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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen


DEKUBITUS - KLASSIFIKATION

Sowohl bettlägerige Krankenhauspatienten, ambulant Gepflegte, Alten-und Pflegeheimbewohner sowie andere bewegungseingeschränkte Personen (Rollstuhlfahrer) gehören zum gefährdeten Personenkreis für Druckgeschwüre, fachsprachlich Dekubitus genannt. Druckgeschwüre entstehen unter anderem durch längere Druckeinwirkungen auf die Haut, besonders über Knochenvorsprüngen und lösen Entzündungen bis in tiefer liegende Gewebsschichten aus. Werden Druckgeschwüre nicht rechtzeitig erkannt oder unzureichend therapiert, sind Gewebszerstörungen die Folge. Die infizierten Areale sind nicht nur schmerzhaft und übel riechend, Betroffene haben auch Angst und neigen zu Depressionen.

Diabetiker und Pflegebedürftige, die daheim gepflegt werden, sollten selbst oder durch Angehörige ihren Körper regelmäßig nach Druckstellen (Hautrötung, nicht wegdrückbare Rötung, verfärbte Haut, Blasen, Abschürfungen) inspizieren lassen.

Link Weitere Informationen auf www.patientenleitlinien.de/Dekubitus/dekubitus.html

 

Dekubitus-Schweregrade nach Shea
Schweregrad Beschreibung
Grad I Umschriebene Rötung der intakten Haut, die nach 2-stündiger Entlastung nicht verschwunden ist.
Grad II Schädigung oder Blasenbildung in den obersten Hautschichten.
Grad III Schädigung aller Gewebeschichten mit sichtbaren Anteilen von Muskeln, Sehnen und/oder Fettgewebe.
Grad IV Beteiligung von Knochenhaut und/oder Knochen im Sinne einer Entzündung (Osteomyelitis)
Link Fotosammlung zur Gradeinteilung
Stadien der Dekubitus-Schweregrade nach Seiler
beschreiben zusätzlich den Zustand einer Wunde, unabhängig von der Tiefenausdehnung
Stadium Beschreibung
A Saubere Wunde, Gewebsneubildung (Granulation), keine Nekrosen [abgestorbenes Gewebe]
B Wunde schmierig belegt, Reste abgestorbenen Gewebes, keine Entzündungszeichen des umgebenden Gewebes.
C Wie B mit Entzündung des umgebenden Gewebes und/oder Allgemeininfektion (Sepsis).

 

Um Risikopersonen rechtzeitig zu erkennen, stehen zahlreiche Erfassungs-Skalen mit unterschiedlichen Kategorien bezüglich Anzahl und Bezeichnung zur Verfügung, die eher zur Verwirrung als zu einer einheitlichen Dekubitusrisiko-Erfassung beitragen.

Neben der erweiterten Norton-Skala (nachfolgend wird diese exemplarisch wiedergegeben), werden in diesem Zusammenhang oft noch die Braden-, Medley- Waterlow-Skala sowie die Pressure Sore Prediction Scale (PSPS) genannt.

Wird eine Person nach standardisierter oder nicht standardisierter Risikobeurteilung als gefährdet identifiziert, sind vom Pflegepersonal umgehend prophylaktische Maßnahmen einzuleiten und in der Folgezeit planmäßig zu überwachen und dem Gefährdungsgrad entsprechend anzupassen. Eine Gesundheitsverschlechterung ist immer Anlass zu einer Neubeurteilung.

Erweiterte Norton-Skala
Punkte 4 Punkte 3 Punkte 2 Punkte 1 Punkt
Bereitschaft zur
Kooperation/Motivation
voll wenig teilweise keine
Alter < 10 < 30 < 60 > 60
Hautzustand in Ordnung schuppig, trocken feucht Wunden, Allergien, Risse
Zusatzerkrankungen keine Abwehrschwäche, Fieber,
Diabetes mellitus, Anämie
MS (Multiple Sklerose),
Adipositas (Fettleibigkeit),
Kachexie (Kräfteverfall), Krebs
Arterielle Verschluss-
krankheit (AVK)
Körperlicher Zustand gut leidlich (geschwächt) schlecht sehr schlecht
Geistiger Zustand klar apathisch, teilnahmslos verwirrt (desorientiert
bezüglich Zeit, Ort, Personen)
stuporös (regungslos)
Aktivität geht ohne Hilfe geht mit Hilfe rollstuhlbedürftig bettlägerig
Beweglichkeit voll kaum eingeschränkt sehr eingeschränkt voll eingeschränkt
Inkontinenz keine manchmal meistens Urin (Harninkontinenz) Urin und Stuhl (Stuhlinkontinenz)

> 25 Punkte: Keine prophylaktischen Maßnahmen erforderlich;
25-20 Punkte: mittleres Risiko;
19-15 Punkte: hohes Risiko (Umlagerung etwa alle 2 bis 4 Stunden, je nach Unterlage);
14-09 Punkte: sehr hohes Risiko (Lagerung auf speziellen Dekubitusmatratzen)

Hinweis! Je nach Informationsquelle werden unterschiedliche, leicht abweichende Einteilungen, vorgenommen.

 

 

Schon gewusst?
Und darum bewegen wir uns im Schlaf.
Bewegungslos immer auf der gleichen Stelle schlafen, würde je nach Härte der Schlafunterlage irgendwann zu Druckstellen führen, da das Gewicht der aufliegenden Körperteile das Blut an diesen Stellen verdrängt, was wiederum zu Sauerstoff- und Nähstoffmangel führt. Eine Unterversorgung würde bei längerer Druckeinwirkung zum Absterben der Haut und zu Druckgeschwüren führen.
Gesunde nehmen im Schlaf, außer in der REM-Phase (man träumt), unbewusst mehrere Positionswechsel vor und vermeiden dadurch dieses unangenehme Phänomen.