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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen

HORMONE Adrenalin-Strukturformel

Hormon = griechisch für "antreiben, in Bewegung setzen" und die Lehre davon ist die Endokrinilogie.

 

Die Hormone spielen verrückt, wissen Frauen von sich zu sagen, wenn der Östrogenhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät und mit Schweißausbrüchen, Hitzewallungen oder Depressionen einhergeht. Oder, wenn bei frisch Verliebten ganze Hormoncocktails ausgeschüttet werden und diese verrückt spielen lassen.

Hormone bildende Drüsen und ZellenDie Rede ist hier von biochemischen Botenstoffen, die die Feinjustierung des menschlichen Körpers übernehmen und so für ein ausgeglichenes und unauffälliges Funktionieren einzelner Organe oder des Menschen als Ganzes verantwortlich sind, wenngleich sie nur in sehr geringer Menge vorhanden sind. Die Hormone bildenden Drüsen oder Zellen geben ihre Signalstoffe ins Blut ab um schnell in jedes Organ gelangen zu können und dort dann ihre spezifische steuernde Wirkung auslösen.

Erst wenn diese Balance im Hormonhaushalt nicht mehr besteht, in der Regel geschieht dieses ab dem 40. Lebensjahr, treten Auffälligkeiten zutage. Das Wohlbefinden leidet und es treten Störungen auf, die sich bis zu ernsthaften Erkrankungen hin entwickeln können.

In der folgenden Übersicht werden die bekanntesten der etwa 150 bisher bekannten und etwa Tausend vermuteten Hormone aufgezählt. Zu denen zählen unter anderem das in der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulin, die Schilddrüsenhormone (T3, T4, TSH) oder das Geschlechtshormon, auch Männlichkeitshormon genannte Testosteron.

Auf Norm- oder Referenzwerte wird hier verzichtet, da die Werte bedingt durch Lebensalter, Tageszeit, Stressphase und andere Faktoren stark schwanken.

 

Übersicht wichtiger oder bekannter Hormone
Hormonbezeichnung Chemische
Formel
werden wo im Körper gebildet? Hormon bewirkt im Wesentlichen …
Adrenalin
(Stresshormon)
C₉H13NO₃ Nebennierenmark Mobilisiert bei Kampf oder Flucht unverzüglich die Energiereserven.
Steigert in Alarm- und Stresssiuationen Herzfrequenz und Blutdruck.
Wird in der Notfallmedizin bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand injiziert.
Cortisol (COR) oder Hydrocortison
(Stresshormon)
C21H30O₅ Nebennierenrinde Wirkt stark entzündungshemmend und unterdrückt das Immunsystem.
Aktiviert den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel.
Dopamin (DA)
(Glückshormon)
C₈H11NO₂ Dopamin ist eine Vorstufe von Adrenalin und Noradrenalin und ist vorwiegend im Mittelhirn gespeichert. Wirkt stimmungsaufhellend, antriebssteigernd. Steigert die Wahrnehmungsfähigkeit.
Reguliert die Motorik (► Morbus Parkinson).
Ein Dopaminmangel führt zu Depressionen.
Endorphine
[endogene Morphine]
(Glückshormone)
Eine Gruppe von
drei Hormonarten
Hirnanhangdrüse
(Hypophyse)
Regulieren Blutdruck, Darmtätigkeit und Atmung.
Wirken wie Opiate.
Erythropoetin (EPO)   Überwiegend in den Nieren. Sind an der Neubildung und Entwicklung roter Blutkörperchen beteiligt.
EPO regt die Neubildung von roten Blutkörperchen an und bewirkt damit eine
Erhöhung der Sauerstoffaufnahmefähigkeit im Blut. Dieser Effekt wird verbotenerweise zur Leistungssteigerung im Ausdauersport als Dopingmittel genutzt.
Insulin C257H383N65O77S₆ Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse. Reguliert den Blutzuckerspiegel.
Melatonin (MCH)
(Schlafhormon)
C13H16N₂O₂
Zwischenhirn
(Zirbeldrüse)
Regelt den Schlaf-Wach-Rhythmus (Innere Uhr!)
Östrogene/
Estrogene (E)

(Sexualhormone)
Eine Gruppe von mehrere Hormonen:
Estron (E1),
Estradiol (E2),
Estriol (E3),
Estetrol (E4)
Vorwiegend in den Eierstöcken.
In geringen Mengen auch in den Hoden.
Steuern den Menstruationszyklus.
Künstliche Östrogene in der "Pille" verhindern Eireifung und Eisprung.
Während einer Schwangerschaft steigen die Werte stark an.
Ein Mangel an Östrogenen, wie nach der Menopause, lässt den sogenannten Damenbart wachsen.
Oxytoxin (OXT, OT)
(Kuschelhormon,
Treuehormon)
C43H66N12O12S Zwischenhirn
(Hypothalamus )
Fördert die Bindung zwischen Mutter und Kind sowie die zwischen Geschlechtspartnern.
Löst die Geburtswehen aus.
Progesteron (PROG)
(Zyklus- und Schwangerschafts-
hormon)
C21H30O₂ In den Gelbkörpern des Eierstocks und der Nebennierenrinde.
Beim Mann auch in den Hoden.
Steuert den Menstruationszyklus.
Serumwerte steigen während einer Schwangerschaft deutlich an.
Serotonin (SR)
(Glückshormon)
C10H12N2O U. a. in den Zellen des Magen-Darm-Trakts. Glücksgefühle, Stimmungslage, Hungergefühl, Magen-Darm-Tätigkeit.
Testosteron (TESTO)
(Männlichkeitshormon,
Sexualhormon)
C19H28O₂ In den männlichen Hoden und den weiblichen Eierstöcken. Ist für die typischen männlichen Merkmale verantwortlich.
Testosteron steuert die Spermienproduktion und das sexuelle Verlangen.
Testosterongaben an Frauen lassen diese vermännlichen.
TSH Thyreoidea-stimulierendes Hormon
T3 Trijodthyronin
T4 Tyroxin


T3: C15H12I₃NO₄
T4: C15H11I₄NO₄
TSH: Hypophyse (Hirnanhangdrüse)
T3 und T4: Schilddrüse (die Produktion wird vom TSH reguliert)
Werte zeigen eine Schilddrüsenüber- oder unterfunktion an. Jodmangel ist ein häufiger Auslöser von Erkrankungen der Schilddrüse.
Bewertet werden grundsätzlich zusammen der TSH-Wert, das fT3 (freies T3) sowie das fT4 (freies T4).

 

Nachdem im komplizierten Zusammenspiel von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Hormonen sich immer wieder neue Forschungserkenntnisse ergeben, werden auch die einst als Jungbrunnen empfohlenen Hormongaben wie bei Frauen in oder nach den Wechseljahren (Hormonersatztherapien) heute deutlich kritischer gesehen und daher nur noch nach sorgfältiger Abwägung der damit einhergehenden Krebs- oder Thromboserisiken als auch des Schlaganfallrisikos eingesetzt.

Andere, im Labor hergestellte Hormone, können auch ein Segen für Betroffene sein, so wie das für einen funktionierenden Blutzuckerhaushalt benötigte Insulin bei Diabetikern.

 

Link Blutwerte - Laborwerte
Link Vitamin D - das Sonnenhormon

 

"Alle Hinweise auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Information und nicht der Selbstdiagnose, geben keine Therapieempfehlungen und ersetzen keinen Arztbesuch!"