ALZHEIMER - DEMENZGRADE
Alzheimer = Benannt nach dem deutschen Psychiater und Neuropathologen
Alois Alzheimer (* 1864 †1915)
Demenz = lateinisch: "dementia" und bedeutet "ohne
Geist"
Nach dem international anerkannten Diagnoseklassifikationssystems für Krankheiten ICD (= International Classification of Diseases) wird Demenz wie folgt definiert:
Demenz (ICD 10-Code F00-F03) ist ein Syndrom als Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit Störung vieler höherer kortikaler Funktionen, einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen. Das Bewusstsein ist nicht getrübt. Die kognitiven Beeinträchtigungen werden gewöhnlich von Veränderungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens oder der Motivation begleitet, gelegentlich treten diese auch eher auf. Dieses Syndrom kommt bei Alzheimer-Krankheit, bei zerebrovaskulären Störungen und bei anderen Zustandsbildern vor, die primär oder sekundär das Gehirn betreffen.
Das stetig fortschreitende Krankheitsbild, der unter anderem durch die Alzheimer Krankheit ausgelösten Demenz, offenbart sich in mehr oder weniger starker Ausprägung von Unselbständigkeit, Vergesslichkeit, Orientierungslosigkeit, Depression oder allgemeinen Persönlichkeitsveränderungen bis zum völligen Gedächtnisverlust. Bis zur Feststellung der Diagnose geht ein 10- bis 30-jähriger Hirnabbau voran.
In der medizinischen Literatur werden unterschiedliche Verfahren zur Bestimmung des Schweregrades beschrieben. Besonders geeignet ist die GDS-Reisberg-Skala (GDS = global deterioration scale), die in 7 Stufen (in Deutschland sind auch 4 Stufen üblich) die Symptome beschreibt.
Stadium 1Keine Einbußen |
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Stadium 2Zweifelhafte kognitive Einbußen. Vergisst vertraute Gegenstände und früher bekannte Namen. |
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Stadium 3Geringe kognitive Einbrüche. Wortfindung, Objektbeschreibung, Konzept-Definition, verbale Flüssigkeit, Orientierung an fremden Orten, verlegt und verliert Wertgegenstände, Arbeitsleistung, Konzentration, Ausbildung von Gedächtnis, depressive Verstimmung. |
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Stadium 4Mäßige Einbußen.Wortfindung…, Schreiben nach Diktat, Ausbildung von Gedächtnis, komplexe Aufgaben (z.B. Umgang mit Finanzen oder serielle Subtraktion), Mimik-Gestik, Erinnerung der letzten 10 Jahre des eigenen Lebenslaufs, Orientierung an bekannten Orten. |
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Stadium 5Mittelschwere kognitive Störung. Auch formale Aspekte der Sprache, koordinatives Assoziieren, Schreiben nach Diktat, kommt ohne Hilfe nicht mehr zurecht - z.B. bei der Auswahl situationsgerechter Kleidung; Mimik-Gestik; der eigene Lebenszusammenhang; Orientierung generell in Raum und Zeit, auch in bekannter Umgebung. |
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Stadium 6Schwere kognitive Einbrüche.Sprache; apraktische Störungen; Kleidung, Ernährung, Hygiene; Tag-Nacht-Rhythmus: Lebenszusammenhang; Zählen -1 bis 10- vorwärts und rückwärts, Persönlichkeitsveränderungen und Gefühlsstörungen; Inkontinenz. |
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Stadium 7Sehr schwere kognitive Einbrüche. Häufig totaler Sprachverlust; Verlust der Fähigkeit zu gehen und der Fähigkeit zu sitzen; Verlust der Fähigkeit zu lächeln; Das Gehirn scheint den Körper nicht mehr zu steuern; Inkontinenz; Gedächtnis; Orientierung; Stupor; Koma. |
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Quelle. Die Alzheimer-Krankheit, Christoph Hock, Gunter Narr Verlag, 2000 |
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Üblich ist zur Schweregrad-Bestimmung auch das Clinical Dementia Rating (CDR).
CDR 0 = keine Demenz
CDR 0,5 = fragliche Demenz
CDR 1 = leichte Demenz
CDR 2 = mittelschwere Demenz
CDR 3 = schwere Demenz
Mit dem von US-Wissenschaftlern entwickelten AD8-Test (Ascertain Dementia 8) können Freunde oder Angehörige aufgrund von Beobachtungen bereits im Anfangsstadium einen Hinweis auf eine Demenzerkrankung erhalten und dem behandelnden Arzt eine wertvolle Hilfe bei der Diagnose geben und das bevor aufwändige und kostenintensive Diagnoseverfahren eingesetzt werden. Die Fragen sind mit "JA" oder "Nein" zu beantworten.
1. Schwierigkeiten Entscheidungen zu treffen (z. B. falsche
Entscheidungsfindung in
Geldangelegenheiten).
2. Nachlassendes Interesse an Hobbys/Freizeitaktivitäten.
3. Wiederholtes äußern derselben Fragen, Geschichten oder Bemerkungen.
4. Mühe mit technischen Geräten zurechtzukommen (z.B.
Videorekorder, Computer, Mikrowelle,
Fernbedienung).
5. Vergessen des laufenden Monats oder Jahres.
6. Schwierigkeiten bei der Handhabung komplexer Angelegenheiten (z.B.
Kontoführung, Steuern,
das Bezahlen von Rechnungen).
7. Mühe, sich an Termine zu erinnern.
8. Anhaltende Probleme mit dem Denken und Erinnern.
Welt-Alzheimertag am 21. September jeden Jahres