:

"Für Kinder bis 6 Jahre: Nur erbsengroße Menge Zahnpasta benutzen. Zur Vermeidung übermäßigen Verschluckens Zähneputzen nur unter Aufsicht. Bei zusätzlicher Aufnahme von Fluorid den Zahnarzt oder Arzt befragen."