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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen


KNOCHENDICHTE − GRADE

Osteoporose (auch: Knochenschwund), ist nach Definition des Osteoporose-Weltkongresses 1990 in Kopenhagen eine Erkrankung, die durch eine niedrige Knochenmasse und eine Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochengewebes charakterisiert ist, wodurch es zu einer erhöhten Knochenbrüchigkeit und zu gesteigertem Frakturrisiko kommt.

 

Ab dem 50. Lebensjahr sind Männer und Frauen nach den Wechseljahren, aufgrund des bis dato schützenden Östrogenspiegels, vermehrt von einem schleichenden Abbau der Knochensubstanz und einem damit verbundenen Frakturrisiko betroffen. Unter anderem gehören auch Diabetiker vom Typ 1, von Immobilität betroffene Personen, Raucher, Untergewichtige (BMI unter 18,5), COPD-Patienten, Zöliakiebetroffene, Personen mit unzureichender Kalziumzufuhr über die Nahrung (z. B. Milch, Hartkäse) oder an Vitamin-D-Mangel (Haut ist zu wenig der Sonnenbestrahlung ausgesetzt) und Schilddrüsenüberfunktion leidende Personen zum Risikokreis.

Die DVO-Leitlinien (Dachverbands der Deutschsprachigen Wissenschaftlichen Osteologischen Gesellschaften e. V.) empfehlen unabhängig von anderen Risiken bei Frauen ab dem 70. Lebensjahr und Männern ab dem 80. Lebensjahr generell eine Basisdiagnostik, da allein schon aufgrund des erreichten Alters ein erhöhtes Frakturrisiko besteht.

Wenn bereits leichte Stürze zu Knochenbrüchen (Frakturen) führen oder auf Wirbelbrüche zurückzuführende unklare Rückenschmerzen auftreten, sollte eine fachärztliche Untersuchung auf Osteoporose vorgenommen werden. Diese Untersuchung erfolgt mittels Röntgenstrahlen, die Rückschlüsse auf die vorhandene Knochenmasse bzw. Knochendichte zulässt.

Als Standard hat sich die DXA-Methode (Dual Energy X-Ray Absorptiometry − duale Röntgen-Absorptiometrie) etabliert. Aus den niedrig dosierten Röntgenstrahlen (Strahlenbelastung etwa < 0,01 - 3 mSv), die bestimmte Knochen- und Wirbelbereiche unterschiedlich stark durchdringen, kann der Mineralgehalt pro Fläche in Gramm pro cm² errechnet werden. Das Ergebnis wird als Schweregrad anhand des T-Scores eingeordnet.

   Schematische Darstellung:

  ▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓ hohe Knochendichte (normal)

  ▒▒▒▒▒▒▒▒▒▒▒▒  mittlere Knochendichte (Osteopenie)

  ░░░░░░░░░░░░  geringe Knochendichte (Osteoporose)


Im Rahmen der DXA-Auswertung sind zwei Begriffe für die Beurteilung und die darauf beruhende Therapieform von Bedeutung.

Da ist zunächst der T-Wert. Dieser Wert stellt die Abweichung vom Mittelwert eines normalen Erwachsenen gleichen Geschlechts von cirka 30 Jahren dar.
Außerdem kann noch der Z-Wert bestimmt werden. Bei diesem Wert gilt die Knochendichte von einem gesunden, altersgleichen und gleichgeschlechtlichen Personenkreis als Referenz.

 

T-Wert oder T-Score − WHO-Stadieneinteilung der Osteoporose
Grad T-Wert Frakturen Klassifikation der WHO
≥ - 1 Keine Frakturen. Normalbefund
0 -1 bis -2,5 Knochenmineralgehalt vermindert. Keine Frakturen. Osteopenie (Vorstufe zur Osteoporose)
1 ≤ - 2.5 Knochenmineralgehalt vermindert.Keine Frakturen. Osteoporose
2 ≤ - 2.5 Knochenmineralgehalt vermindert. 1 bis 3 Wirbelkörperfrakturen. Manifeste Osteoporose
3 ≤ - 2.5 Knochenmineralgehalt vermindert.
Multiple Wirbelkörperfrakturen, oft auch extraspinale Frakturen.
Fortgeschrittene Osteoporose

"Alle Hinweise auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Information und nicht der Selbstdiagnose, geben keine Therapieempfehlungen und ersetzen keinen Arztbesuch!"